55'000 kanarische Einheimische demonstrieren gegen den Tourismus

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Kanarische Inseln«Das ist kein Tourismus, das ist eine Invasion»

Auf den Kanaren demonstrieren 55'000 Einwohner gegen den ausufernden Tourismus. Dabei stellen sie mehrere konkrete Forderungen.

Einheimische demonstrieren gegen die Touristen-Flut auf den Kanaren

AFP

Darum gehts

  • Auf den Kanaren kam es am Samstag zu Demonstrationen gegen den Massentourismus.

  • 55'000 Leute gingen gegen den ausufernden Tourismus auf die Strasse.

  • Die Demonstrationen kommen nach Aufrufen zu Protesten und sogar Hungerstreik.

Ungefähr 55'000 Leute gingen am Samstag auf den acht Ferieninseln im Atlantik auf die Strassen, um gegen den überschwänglichen Tourismus zu demonstrieren. Sie verlangen eine Kontrolle der Tourismusindustrie, wozu die Begrenzung der Touristenzahlen und die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum für die Einheimischen gehört.

«Das ist kein Tourismus, das ist eine Invasion», ist auf den Plakaten der Demonstranten zu lesen. Oder auch: «Touristen, haut ab.» Die Kanarischen Inseln sind äusserst beliebte Ferienziele, vor allem bei den Briten und Deutschen. Im letzten Jahr besuchten 14 Millionen Touristen die Inseln, während die Bevölkerungszahl bei 2,2 Millionen liegt. Ein Missverhältnis, das für Unmut sorgt.

55'000 Einwohner demonstrieren auf den Kanarischen Inseln gegen übermässigen Tourismus.
Die Demonstranten fordern konkrete Massnahmen zur Einschränkung der Touristen-Zahlen und zur Schaffung von Wohnraum für die Einheimischen.
Die Kanarischen Inseln sind beliebte Ferienziele, vor allem für Briten und Deutsche.
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55'000 Einwohner demonstrieren auf den Kanarischen Inseln gegen übermässigen Tourismus.

Europa Press Canarias/EUROPA PRESS/dpa

Konkrete Forderungen

Die Demonstranten haben relativ konkrete Forderungen. Dabei stehen die Regulierung von Ferienunterkünften, Einschränkungen für Immobilienkäufe durch Nicht-Einheimische sowie die Einführung einer Umweltabgabe für Touristen im Fokus, wie die «Bild»-Zeitung schreibt. Auch der Bau zweier Hotels auf Teneriffa soll konkret gestoppt werden.

Warst du schon mal auf den Kanaren?

«Wir sind nicht gegen den Tourismus», sagte die Demonstrantin Rosario Correo dem öffentlich-rechtlichen Fernsehsender TVE. «Wir fordern nur, dass das aktuelle Modell eines unbegrenzten Wachstums des Tourismus geändert wird.»

Vergangene Woche waren ausserdem mehrere Aktivisten der Protestbewegung «Kanaren-Ausverkauf» sogar in einen Hungerstreik gegen den Massentourismus getreten, dieser dauerte am Sonntag unterdessen bereits den elften Tag an.

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