Deponie Chalberhau: Kanton bewahrt 500 Bäume vor der Rodung in Rümlang

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Rümlang ZHErweiterung der Deponie Chalberhau – 1000 Bäume sollen gefällt werden

Die Erweiterung der Deponie Chalberhau wurde vom Kanton neu überarbeitet. Der Baubeginn ist frühestens im Herbst 2024.

Die Deponie Chalberhau in Rümlang soll erweitert werden. Dagegen formierte sich Ende April Widerstand von Aktivistinnen und Aktivisten. 
Die Aktivistinnen und Aktivisten sagten, dass aufgrund der Deponieerweiterung 6000 Bäume gefällt werden müssen. Am Montag stellten der Kanton und die Deponie ein neues Projekt vor. Dabei wurde mitgeteilt, dass bei der Erweiterung des alten Projekts «nur» 1500 Bäume betroffen gewesen wären. 
Inhaberin und Kanton präsentierten am Montag ein neues Projekt. Dieses sieht vor, dass «nur» 1000 anstatt 1500 Bäume gefällt werden müssen. 
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Die Deponie Chalberhau in Rümlang soll erweitert werden. Dagegen formierte sich Ende April Widerstand von Aktivistinnen und Aktivisten. 

Wald statt Schutt

Chalberhau – darum gehts

  • Die Deponie Chalberhau in Rümlang soll erweitert werden.

  • Dadurch regte sich Widerstand – Aktivistinnen und Aktivisten besetzten Ende April das Waldstück, das von der Erweiterung betroffen ist.

  • Am Montag haben der Kanton und die Deponiebetreiberin ein neues Projekt vorgestellt.

  • 500 Bäume können aufgrund des neuen Projekts stehen bleiben.

Das ist passiert

Kurz vor Ostern besetzten Umweltschützer das Waldstück in Rümlang zwischen der Stadtgrenze Zürich und dem Flughafen. Der Grund für den Protest: Der Kanton Zürich plante eine Erweiterung der Abfalldeponie Chalberhau in Rümlang. Bei einer Realisierung müssten bis zu 6000 Bäume gefällt werden, hiess es damals vonseiten der Protestierenden. Die Aktivistinnen und Aktivisten harrten knapp zwei Wochen auf den Bäumen aus, ehe das Gebiet dann von der Polizei geräumt wurde.

Wie der Kanton am Montag mitteilte, hätten in Tat und Wahrheit «nur» 1500 Bäume gefällt werden müssen. «Wie die Zahl von 6000 Bäumen entstanden ist, können wir uns nicht erklären», sagt Markus Pfanner von der Zürcher Baudirektion gegenüber 20 Minuten.

Durch die Aktion der Protestierenden rückte aber das Waldstück in Rümlang Ende April ins Bewusstsein der Bevölkerung und Politik. Kanton und Deponiebetreiber hatten das Projekt bereits vorgängig angepasst. Die neue Variante stellten sie am Montag den Medien und der Bevölkerung vor.

Das ist nun vorgesehen

Das ursprünglich ausgearbeitete Projekt im Jahr 2021 hatte vorgesehen, 10,5 Hektaren Waldfläche für die Deponieerweiterung zu nutzen. Dafür hätten 1500 Bäume – darunter 33 Eichen mit einem Stammdurchmesser von mehr als 70 Zentimeter – gefällt werden müssen.

Am Montag erklärte dann Michael Bebi von der Baufirma Eberhard, Eigentümerin der Deponie, dass aus Naturschutzperspektive die geplante Erweiterung der Deponie vom Jahr 2021 durchaus gegen das Projekt gesprochen habe. Daher habe man das Projekt nochmals mit Fachstellen und diversen Interessengruppierungen überprüft und angepasst.

Im neuen Projekt ist nun die Nutzung von knapp acht Hektaren Waldfläche vorgesehen (zum Vergleich: ein Fussballfeld hat knapp ein Hektar). Dies beinhaltet «nur» noch die Rodung von 1000 Bäumen – 500 Bäume können dadurch von Kanton und Deponieunternehmen geschützt werden, davon 13 Eichen. Das neue Projekt sei aber nicht aufgrund der Besetzung Ende April ausgearbeitet worden, wie Benjamin Meyer vom Kanton Zürich sagt. «Die angepasste Erweiterung der Deponie war tatsächlich schon Ende letzten Jahres klar.»

So geht es nun weiter

Voraussichtlich im Herbst liegt die Auflage zur Erweiterung der Deponie für die Bevölkerung öffentlich vor. Dann sei man für Verbesserungsvorschläge durch Dritte durchaus offen, sagte Meyer am Montag. Laufe alles optimal und ohne Einsprachen ab, könne man im Sommer 2024 mit der Erweiterung der Deponie beginnen. 

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