«Heisenbergs Apotheke»Kapo Bern fasst Online-Dealer, die Drogen im Millionenwert verkauften
Erfolg für die Berner Polizei: Sie sprengte einen Ring mutmasslicher Drogendealer, die online einen Handel mit illegalen Substanzen in Millionenhöhe aufgezogen hatten.
Darum gehts
Nach mehrmonatigen Ermittlungen hat die Kapo Bern mehrere Personen festgenommen, die des Drogenhandels im grossen Stil verdächtigt werden.
Über die Plattformen «Heisenbergs Apotheke» und «Candy Shop by Vespair» wurden online diverse Drogen und verschreibungspflichtige Medikamente vertickt.
Beliefert wurden auch Kunden in Europa und in Übersee, bezahlt wurde per Bitcoin.
Der Kantonspolizei Bern ist es gelungen, einen umfangreichen Online-Drogenhandel aufzudecken und drei mutmassliche Betreiber der beiden Drogenplattformen «Heisenbergs Apotheke» und «Candy Shop by Vespair» sowie vier mutmassliche Drogenkuriere – zwei Männer und zwei Frauen – zu identifizieren und anzuhalten. Die drei Betreiber und eine 35-jährige Drogenkurierin befinden sich aktuell in Untersuchungshaft.
Nachdem bei der Kantonspolizei Bern Hinweise eingegangen waren, dass auf dem Messengerdienst Telegram Drogen verkauft würden, wurden im Februar 2022 unter der Leitung der kantonalen Staatsanwaltschaft für besondere Aufgaben umfangreiche Ermittlungen aufgenommen.
«Heisenbergs Apotheke» als Adresse
Diese zeigten, dass eine zunächst unbekannte Täterschaft auf Telegram sowie auf Marktplätzen im Darknet über die eigens aufgebauten Drogenplattformen «Heisenbergs Apotheke» und «Candy Shop by Vespair» verschiedenste Betäubungsmittel sowie verschreibungspflichtige Medikamente zum Kauf anbot und diese nach Eingang der Bitcoin-Zahlungen per Post an Abnehmerinnen und Abnehmer in der Schweiz, aber auch in Europa und in Übersee verschickte. Die gewonnenen Erkenntnisse legen nahe, dass der Aufbau und einzelne Elemente des Drogenhandels «offensichtlich an eine amerikanische Fernsehserie angelehnt» war, wie Mediensprecherin Isabelle Wüthrich auf Nachfrage angibt.
Verkauft wurden laut Wüthrich Heroin, Kokain, Methamphetamin und Amphetamin, LSD, MDMA, 3-MMC, XTC, 2C-B, Cannabisprodukte und weitere Drogen sowie starke Medikamente. Die Lieferungen gingen an Abnehmer in der Schweiz, Deutschland, Österreich, Frankreich, Italien, Irland, Tschechien und Schweden sowie in die USA und nach Neuseeland und Australien.
Ein mutmasslicher Plattform-Betreiber konnte am Dienstag, 25. Oktober 2022 in Grenchen (SO) angehalten werden. Kurz darauf wurden zwei mutmassliche Drogenkuriere im Alter von 27 und 37 Jahren sowie zwei mutmassliche Drogenkurierinnen im Alter von 32 und 35 Jahren in den Kantonen Zürich und Luzern angehalten. Schliesslich konnten nach weiterführenden Ermittlungen zwei weitere mutmassliche Online-Drogenhändler identifiziert und am Dienstag, 28. Februar 2023, in Lausanne (VD) angehalten werden.
Rund 1000 Kundinnen und Kunden beliefert
Im Rahmen der Strafuntersuchung wurden mehrere Hausdurchsuchungen in den Kantonen Solothurn, Luzern, Zürich und Waadt zusammen mit den jeweiligen Polizeikorps durchgeführt und mehrere Kilogramm Betäubungsmittel und Medikamente sichergestellt. Zudem gelang es auch, einen Mann zu identifizieren, der die Plattformenbetreiber mutmasslich mit Betäubungsmitteln belieferte. Diesbezüglich sind weitere Ermittlungen im Gang.
Die drei mutmasslichen Betreiber der Drogenplattformen – drei Schweizer im Alter von 26, 28 und 31 Jahren – werden beschuldigt, insbesondere Betäubungsmittel im Mehrkilobereich an gegen tausend verschiedene Drogenabnehmerinnen und -abnehmer im In- und Ausland verkauft und damit nach aktuellen Erkenntnissen zufolge einen Umsatz in Millionenhöhe erwirtschaftet zu haben. Alle sieben beschuldigten Personen werden sich nach Abschluss der Ermittlungen unter anderem wegen qualifiziertem Betäubungsmittelhandel vor der Justiz verantworten müssen. Die Ermittlungen dauern weiterhin an.
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