Kebab-TestSerkan erklärt, warum Keime in seinem Döner keine Chance haben
Das Konsumentenmagazin «K-Tipp» testete 21 Döner aus der Schweiz auf Keime – mit teils grusigem Ergebnis. Gut schnitt dagegen Sam’s Pizza Land aus Bern ab. Was macht er anders?
Darum gehts
Das Konsumentenmagazin «K-Tipp» hat 21 Döner aus der ganzen Schweiz auf Keimbelastung getestet.
Das Ergebnis fiel eher schlecht aus: Bei zwölf Läden wurden die Normwerte überschritten.
Besser schnitten dagegen Berner Döner-Buden ab.
Kebab mag fast jeder – der Appetit könnte vielen Menschen aber vergehen, wenn sie den kürzlich erschienenen Testbericht des Konsumentenmagazins «K-Tipp» lesen, der Döner aus der ganzen Schweiz in Bezug auf ihre Keimbelastung getestet hat. Die bittere Wahrheit: Bei mehr als der Hälfte der getesteten Kebabs überschreitet die Menge der Keime den Normwert. Besonders auffällig: Die «schlechten» Döner kommen vor allem aus der Westschweiz.
Einer, der es besser macht, ist Serkan Abatay (41), stellvertretender Leiter von Sam’s Pizza Land in Bern, das zum Familienbetrieb Saridas «Take Away Bubenberg» gehört. Sein Döner gehört zu den besten – es liessen sich bei ihm keine nennenswerten Mengen an Coli-Bakterien, Bacillus cereus oder Hefepilzen nachweisen. Und auch die Gesamtzahl an Keimen lag mit 35’000 deutlich unter dem Grenzwert von zehn Millionen. Als 20 Minuten bei Serkan nachfragt, ist er zunächst überrascht: «Aber das ist doch jetzt etwas Gutes, oder?» fragt er leicht verunsichert. Von dem Testergebnis hatte er von «K-Tipp» offenbar nicht erfahren. Auf Platz eins liegt Ayverdi's an der Badenerstrasse in Zürich. Dort wurden sogar weniger als 1000 Keime gemessen.
Das Fleisch muss gar sein
Seit 2017 führt Serkan den Familienbetrieb nun schon – und Hygiene ist ihm besonders wichtig. «Das Fleisch muss immer schön gar sein, das ist entscheidend.» Oft sei es aber leider so, dass es aussen verbrannt ist und innen noch nicht durch, das sei der Fehler. Er achte daher penibel darauf, dass das Fleisch auch wirklich durch sei. Natürlich seien auch die Standards wie Handschuhe tragen und richtiges Händewaschen wichtig. Für Ersteres würden sie bei ihm auch eine spezielle Seife verwenden.
Was die anderen Döner-Läden im Gegensatz zu ihm anders machen würden, kann Serkan so genau nicht sagen. «Die nutzen aber häufig Schneidemaschinen für das Fleisch, ich weiss nicht, ob es daran liegt», sagt er. Das Fleisch bezöge er jedenfalls von seinem Schwiegervater – und bisher waren alle auch immer sehr zufrieden damit.
«Und jetzt? Muss ich jetzt etwa schliessen? Ist mir egal.»
Ob sich Alpen Dedi, ein Dönerladen in St. Gallen, etwas von Serkan abschauen sollte? Der St. Galler Imbiss schnitt im Test am schlechtesten ab. Mit über 30 Millionen überschritt die Gesamtkeimzahl die zulässige Zehn-Millionen-Marke deutlich. Durchgefallen ist der Kebab jedoch besonders deshalb, da er mit Escherichia Coli kontaminiert war. Die Schweizer Gastronomie-Richtlinien setzen einen Grenzwert von 100 Kolonien pro Gramm für dieses Darmbakterium fest. Der Kebab im Alpen Dedi enthielt jedoch mehr als das Siebenfache dieses Grenzwerts an Darmbakterien. Kein anderer Döner im Test erreichte nur annähernd eine derart hohe Zahl.
Auf Anfrage von 20 Minuten reagierte der Inhaber auch hier überrascht: «Ich wusste nichts von dem Testergebnis», meint er. Bei den regelmässigen Lebensmittelkontrollen sei nie etwas beanstandet worden, er benutzte stets frische Ware. Die letzte Kontrolle habe erst vor zwei Wochen stattgefunden. «Ich betreibe das Geschäft seit 15 Jahren, und es hat noch nie eine Beschwerde gegeben.» Die hohen Keimzahlen könne er sich nicht erklären. «Und jetzt? Muss ich jetzt etwa schliessen?» fragt er – nur um dann hinterherzuschieben: «Ist mir egal. Ich habe keine Probleme damit.» Er warf schliesslich noch die Frage auf, ob die Lebensmittelkontrolleure und -kontrolleurinnen anders testen würden, als der «K-Tipp» das tue.
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