Verschmutztes Trinkwasser: Keine Entwarnung, dafür öffentliche Trinkwasserstellen

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Verschmutztes TrinkwasserKeine Entwarnung, dafür öffentliche Trinkwasserstellen

Das Trinkwasser muss wegen einer bakteriellen Verunreinigung im Luzerner Stadtquartier Langensand-Matthof nach wie vor abgekocht werden. Der Energieversorger EWL hat nun Trinkwasserzapfstellen im Quartier aufgestellt, die ab heute Mittag in Betrieb sind.

Ab heute Mittag stehen Zapfstellen mit sauberem Trinkwasser für die Anwohnerinnen und Anwohner des Quartiers Langensand-Matthof zur freien Verfügung.
Das saubere Trinkwasser kann an fünf Standorten abgezapft werden.
Die EWL hat heute Morgen eine Medienkonferenz einberufen. Anwesend waren Nicole Reisinger, Mitglied der Geschäftsleitung EWL, Patrik Rust, Vorsitzender der Geschäftsleitung EWL, und Kantonschemiker Silvio Arpagaus (v. l.).
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Ab heute Mittag stehen Zapfstellen mit sauberem Trinkwasser für die Anwohnerinnen und Anwohner des Quartiers Langensand-Matthof zur freien Verfügung.

EWL

Darum gehts

Die Anwohnerinnen und Anwohner des Quartiers Langensand-Matthof müssen sich weiter gedulden. Das Trinkwasser im städtischen Gebiet Langensand-Matthof muss seit fast einer Woche abgekocht werden. Die Ursache sei nach wie vor unklar, teilt die EWL in einer Medienkonferenz heute Morgen mit. Für die betroffenen Anwohnerinnen und Anwohner hat EWL ab Freitag, 5. August, Zapfstellen mit sauberem Trinkwasser an fünf Standorten installiert. Dort kann unbeschränkt Trinkwasser abgezapft werden.

Der Energiedienstleister unternimmt verschiedene Massnahmen, um die Ursache der Verschmutzung zu finden. «Wir haben Netztrennungen von Teilen des Gebiets vorgenommen, das betroffene Gebiet mehrfach mit frischem Wasser gespült und nehmen laufend Wasserproben an diversen Stellen im Netz», so Patrik Rust, Vorsitzender der Geschäftsleitung von EWL. Eine einzige Probe im Gebiet Langensand-Matthof sei verunreinigt gewesen, die angrenzenden Gebiete zeigten keine alarmierenden Werte. 95 Prozent der Trinkwasserversorgung der Stadt sind nicht betroffen.

Standorte Trinkwasserstellen

Die EWL stellt an folgenden Standorten Zapfstellen mit sauberem Trinkwasser für die Anwohnerinnen und Anwohner des Quartiers Langensand-Matthof zur Verfügung:

  • Bodenhofstrasse 12

  • Studhaldenhöhe 8

  • Vorderrainstrasse 15

  • Hirtenhofstrasse 48

  • Langensandstrasse 92

480 Rückmeldungen der Bevölkerung

Etwa 3000 Personen sind von der bakteriellen Trinkwasserverschmutzung betroffen. Wie Nicole Reisinger, Mitglied der Geschäftsleitung EWL, an der Pressekonferenz mitteilt, sind 480 Rückmeldungen von Anwohnenden bei der EWL eingegangen. Hauptsächlich seien es Fragen, wofür sie das Wasser noch nutzen dürften, ob sie auch betroffen seien und was zu tun sei. «Glücklicherweise sind wir selten mit so einer Situation konfrontiert», sagt Reisinger. Und weiter: «Wir danken allen Kunden, die souverän mit der Situation umgehen und wohl noch eine Zeit so leben müssen.» 

Der Luzerner Kantonschemiker Silvio Arpagaus erklärt, dass die festgestellten Bakterien üblicherweise im Darm von Menschen und Tieren vorkämen. Die Bakterien zeigen an: «Achtung, da kam etwas ins Wasser, das nicht reingehört.» Die zwei Arten von Keimen an sich seien nicht problematisch. Es zeige sich jedoch, dass auch andere Verunreinigungen ins Wasser gelangen könnten. Und diese könnten problematisch sein. 

Durch die systematischen Spülungen und Netztrennungen soll die Ursache des verschmutzten Trinkwassers bestimmt werden. Laut EWL konnte diese noch nicht eindeutig eruiert werden. «Die Untersuchung im Labor dauert 24 Stunden. Deshalb hinken wir immer etwa zwei Tage hinterher ab Abnahme der Probe», sagt Arpagaus. So müssen sich die Haushalte des Quartiers Langensand-Matthof gedulden und weiterhin die bestehenden Massnahmen einhalten. «Sobald die Lebensmittelsicherheit wiederhergestellt ist, können die Massnahmen wieder aufgehoben werden», meint Arpagaus weiter. Bis jetzt sei ihm ein gesundheitlicher Vorfall gemeldet worden. Ob die Ursache das verunreinigte Trinkwasser ist, kann nicht ausgeschlossen werden.

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