Sitzplatzreservierungen ins Tessin sind im Juni fast ausgebucht

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Klassenlager«Wir wären schneller in Paris»: Züge ins Tessin ausgebucht

Herr Egli wollte fünf Wochen im Vorhinein die Sitzplätze im Zug nach Lugano für seine Klassen reservieren. Im Juni sind die Reservierungen der Züge jedoch schon stark ausgelastet.

Um nach Lugano zu reisen, wollte Herr Egli für 35 Reisende die Zugplätze reservieren.
Eine Kundenberaterin der SBB antwortete auf Eglis Anfrage: «Das Kontingent der Gruppenreservierungen ist ausgeschöpft.»
Nun muss sich Egli mit einer komplizierteren Reise zufriedengeben. Die eine Hälfte der Gruppe muss um 5.52 Uhr reisen und die andere um 7.02 Uhr.
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Um nach Lugano zu reisen, wollte Herr Egli für 35 Reisende die Zugplätze reservieren.

TAMEDIA AG

Darum gehts

  • 30 Schülerinnen und Schüler wollen im Juni mit Herrn Egli ins Klassenlager nach Lugano fahren.

  • Doch das Kontingent für Gruppenreservierungen ist am 24. Juni schon stark ausgelastet.

  • Als Alternative schlug die SBB eine Verbindung vor, die fünf Stunden braucht.

Herr Egli ist Lehrer an einer Sekundarschule in Pfäffikon SZ. Er will am 24. Juni mit zwei Klassen ins Klassenlager fahren. Das Ziel: Lugano im Tessin. Die Fahrt dauert bis zur Jugendherberge an einem Montag um acht Uhr morgens normalerweise drei Stunden und 15 Minuten, am Samstag mit dem Gotthard-Basistunnel sogar eine Stunde weniger.

Diese Verbindung kann Egli aber nicht nehmen, weil das Kontingent der Gruppenreservierungen für diesen und andere Züge an diesem Tag ausgeschöpft ist.

«Anfrage abgelehnt»

Egli hat sich extra fünf Wochen vorher an die SBB gewandt, um eine Reservierung für seine 31 Mitreisenden zu beantragen. Doch das Kontingent für Gruppenreservationen sei für alle Fahrten an diesem Tag schon fast ausgeschöpft, teilte die SBB auf seine Anfrage hin mit.

Nach der Absage für den gewünschten Zug wurden Egli mehrere Alternativen angeboten.

Nach der Absage für den gewünschten Zug wurden Egli mehrere Alternativen angeboten.

Privat

Dabei wurden die Klassen ohne Absprache auf die S2 um 8.08 Uhr verlegt. Mit dieser Verbindung wäre die Klasse über fünf Stunden unterwegs gewesen. «Damit wären wir schneller in Paris als im Tessin», sagt Egli verärgert. Eine Kundenbetreuerin antwortet ihm: «Sie wurden wie alle anderen Gruppen auf den Extrazug für Gruppen umgebucht, weil die anderen Züge bereits ausgebucht sind.»

Auf den Zug um 5.52 Uhr morgens

Egli kann das nicht verstehen: «Dann muss die SOB eben über Doppelstockzüge nachdenken oder die Züge verlängern.» Die nächste Lösung, die ihm auf seine Nachfrage angeboten wurde, sah so aus: 16 Personen sollten in den Zug um 5.52 Uhr und die anderen 16 Personen in den Zug um 7.02 Uhr einsteigen. «Die reservierten Sitzplätze im Zug sind obligatorisch, ohne Sitzplatz keine Fahrt nach Süden», erklärt Egli.

Nun hat er sich vorläufig für letztere Variante entschieden, denn: «Lieber so als fünf Stunden unterwegs. Ausser die SOB kann uns doch noch eine bessere Lösung anbieten.» Egli ist frustriert und versteht nicht, dass die Züge an einem Montag ins Tessin so überfüllt sind. «Das kann doch nicht sein», so Egli. «Wenn das Wetter an jenem Montag schlecht sein sollte, fährt der angepeilte Zug unausgelastet ins Tessin», sagt er. Am Nachmittag steht für die Klassen noch ein Ausflug in den Seilpark in Gordevio auf dem Programm.

Im Juni seien besonders viele Gruppen unterwegs

«Wir können den Unmut der Lehrperson verstehen», sagt Sabrina Schellenberg, Mediensprecherin der SBB, auf Anfrage von 20 Minuten. Denn im Juni würden immer besonders viele Gruppen an den Montagen und Freitagen reisen.

Hast du schon mal Schwierigkeiten bei der Gruppenreise mit der SBB erlebt?

«Wir setzen deshalb seit einigen Wochen am Montagmorgen zusätzliche Gruppenzüge auf der Gotthardachse Richtung Süden ein, an einzelnen Tagen verkehrt zusätzlich ein dritter Gruppenzug, am Freitagnachmittag verkehren zwei Gruppenzüge auf der Gotthardachse Richtung Norden», sagt Schellenberg. In den regulären Zügen werde immer ein Teil der Sitzplätze für Reisende ohne Reservation reserviert – der Anteil variiert je nach Zugtyp.

Keine Doppelstockzüge

Weil die meisten Züge derzeit aufgrund der Einschränkungen im Gotthard-Basistunnel nach der Entgleisung eines Güterzugs im letzten Sommer über die Gotthard-Panoramastrecke verkehren, können aufgrund der Eckhöhe zu den oben erwähnten Zeiten keine Doppelstockzüge auf der Gotthardachse eingesetzt werden.

Stehen in Zügen sei nicht grundsätzlich verboten. «Die Fernverkehrszüge der SBB dürfen zu maximal 160 Prozent voll sein», sagt Schellenberg. Für Züge, die den Gotthard-Basistunnel durchfahren, gilt eine maximale Belegungsquote von 140 Prozent.»

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