Tödlicher Crash in Arisdorf BLKonsumierte der Unfallfahrer Lachgas am Steuer?
Am Samstag kam es vor dem Arisdorftunnel BL zu einem tödlichen Unfall. Nun hat die Staatsanwaltschaft gegen den Fahrer des Autos ein Verfahren eingeleitet.
Darum gehts
In der Nacht vom Freitag auf Samstag verursachte der Lenker eines Mercedes AMG einen Selbstunfall. Vier Teenager wurden zum Teil schwer verletzt, ein fünfter starb noch am Unfallort. Bei den Insassen handelte es sich um Junioren des FC Pratteln, einer der Überlebenden ist Neffe des Basler Nationalrats, Mustafa Atici. Die Staatsanwaltschaft hat in Zusammenhang mit dem Unfall ein Verfahren eingeleitet, wie die Behörde gegenüber 20 Minuten auf Anfrage mitteilte. Auch die Ermittlungen zur Unfallursache sind noch im Gange.
Wieso stiess der Mercedes AMG im Abstand von 250 Metern zweimal gegen die rechte Leitplanke, bevor er vor dem Nordportal des Arisdorftunnels in einer Bucht gegen eine Mauer prallte? Quellen aus dem engen Umfeld der Unfallbeteiligten sagen nun, dass im Auto Lachgas inhaliert wurde.
Die Gruppe habe vor dem Unfall in einer einschlägig bekannten Basler Bar gefeiert, dort Lachgas konsumiert und auch eine Flasche davon mit ins Auto genommen. Während der Fahrt konsumierten die jungen Männer das Gas und zwar auch vom Fahrer, so die Quellen. Der Lenker sei zudem erst seit wenigen Monaten im Besitz eines Führerscheins.
Berauschendes Party-Gas
Lachgas wirkt kurzzeitig berauschend und ist als mutmasslich harmlose Alternative zu Partydrogen auch in der Schweiz verbreitet. Das Einatmen von Lachgas beeinträchtigt das Nervensystem und eine Überdosis kann zu Bewusstseinsverlust oder gar dem Tod führen. «An Partys klappen regelmässig Konsumierende zusammen, weil sie ohnmächtig werden», sagt Jill Zeugin, Projektleiterin Safer Dance der Suchthilfe Basel. Die Ohnmacht werde durch Hyperventilation herbeigeführt. Der so provozierte Sauerstoffmangel führe zu einem intensiveren Rausch.
Ob Lachgas im Auto inhaliert wurde, werden die Ermittlungen der Behörden zeigen müssen. Im Körper ist der Konsum durch Einatmen kaum nachzuweisen. Allerdings könnten Gegenstände, die man dafür braucht, im Unfallauto zurückgeblieben sein – Lachgaspatronen und Ballone.
Zur Aufklärung der genauen Unfallursache werden eventuell Bilder von Überwachungskameras weiterhelfen können. Laut Staatsanwaltschaft ist der besagte Streckenabschnitt videoüberwacht. Das Material werde nun ausgewertet.
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Hier findest du Hilfe:
Dargebotene Hand, Sorgen-Hotline, Tel. 143
Seelsorge.net, Angebot der reformierten und katholischen Kirchen
Muslimische Seelsorge, Tel. 043 205 21 29
Lifewith.ch, für betroffene Geschwister
Verein Regenbogen Schweiz, Hilfe für trauernde Familien
Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147
Pro Senectute, Beratung älterer Menschen in schwierigen Lebenssituationen