1.-Mai-TickerBilanz der Polizei: Reizstoff-Einsatz und mehrere Festnahmen
Am Tag der Arbeit ist es in verschiedenen Schweizer Städten zu Kundgebungen gekommen. Alle News dazu findest du im Ticker.
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Stapo-Sprecherin zieht Bilanz
Stadtpolizei Zürich-Sprecherin Judith Hödl im Interview.
20min/ctMehrere Häuser besetzt
Während die Polizei mit einem Grossaufgebot im Kreis 4 die unbewilligte Nachdemo linksautonomer Kreise im Keim erstickte, nutzten andere die Gunst der Stunde und besetzten gleich mehrere Häuser. «Heute, am 1. Mai 2024, haben wir in Zürich mehrere Häuser besetzt. Liebe Bullen, wir wünschen euch viel Erfolg dabei herauszufinden, wo wir ab heute überall hausen. ;)», heisst es von Seiten der Besetzergruppe «Alles wird besetzt».
Unten im Text wird das Rätsel allerdings gleich wieder aufgelöst: Besetzt wurden unter anderem die Fliederstrasse 17, der Silvretta-Weg 19, die Ackersteinstrasse 200, Winterthurerstrasse 139, Limmattalstrasse 211, Schaffhauserstrasse 220, Zweierstrasse 116, Austrasse 20 und das Haus an der Adresse Im Schaber 1A.

Video zeigt Verhaftung
Während dem Livestream von 20 Minuten wurde vor den Augen einer Reporterin ein Mann von der Polizei aus der Menge gepackt und festgenommen.
Nach lauten Buhrufen der Menge stellten sich rund ein Dutzend Personen direkt vor teils jungen Zuschauenden auf. Eine Polizistin, ausgerüstet mit dem neuen Werfersystem GL06, zielt aus nächster Nähe auf die Jugendlichen. «Den Finger hatte sie am Abzug, obwohl es sich um unbeteiligte Personen gehandelt hat. Das geht überhaupt nicht», sagt der freie Journalist Raimond Lüppken.
Mindestabstand eingehalten?
Mit dem GL06 können sowohl Gummigeschosse als auch Tränengas- sowie Markier- und Wuchtgeschosse abgefeuert werden. Das Gummischrot besteht aus über 20 Gummikugeln, aus der Nähe abgefeuert birgt es ein grosses Risiko für Verletzungen.
Wie die «Republik» berichtet, gilt für die Gummischrotmunition laut dem Schweizer Kompetenzzentrum Polizeitechnik und -informatik eine Mindestdistanz von fünf Metern. Je nach Munitionsart wird ein Mindestabstand von bis zu 20 Metern empfohlen.
Laut Stapo-Spracherin Judith Hödl war der GL06 nicht mit Gummigeschossen, sondern mit Reizstoff befüllt.
Arbeiten trotz 1. Mai?
Wieso wird in Bern denn überhaupt gearbeitet, während andere Kantone – etwa Zürich oder Basel – frei haben? Und: Was halten die Anwohnerinnen und Anwohner dazu? Wir haben nachgefragt.

Zdravko nimmt es gelassen: «Jemand muss schliesslich arbeiten», sagt der 62-Jährige.
20 Minuten/ekaZwischenbilanz der Polizei
«Kurz nach 15 Uhr versammelten sich mehrere Dutzend Personen auf der Langstrasse und formierten sich im Bereich der Hohlstrasse zu einer unbewilligten Demonstration. Die mehrheitlich vermummten Personen deckten sich mit Transparenten ab. Diese Demonstration wurde dank eines raschen Polizeieinsatzes unterbunden», schreibt die Stadtpolizei in einer Mitteilung.
Die Personen wurden durch die Einsatzkräfte angehalten und kontrolliert. In der Zwischenzeit formierte sich ein zweiter, kleinerer Demonstrationszug. Dieser zog in der Folge via Molkenstrasse zur Langstrasse, löste sich dort wieder auf, formierte sich kurze Zeit später erneut auf der Langstrasse und zerstreute sich wieder, als sich die Einsatzkräfte ihm näherten. Zwei Personen wurde in diesem Zusammenhang festgenommen.
Personen bedrängten Einsatzkräfte – Festnahmen
Während der Kontrolle der Personen an der Lang-/Hohlstrasse zeigten sich mehrere Personen unkooperativ und bedrängten die Einsatzkräfte. Diese mussten, um die Situation zu beruhigen, Reizstoff einsetzen.
Mehrere Dutzend Personen wurden kontrolliert, weggewiesen und verzeigt wegen der Teilnahme an einer unbewilligten Demonstration. Bisher wurden sieben Personen für weitere Abklärungen festgenommen und auf eine Polizeiwache gebracht. Die Kontrolle dauert momentan noch an.
Ruhige Demo in Bern
In Bern verläuft die Demo weiterhin ruhig. Nationalrat Beat Jans ist zu Besuch. Touristinnen und Touristen säumen den Umzug und schauen interessiert zu.
Bereich abgesperrt
Die Polizei weist die sich an der Ecke Hohlstrasse/Molkenstrasse befindenden Personen weg und sperrt den Bereich noch grossflächiger ab. Das Gleiche passiert auch in der Langstrasse selbst.


Jubel für Demonstranten
Nach und nach werden die von der Polizei kontrollierten Demoteilnehmenden aus dem Kessel geführt. Jeder einzelne von ihnen wird vom Langstrassen-Publikum laut bejubelt und beklatscht.

Demostart in Bern
In Bern geht der 1.-Mai-Umzug gleich los. Die Polizei hat die Kramgasse gesperrt und ist mit einigen Einsatzkräften anwesend. Auf Anfrage der 20 Minuten sagt die Kantonspolizei Bern, dass sie die Lage laufend beobachten und analysieren und gegebenenfalls Massnahmen treffen würden.
Mehrere «Demo»-Aufrufe
Immer wieder versammelt sich eine Gruppe von Personen in der Nähe der Langstrasse. Auf Telegram werden diese Bewegungen angeleitet: «Demo in der Kanonengasse jetzt», «Demo in der Dienerstrasse Richtung Bäckeranlage» oder «Neue Demo Richtung Badenerstrasse». Von einer Demonstration kann aber in keinem Fall gesprochen werden. Die Polizei ist stets relativ rasch vor Ort, die Grüppchen zerstreuen sich schnell wieder.

Eine «Demo» in der Kanonengasse wurde rasch im Keim erstickt.
20min/tsPolizei warnt
In einer Lautsprecherdurchsage warnt die Polizei vor einer Eskalation der Situation: «Hört auf mit dem Druck auf unsere Einsatzkräfte, mit diesem Verhalten zwingt ihr uns, polizeiliche Zwangsmittel anzuwenden», lässt eine Frau verlauten.

Umzieh-Aktion
Die Polizei kontrolliert derzeit etwa 100 eingeschlossene Demonstrationsteilnehmende in der Langstrasse. Ihr «Dresscode» gilt nicht mehr: Statt schwarzen Pullis und Hosen sind viele Personen in verschiedenen Farben gekleidet.

Personenkontrollen
Wie die Stadtpolizei Zürich auf Twitter vermeldet, führt sie nun Personenkontrollen durch. Zunächst werden Personen mit Kindern kontrolliert.
Aufgeheizte Stimmung
Schaulustige und Anhänger der im Kessel eingeschlossenen Gruppe pöbeln Polizisten und Journalisten an. Diverse Beleidigungen fliegen in Richtung Polizei, Sprüche werden geklopft. Durchsagen der Polizei werden durchgehend mit Buhrufen und Parolen übertönt. Es kommt zum Einsatz von Pfefferspray.
Im hauseigenen Telegram-Kanal rufen die Verantwortlichen dazu auf, vor den Coop Hohlstrasse zu kommen: «Wir sind viele, die nicht im Kessel sind - nehmen wir uns draussen die Strasse.» Zudem wird versucht, die Demo in Richtung Badenerstrasse zu lenken.
Patt oder Schachmatt?
Nur Minuten, nachdem sich der Schwarze Block und Anhänger in der Langstrasse für die unbewilligte Demo eingefunden haben, hat die Polizei reagiert und die Demonstranten eingekesselt. Der Zugang zur Langstrasse von der Hohlstrasse ist gesperrt, auch die Kanonengasse ist auf Seite Helvetiaplatz abgeriegelt.
Zahlreiche Schaulustige haben sich in den Seitenstrassen eingefunden, die Polizei ist mit einem Grossaufgebot vor Ort. Die Demonstranten harren derweil weiter in der Langstrasse aus und skandieren Parolen. Wie es jetzt weitergeht, ist offen.
Hoher Sachschaden und Festnahmen in Winterthur
Wie die Winterthurer Stadtpolizei in einer Mitteilung schreibt, ist es am 1. Mai in der Stadt zu Sachbeschädigungen gekommen. Der bewilligte Umzug mit mehreren Hundert Teilnehmenden endete beim Neumarkt. Dort fand die Schlusskundgebung statt.
«Durch vermummte Demonstrierende, die der linksextremen Szene zuzuordnen sind, wurde der friedliche Umzug gestört und es wurden auf der ganzen Route unzählige grossflächige Sprayereien an Liegenschaften angebracht und Pyros gezündet. Der Sachschaden beläuft sich auf mehrere Zehntausend Franken», heisst es in der Mitteilung weiter.
Die Stadtpolizei Winterthur war mit einem grösseren Aufgebot von Ort und hat eine 22-jährige und eine 26-jährige Schweizerin und einen 23-jährigen Liechtensteiner, die verdächtigt werden, Sachbeschädigungen begangen zu haben, festgenommen. Während den Verhaftungen kam es zum Einsatz von Reizstoff seitens Polizei.
In liegengelassenen und weggeschmissenen Taschen der Demonstrationsteilnehmenden konnten diverse pyrotechnische Gegenstände und eine Schlagrute sichergestellt werden. (fos)
Aufruf der Polizei
Die Stadtpolizei weist Personen in der Langstrasse an, der Demo fernzubleiben:
Langstrasse abgesperrt
Die Stadtpolizei Zürich hat die Langstrasse komplett abgeriegelt. Laut unseren Reportern halten sich Personen aus der linksautonomen Szene in den Seitengassen der Langstrasse auf.

Polizei steht bereit
An der Ecke Langstrasse/Lagerstrasse bringt sich die Polizei bereits in Stellung. Unter anderem steht ein Wasserwerfer bereit.


Nachdemo angekündigt
In Zürich haben linksautonome Kreise zu einer nicht bewilligten Nach-Demo in der Langstrasse aufgerufen. Seit rund einer Stunde kreist über Zürich ein Polizeihelikopter, der die Lage aus der Luft beobachtet.

Noch ist es auf dem Helvetiaplatz aber ruhig.
20min/jj«Leider gab es ein paar Unbelehrbare»
Adrian Plachesi, Sprecher der Basler Kantonspolizei, zieht eine mehrheitlich positive Bilanz der Kundgebung.
20 MinutenStadtpolizei Zürich zieht Bilanz
Nach Abschluss der offiziellen und bewilligten 1.-Mai-Demonstration mit mehreren Tausend Teilnehmenden hat die Stadtpolizei Zürich Bilanz gezogen: Laut Angaben der Stapo verlief die Demo «ohne grössere Zwischenfälle».
Entlang der Route hätten vermummte Personen der linksautonomen Szene allerdings diverse Sprayereien sowie Farbanschläge verübt und ein Schaufenster beschädigt. Aus diesen Kreisen seien zudem wiederholt Böller und Rauchpetarden gezündet worden.

1. Mai am Sechseläutenplatz
Die meisten Teilnehmenden des 1.-Mai-Umzugs in Zürich haben sich mittlerweile beim Sechseläutenplatz eingefunden. Dort findet die Abschlusskundgebung mit Festwirtschaft und Konzerten statt.
Friedliches Ende in Basel
In Basel ist nun auch der Schwarze Block am Barfüsserplatz angekommen. Hier endet der Demonstrationszug und geht in ein stationäres Festprogramm über. Am Nachmittag spielen hier Bands anlässlich der offiziellen 1.-Mai-Feier der Gewerkschaften und es gibt Reden. Gemäss Organisatoren haben über 2000 Menschen an der bewilligten Kundgebung teilgenommen.

Die Polizei hat sich während der Kundgebung im Hintergrund gehalten und liess auch ein paar Chaoten gewähren, die am Marktplatz eine UBS-Filiale verschmierten und abgesehen von vielen Rauchpetarden eher unauffällig blieben.