Lörrach (D): Zirkusleute attackieren die Polizei – vier Beamte verletzt

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Lörrach (D)Zirkusleute attackieren die Polizei — vier Beamte verletzt

Die Polizei sollte eigentlich einen Lärmstreit zwischen einem Zirkus und Tierrechtsaktivisten schlichten. Während des Einsatzes kam es aber zu tumultartigen Szenen.

Vor einem Zirkus in Lörrach (D) wurden bei einem Polizeieinsatz vier Beamte verletzt. Gemäss bisherigen Erkenntnissen handelte es sich bei den Angreifern um Zirkusleute.
Bereits am 23. Dezember war es in Lörrach zu einem gewalttätigen Zwischenfall gekommen. Dabei soll der Zirkuschef einem Tierrechtsaktivisten einen Kopfstoss verpasst haben.
Nach dem jüngsten Zwischenfall verbleibt ein Polizist dienstunfähig, so das Polizeipräsidium Freiburg. (Symbolbild)
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Vor einem Zirkus in Lörrach (D) wurden bei einem Polizeieinsatz vier Beamte verletzt. Gemäss bisherigen Erkenntnissen handelte es sich bei den Angreifern um Zirkusleute.

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Darum gehts

  • Vier deutsche Polizisten wurden am Mittwochnachmittag bei einem Einsatz verletzt.

  • Sie wurden von Zirkusleuten in Lörrach (D) an der Schweizer Grenze angegriffen.

  • Eigentlich hätte ein Lärm-Streit zwischen dem Zirkus und Tierrechtsaktivisten geschlichtet werden sollen.

Eine Konfrontation zwischen einem Zirkus, Tierrechtsaktivisten und der Polizei ist am Mittwochnachmittag in Lörrach (D) an der Schweizer Grenze eskaliert. Die deutsche Polizei teilte zunächst mit, es sei zu Tumulten bei einer Veranstaltung und einer angrenzenden Versammlung gekommen, bei der vier Polizeiangehörige verletzt wurden, einer davon sei «bis auf weiteres dienstunfähig».

Wie die «Badische Zeitung» berichtet, fand die Auseinandersetzung zwischen Zirkusleuten und der Polizei statt. Demnach beschreibt die anonymisierte Polizeimeldung folgenden Ablauf: Eine Gruppe von Tierrechtsaktivisten demonstrierte vor dem Lörracher Weihnachtszirkus gegen die Zurschaustellung und Haltung von Tieren. Dabei wurde sie vom Zirkus übertönt und rief die Polizei. Der Zirkusdirektor wurde gegen die Patrouille handgreiflich, als diese wegen der Lautstärke der Musikanlage intervenierte und musste zu Boden gebracht werden.

Dies animierte Mitarbeiter des Zirkus offenbar dazu, ihrerseits ebenfalls handgreiflich gegen die Beamten zu werden. Auf einem Video einer Tierrechtsaktivistin ist zu sehen, wie die Polizei attackiert wird — es kursiert auf Facebook und Instagram. Sie wehrte sich mit Pfefferspray und Schlagstöcken. Im Tumult gelang es dann offenbar dem Direktor, sich den Beamten zu entziehen. Letztere mussten dann auch Verstärkung herbeirufen, um die Situation zu bewältigen.

Nicht der erste Zwischenfall

Laut dem Südwestrundfunk (SWR) kam es bereits am 23. Dezember zu einem gewalttätigen Zwischenfall zwischen dem Zirkusdirektor und Tierrechtsaktivisten. Der Zirkuschef habe dabei einem Demonstranten einen Kopfstoss verpasst. Auf den sozialen Medien kursieren auch Videos, die mutmasslich dieses Ereignis zeigen. Gemäss dem SWR-Bericht kommt es im Kreis Lörrach immer wieder zu Protestaktionen gegen Tierhaltung im Zirkus. Allerdings gehe es dabei in der Regel friedlich zu und her. Der nun betroffene Zirkus zeige in seiner Manege Ponys, Pferde und Kamele, so der SWR. 

Anfragen von 20 Minuten zur Stellungnahme beim Zirkus und den Demonstrierenden blieben bisher unbeantwortet.

Bist du oder ist jemand, den du kennst, von sexualisierter, häuslicher, psychischer oder anderer Gewalt betroffen?

Hier findest du Hilfe:

Polizei nach Kanton

Beratungsstellen der Opferhilfe Schweiz

Lilli.ch, Onlineberatung für Jugendliche

Frauenhäuser in der Schweiz und Liechtenstein

Zwüschehalt, Schutzhäuser für Männer

LGBT+ Helpline, Tel. 0800 133 133

Alter ohne Gewalt, Tel. 0848 00 13 13

Dargebotene Hand, Sorgen-Hotline, Tel. 143

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

Beratungsstellen für gewaltausübende Personen

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