Flugdaten werfen Fragen aufLuxus-Bunker im Ural? Neue Gerüchte um Putins und Schoigus Aufenthaltsort
Der russische Präsident Putin sowie ranghohe Militärs sollen die Invasion der Ukraine aus abgelegenen Schutzräumen steuern, obwohl der Kreml zuvor versicherte, Nuklearwaffen nur bei einer «existenziellen Bedrohung Russlands» einzusetzen.
Darum gehts
Nach neusten Erkenntnissen hält sich der russische Präsident derzeit nicht in Moskau auf, sondern hat sich mehr als 2800 Kilometer von der Hauptstadt entfernt in einem Luxus-Bunker verschanzt. Auch sein Verteidigungsminister Sergei Schoigu, dessen längere Abwesenheit zuletzt für Spekulationen sorgte, soll sich in einen Hochsicherheitsbunker zurückgezogen haben, wie «Daily Mail» mit Berufung auf den bulgarischen Investigativ-Journalisten Christo Grosew berichtet. Grosew ist ausserdem Russland-Chef der «Bellingcat»-Gruppe, die weltweit investigativen Journalismus betreibt.
Schoigu-Tochter auf Reisen
Flugdaten von Flugzeugen des russischen Staates weisen darauf hin, dass Schoigu sich in einem Bunker nahe Ufa aufhalten soll, gut tausend Kilometer entfernt von Moskau. Derzeit fliegen laut Grosew fast täglich Maschinen des Kremls in die entlegene Stadt.
Für diese Theorie sprechen auch die Reisedaten von Schoigus Tochter Ksenia, die Ufa am 22. März für drei Tage besuchte. Ksenia sorgte zuletzt international für Schlagzeilen, als sie auf Instagram ein Bild mit ihrem Kind in den ukrainischen Landesfarben postete. Das Instagram-Profil ist mittlerweile nicht mehr öffentlich einsehbar.
Sein Chef Wladimir Putin soll sich noch weiter weg vor allfälligen Gefahren in Sicherheit gebracht haben, wahrscheinlich in Sibirien. Transponder von Regierungs-Jets werden gemäss dem Bellingcat-Journalisten regelmässig über Surgut deaktiviert, von wo aus die Flugzeuge weiter zu ihren geheimen Destinationen fliegen dürften. Grosew vermutet, dass irgendwo in Sibirien eine streng geheime Bunkeranlage für die ranghöchsten Politiker und Militärs des Kremls existiere. In der Vergangenheit gab es bereits Berichte, dass Putin seine Familie in einer Schutzanlage im Altai-Gebirge untergebracht haben soll.
Droht ein nuklearer Erstschlag?
Der Rückzug ranghoher Militärs in Schutzbunker lässt die Angst auf einen russischen Nuklearwaffen-Einsatz erneut ansteigen. Im Falle eines atomaren Erstschlags müssten solchen Massnahmen bereits vor dem Angriff getroffen werden, da Vergeltungsschläge wahrscheinlich sind. In der Vergangenheit hatte der russische UN-Botschafter Dmitri Poljanski bereits gewarnt, dass Putin das Recht habe, atomare Waffen einzusetzen, falls Russland von der Nato provoziert würde. Auch Putins Sprecher Dmitri Peskow machte vor einigen Tagen klar, dass Russlands Kriegsstrategie in Ausnahmefällen durchaus auch den Einsatz von Atomwaffen umfasse.