IT-MillionärLuxus-Villa genügte neuem Schloss-Besitzer nicht
Der neue Besitzer des Märchenschlosses in Salenstein TG besitzt schon eine Luxusvilla in Vitznau LU: Diese erfülle seine Wünsche nicht, so der IT-Millionär.
Es ist eine der imposantesten Immobilien der Schweiz: Nun ist das Märchenschloss Eugensberg in Salenstein TG ist verkauft worden. Käufer ist der Deutsche Christian Schmid (38), der schon länger in der Schweiz lebt. Schmid will mit seiner Frau in den nächsten Jahrzehnten im Schloss leben. «Wir werden das Schloss ausschliesslich als privaten Wohnsitz nutzen», sagt Schmid auf Anfrage. «Dafür sind noch einige Sanierungsmassnahmen nötig, aber wir hoffen, in spätestens zwei Jahren einziehen zu können», so der neue Schlossbesitzer.
Nicht alle Wünsche am Vitznau zu erfüllen
«Der Verkaufsprozess hat zwar etwas länger gedauert, als wir ursprünglich angenommen und gehofft hatten. Das lag aber gerade daran, dass die Verkäuferschaft so grossen Wert auf eine korrekte und sorgfältige Abwicklung gelegt hat.» Der Kontakt mit den Behörden – etwa bezüglich Denkmalschutz und Archäologie – sei erfreulich verlaufen.
Er wolle es mit Inventar und jetzigem Bestand unterhalten und dem Schloss eine ruhige, sichere und langfristige Zukunft zu gewährleisten. Schmid besitzt auch eine Villa in Vitznau am Vierwaldstättersee. Die sogenannte Villa Margaritha hatte er 2013 erworben.
Diese steht nun wieder zum Verkauf, wie Schmid sagt: «Die Villa in Vitznau hatten wir damals mit dem Gedanken erworben, dorthin umzuziehen. Allerdings hat sich dann bald herauskristallisiert, dass wir dort nicht alle unsere Wünsche verwirklichen können», so Schmid. «In Eugensberg hingegen sind diese zum grössten Teil sogar jetzt schon erfüllt. Deshalb steht die Villa Margaritha derzeit zum Verkauf.»
Käufer ist Gründer von Rapidshare
In Vitznau hätte es das Ehepaar aber auch schon recht luxuriös gehabt. Zum Anwesen Margaritha mit direktem Seeanstoss gehören auch Wellnessanlage, Bootssteg, Bootshaus, und Privatstrand.
Schmid ist 2006 aus Deutschland in die Schweiz gezogen, wie die «Bilanz» berichtete. Reich wurde er in der IT-Branche: Schmid ist Gründer des Datenaustauschservices Rapidshare, der 2004 startete. Durch den Sharing-Dienst mit Sitz in Baar wurde der Datenaustausch im Internet vereinfacht. Nicht einmal zwei Jahre später habe Schmid bereits 17 Millionen Franken Einkommen versteuert, so die «Bilanz» weiter.
Auch Schloss in Tübingen soll ihm gehören
Immer mehr habe Rapidshare mit Missbrauch durch Raubkopierer zu kämpfen gehabt. Das Anwerben neuer Kundengruppen sowie ein immer härterer Konkurrenzkampf hätten dem Dienst zunehmend Schwierigkeiten bereitet. 2015 schliesslich war Schluss. Wie der «Blick» schreibt, laufe in Zug ein Strafverfahren gegen Schmid und seine Ehefrau, die auch bei Rapidshare angestellt gewesen sei. Es gehe dabei «um gewerbsmässige Gehilfenschaft zu Widerhandlungen gegen das Urheberrechtsgesetz».
Laut dem «Schwäbischen Tagblatt» hatte Schmid seither mehrere Firmen gegründet, die aber teilweise wieder den Betrieb einstellten. 2014 hatte Schmid auch das Schloss Roseck im deutschen Tübingen gekauft, berichtet das Blatt weiter.
Aussichtsplattform bleibt öffentlich
Wie viel Schmid für sein neues Anwesen in Salenstein TG bezahlt hat, ist unklar. Der Mindestpreis betrug 35 Millionen Franken. Das Hauptgebäude war vor fast 200 Jahren von Napoleon Bonapartes Stiefsohn erbaut worden. Dazu gehören der Park, der Wald, das Landwirtschaftsland mit Gutshof, der Weiler, die Burg Sandegg und das Badehaus am Untersee.
Der Wanderweg über die Sandegg und die Aussichtsplattform soll Wanderern weiterhin zugänglich sein: «Die Aussichtsplattform wird nach den nötigen Sanierungsmassnahmen wieder für die Öffentlichkeit zugänglich sein, natürlich ohne Eintrittsgeld», sagt Schmid.