Italien geht nach Tod von 10-Jähriger gegen Tiktok vor

Aktualisiert

Blackout ChallengeItalien geht nach Tod von 10-Jähriger gegen Tiktok vor

Im italienischen Palermo starb ein zehnjähriges Mädchen, weil es an der gefährlichen Blackout Challenge auf Tiktok mitgemacht hat. Nun sperren die Behörden den Zugang für alle Userinnen und User, deren Alter nicht nachgewiesen ist.

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Ein Mädchen starb wegen einer Tiktok-Challenge. (Symbolbild)

Ein Mädchen starb wegen einer Tiktok-Challenge. (Symbolbild)

20min

Darum gehts

  • Das Mädchen nahm an der sogenannten «Blackout Challenge» teil. Dabei habe sie sich einen Gürtel um den Hals gelegt.

  • Die Staatsanwaltschaft von Palermo ermittelt nun wegen «Anstiftung zum Selbstmord»

  • Italien sperrte daraufhin den Zugang zu Tiktok für User, deren Alter nicht nachgewiesen ist.

Nach dem Tod einer 10-Jährigen bei einer sogenannten Challenge auf der Videoplattform Tiktok, hat Italien den Zugang zu Tiktok für Nutzer gesperrt, deren Alter nicht zweifelsfrei nachgewiesen ist. Dieser Schritt gelte vorerst bis zum 15. Februar, erklärte die Datenschutzbehörde am Freitagabend.

Die Entscheidung sieht vor, dass die chinesische Videoplattform Nutzern, die ihr Alter nicht nachweisen können, kein Konto mehr einrichten darf. Wenige Stunden zuvor war der Tod einer Zehnjährigen aus dem sizilianischen Palermo bekannt geworden, die auf Tiktok an der «Blackout Challenge» teilgenommen hatte, bei der es darum geht, sich selbst möglichst lange die Luft abzuschnüren.

Mindestalter für Tiktok ist 13 Jahre

Obwohl Tiktok für seine Nutzer ein Mindestalter von 13 Jahren vorschreibe, habe das Unternehmen die Mitgliedschaft des Kindes nicht verweigert, betonte die Datenschutzbehörde.

Die kleine Antonella hatte sich am Mittwoch im Badezimmer eingeschlossen und sich selbst mit dem Handy dabei gefilmt, wie sie sich mit dem Bademantelgürtel die Luft abschnürte. Ihre kleine Schwester hatte sie bewusstlos gefunden. Obwohl die Zehnjährige sofort in ein Kinderkrankenhaus gebracht wurde, überlebte sie nicht.

«Wie kann ich damit fertig werden?»

Antonellas Eltern sagten der Zeitung «La Repubblica», eine weitere, ein Jahr jüngere Schwester der Zehnjährigen, habe ihnen erklärt, dass Antonella das «Erstickungsspiel» gespielt habe. «Wir hatten davon keine Ahnung», sagte der Vater. Er sei davon ausgegangen, dass sich seine Tochter auf Tiktok Tanz-Choreographien und andere Videos anschaue. «Meine Tochter, meine kleine Antonella, stirbt wegen eines extremen Spiels auf Tiktok: Wie kann ich damit fertig werden?», klagte der Vater.

Die Staatsanwaltschaft von Palermo leitete Ermittlungen wegen «Anstiftung zum Selbstmord» ein. Antonellas Handy wurde beschlagnahmt.

Tiktok, das in Europa von rund 100 Millionen Menschen genutzt wurde, veröffentlichte eine Stellungnahme zu dem tragischen Vorfall. «Die Sicherheit der Tiktok-Gemeinschaft ist unsere absolute Priorität», versicherte die chinesische Videoplattform. Sie sei jederzeit bereit, bei den Ermittlungen zu Antonellas Tod mit den Behörden zusammenzuarbeiten.

Jedes Jahr gibt es Unfälle, wenn sich Kinder selbst bis zur Ohnmacht die Luft abdrücken, weil sie sich davon starke Empfindungen versprechen. Auch Todesfälle kommen dabei immer wieder vor.

Hast du oder jemand, den du kennst, ein Kind verloren?

Hier findest du Hilfe:

Kindsverlust.ch, Tel. 031 333 33 60

Himmelskind.ch, für Akuthilfe und Trauerbegleitung

SIDS, nach plötzlichem Kindstod

Verein Regenbogen, Hilfe für trauernde Familien

Mein-Sternenkind.ch, für Väter

Lifewith.ch, für betroffene Geschwister

Seelsorge.net, Angebot der reformierten und katholischen Kirche

Muslimische Seelsorge, Tel. 043 205 21 29

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Pro Juventute, Tel. 147

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