Amoklauf in Belgrad: «Meine Schwester ging bis vor einem Jahr an diese Schule»

Publiziert

Tiefe Trauer in Serbien«Meine Schwester ging bis vor einem Jahr an diese Schule»

In der serbischen Hauptstadt Belgrad kam es am Mittwochmorgen zu einem Amoklauf – ein 13-Jähriger soll neun Menschen erschossen haben. 20 Minuten war vor Ort.

In Belgrad sitzt der Schock tief. Am Mittwochnachmittag versammelten sich dutzende trauernde Menschen vor der Schule und legten Kerzen und Blumen nieder. Eine 20-Minuten-Reporterin war vor Ort.

20min

Darum gehts

  • In der serbischen Hauptstadt Belgrad sind am Mittwochmorgen in einer Schule Schüsse gefallen.

  • Dabei wurden neun Menschen getötet.

  • Der mutmassliche Täter ist ein 13-jähriger Schüler.

  • Am Mittwochnachmittag legten Schülerinnen und Schüler vor dem Schulhaus Blumen und Kerzen nieder.

  • Aleksa (16) und Mihajlo (17), zwei Schüler aus einer nahe liegenden Schule, sind schockiert und fühlen sich nicht mehr sicher.

Nach dem Amoklauf an einer Belgrader Schule mit neun Toten ist die Trauer gross. Jugendliche und Familien mit Kindern stehen vor der Schule, einige weinen. Schülerinnen und Schüler legen Kerzen und Blumen nieder, wie eine 20-Minuten-Reporterin vor Ort berichtet.

Unter den Anwesenden sind auch Mihajlo (17) und Aleksa (16). Die beiden gehen auf eine nahe gelegene Oberstufenschule. Sie sind schockiert über die Tat: «Meine Schwester ging bis vor einem Jahr noch auf diese Schule», erzählt Aleksa.

Mihajlo (17, links) und Aleksa (16) waren ebenfalls vor der Schule, um ihre Anteilnahme zu bekunden. «Es ist scheusslich, dass so etwas an einer Primarschule geschehen ist», sagt Aleksa gegenüber 20 Minuten.
Schülerinnen und Schüler legten, umgeben von Polizei und Medienschaffenden, Blumen und Kerzen für die neun Toten nieder.
In dieser Primarschule starben am Mittwoch acht Kinder und eine Wachperson.
1 / 3

Mihajlo (17, links) und Aleksa (16) waren ebenfalls vor der Schule, um ihre Anteilnahme zu bekunden. «Es ist scheusslich, dass so etwas an einer Primarschule geschehen ist», sagt Aleksa gegenüber 20 Minuten.

20min/jas

«Was er getan hat, ist unverzeihlich»

«Es ist scheusslich, dass so etwas an einer Primarschule geschehen ist», so Aleksa. Er hoffe, dass der Täter in ein Jugendgefängnis komme und nie wieder auf freien Fuss gesetzt werde: «Was er getan hat, ist unverzeihlich. Der Vater des Täters nahm ihn, seit er zwölf Jahre alt ist, immer mit auf den Schiessstand», so Aleksa.

Ersten Medienberichten zufolge sei der mutmassliche Täter 14 Jahre alt. Gemäss neueren Berichterstattungen scheint nun aber klar, dass der Todesschütze erst 13 Jahre alt ist. Der Schüler wurde bereits kurz nach der Tat von der Polizei festgenommen. Auch sein Vater wurde am Mittwochnachmittag von der Polizei abgeführt, wie eine 20-Minuten-Reporterin vor Ort berichtet.

Am Mittwochnachmittag wurde der Vater des mutmasslichen Täters von der Polizei abgeführt. Ihm soll die Pistole gehört haben, mit der sein Sohn neun Menschen getötet haben soll.

20min

Schüchtern, aber höflich

Der mutmassliche Täter soll mit seiner Mutter, seinem Vater und seiner jüngeren Schwester in einer Wohnung unweit der Schule gelebt haben. Der 13-Jährige sei schüchtern gewesen und die gesamte Familie sehr höflich, erzählen Nachbarn. 

Gemäss Polizei kam es am Mittwochmorgen um acht Uhr zum Amoklauf. Dabei wurden acht Kinder, darunter sieben Mädchen und ein Junge, sowie ein Mitglied des Wachpersonals getötet. Sechs weitere Kinder und Lehrer wurden verletzt. Die serbische Regierung hat eine dreitägige Staatstrauer ausgerufen. 

Trauerst du oder trauert jemand, den du kennst?

Hier findest du Hilfe:

Dargebotene Hand, Sorgen-Hotline, Tel. 143

Seelsorge.net, Angebot der reformierten und katholischen Kirchen

Muslimische Seelsorge, Tel. 043 205 21 29

Jüdische Fürsorge, info@vsjf.ch

Lifewith.ch, für betroffene Geschwister

Verein Regenbogen Schweiz, Hilfe für trauernde Familien

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

Pro Senectute, Beratung älterer Menschen in schwierigen Lebenssituationen

Keine News mehr verpassen

Mit dem täglichen Update bleibst du über deine Lieblingsthemen informiert und verpasst keine News über das aktuelle Weltgeschehen mehr.
Erhalte das Wichtigste kurz und knapp täglich direkt in dein Postfach.

Deine Meinung zählt