Geheimdienste: Russland plant Sabotagen in ganz Europa

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Menschen und InfrastrukturGeheimdienste warnen: Russland plant Anschläge in ganz Europa

Nach Informationen europäischer Geheimdienste planen Agenten des Kremls verdeckte Bombenanschläge, Brandstiftungen in Europa – ohne Angst vor zivilen Opfern.

Am 5. Mai 2024 veröffentlichte die «Financial Times» einen erschütternden Bericht: Mit Berufung auf Geheimdienstmitarbeitende warnt die britische Zeitung, dass Russland Anschläge in ganz Europa plane.
Moskau habe bereits begonnen, «im Geheimen Bombenanschläge und Brandanschläge aktiver vorzubereiten, um die Infrastruktur auf europäischem Territorium direkt und indirekt zu beschädigen», so die FT.
Der Kreml habe dabei offenbar auch kein Problem damit, zivile Opfer in Kauf zu nehmen.
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Am 5. Mai 2024 veröffentlichte die «Financial Times» einen erschütternden Bericht: Mit Berufung auf Geheimdienstmitarbeitende warnt die britische Zeitung, dass Russland Anschläge in ganz Europa plane.

IMAGO/SNA

Darum gehts

  • Russland soll Angriffe auf ganz Europa planen.

  • Das schreibt am Sonntag die «Financial Times» mit Verweis auf diverse Geheimdienstquellen.

  • Bereits in den letzten Wochen waren mehrere Spionage- und Sabotageakte in Europa vermeldet worden.

Europäische Geheimdienste haben ihre Regierungen gewarnt, dass Russland «gewalttätige Sabotageakte auf dem gesamten Kontinent» vorbereitet, ohne sich um mögliche zivile Opfer zu sorgen. Das schreibt die «Financial Times» in ihrer Sonntagsausgabe. Das britische Medium beruft sich dabei auf Mitarbeitende diverser Geheimdienste.

Den Quellen zufolge lasse sich der Kreml damit auf einen dauerhaften Konflikt mit dem Westen ein. Russland habe bereits begonnen, «im Geheimen Bombenanschläge und Brandanschläge aktiver vorzubereiten, um die Infrastruktur auf europäischem Territorium direkt und indirekt zu beschädigen, offenbar ohne Angst vor zivilen Opfern», so die FT.

«Risiko deutlich erhöht»

Russische Agenten haben in den letzten Jahren sporadisch Anschläge in Europa verübt, doch nach Einschätzungen aus drei verschiedenen europäischen Ländern sollen sich die Beweise für eine aggressivere und konzertierte Aktion häufen, heisst es weiter.

«Wir gehen davon aus, dass das Risiko staatlich gesteuerter Sabotageakte deutlich erhöht ist», warnte der deutsche Verfassungsschutz-Präsident Thomas Haldenwang. Russland scheine sich nun damit wohl zu fühlen, Operationen auf europäischem Boden «mit hohem Schadenspotenzial» durchzuführen, hatte Haldenwang kürzlich auf einer Sicherheitskonferenz gesagt. Auch das französische Verteidigungsministerium warnte vor einigen Monaten vor möglichen Sabotageangriffen Russlands auf Militärstandorte.

Bereits mehrere Sabotageakte gemeldet

Erst vor über zwei Wochen waren in Bayreuth zwei Männer unter dem Verdacht der Spionage für Russland festgenommen worden. Die Deutsch-Russen hätten Anschlagsziele mit Blick auf die Militärhilfe für die Ukraine ausgekundschaftet, darunter Einrichtungen der US-Streitkräfte, teilte die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe damals mit. Bundesaussenministerin Annalena Baerbock liess kurz danach wegen des Falls den russischen Botschafter ins Auswärtige Amt einbestellen.

Nicht der einzige Fall: Ende April wurden in Grossbritannien zwei Männer angeklagt, in einem Lagerhaus mit Hilfslieferungen für die Ukraine einen Brand gelegt zu haben. Die britische Justiz wirft den Tatverdächtigen vor, für die russische Regierung zu arbeiten. In Schweden untersuchen Sicherheitsdienste derzeit eine Reihe von Zugentgleisungen, bei denen sie vermuten, dass es sich um Sabotageakte handelt.

«Die offensichtliche Schlussfolgerung ist, dass die russischen Aktivitäten wirklich zugenommen haben», sagt nun Keir Giles, Senior Consulting Fellow bei der britischen Denkfabrik Chatham House.

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