Häusliche Gewalt«Nachfrage stark zugenommen» – Zürich hat ab sofort ein Männerhaus
Das im Februar eröffnete Männerhaus in Zürich bietet Platz für neun Schutzbedürftige.
Darum gehts
Der Verein Zwüschehalt hat in Zürich ein Männerhaus eröffnet. Nach Bern und Luzern ist es der dritte Standort in der Schweiz, in dem männliche Opfer von häuslicher Gewalt Schutz finden. «Die Nachfrage für Häuser, in denen betroffene Männer einen Zufluchtsort finden können, nimmt stark zu», sagt Gregor Faust, Traumatherapeut und Leiter des Männerhauses Zürich. Er selbst habe das bei seiner täglichen Arbeit mit Betroffenen bemerkt und sich stark für die Eröffnung eines weiteren Männerhauses eingesetzt.
Das Haus in Zürich konnte im Februar bezogen werden. Es bietet Platz für bis zu neun Personen und ist auch auf die Unterstützung von Vätern mit Kindern eingerichtet. Kinder sind dort auch am Wochenende im Rahmen des Besuchsrechts willkommen. Aktuell sind zwei Plätze belegt, so Faust. Die genaue Adresse gibt der Traumatherapeut nicht bekannt: «Das machen wir aus Sicherheitsgründen nicht. Betroffene können sich aber jederzeit bei uns melden und wir bringen sie dann dorthin.»
Laut Faust erhält der Verein weder vom Bund noch von den Kantonen finanzielle Unterstützung und ist deshalb auf Spenden und Mitgliederbeiträge angewiesen. Die Häuser werden von Fachpersonen geleitet. Weitere Standorte sind in Planung.
Bist du oder ist jemand, den du kennst, von sexualisierter, häuslicher, psychischer oder anderer Gewalt betroffen?
Hier findest du Hilfe:
Polizei nach Kanton
Beratungsstellen der Opferhilfe Schweiz
Lilli.ch, Onlineberatung für Jugendliche
Frauenhäuser in der Schweiz und Liechtenstein
Zwüschehalt, Schutzhäuser für Männer
LGBT+ Helpline, Tel. 0800 133 133
Alter ohne Gewalt, Tel. 0848 00 13 13
Dargebotene Hand, Sorgen-Hotline, Tel. 143
Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147
Beratungsstellen für gewaltausübende Personen