Trotz Nahost-KriseBenzinpreis so tief wie seit drei Jahren nicht mehr
Seit dem Ukraine-Krieg stiegen die Preise ohne Ende. Nun können Autofahrerinnen und Autofahrer wieder sparen. Bleifrei 95 kostet teilweise weniger als 1.56 Franken.
Benzinpreis: Darum gehts
Benzin- und Dieselpreise in der Schweiz sind aktuell so tief wie seit November 2021 nicht mehr.
Unsicherheiten im Nahen Osten haben den Rohölpreis zwar kurzfristig erhöht, aber die langfristige Auswirkung bleibt gering.
Der Preis für ein Fass Rohöl liegt bei 72 Dollar, angetrieben durch eine schwache Nachfrage in der Industrie.
Gute Nachrichten für Autofahrerinnen und Autofahrer: Benzin und Diesel sind derzeit so günstig wie lange nicht. «So tief waren die Preise seit November 2021 in der Corona-Krise nicht mehr», sagt ein Tankstellenbetreiber zu 20 Minuten.
Freust du dich über die aktuell tiefen Spritpreise?
TCS-Sprecherin Vanessa Flack bestätigt das Dreijahrestief auf Anfrage. Damals habe der Ukraine-Krieg die Preise hochgetrieben. Derzeit kostet ein Liter Bleifrei 95 noch 1.72 Franken, ein Liter Bleifrei 98 noch 1.83 Franken und Diesel 1.80 Franken.
Bleifrei für 1.559 Franken
Bei den einigen Tankstellen kostet der Sprit noch weniger: «Unser tiefster Preis bei Ruedi Rüssel ist zur Zeit 1.559 für das Bleifrei und 1.609 für den Diesel. Damit sehen wir so tiefe Preise, wie schon lange nicht mehr», sagt Ramon Werner, CEO der Ruedi-Rüssel-Mutterfirma Volenergy.

Bei Ruedi Rüssel gibt es jetzt Benzin schon ab weniger als 1.60 Franken pro Liter.
20min/Michael ScherrerBei den Ecostop-Tankstellen gibt es den Liter Bleifrei 95 ab 1.59 Franken, Bleifrei 98 ab 1.65 Franken und Diesel ab 1.66 Franken, wie Verkaufsleiter Dany Gaberthüel sagt.
Allerdings sei die Volatilität an den Märkten enorm: «Als diese Woche die ersten Raketen von Iran Richtung Israel abgefeuert wurden, ist der Rohölpreis innert Minuten sprunghaft angestiegen. Man spürt die unsichere Lage auf der Welt und ich wäre nicht überrascht, wenn wir auch wieder einen Preissprung nach oben an den Tankstellen sehen würden», sagt Werner.
5 Prozent mehr seit Irans Angriff
ZKB-Chefstratege Manuel Ferreira spricht hingegen nur von begrenzten Auswirkungen. Seit den israelischen Bodentruppen im Libanon und den Raketenangriffen von Iran auf Israel auf die globalen Handelsströme sei der Rohölpreis um 5 Prozent gestiegen.

ZKB-Experte Manuel Ferreira sagt, ein Wiederansteigen der Energiepreise sei nicht zu sehen.
ZKB/Andreas Guntli/www.grund.photoDer Anstieg reflektiere aber lediglich die Angst, dass das Ölangebot aus dem Iran wegfällt. Zwar sei denkbar, dass Israel Vergeltungsaktionen auf den Iran ausüben werde. Aber keine der Grossmächte habe Interesse an einer weiteren Stufe der Eskalation. Ein Wiederansteigen der Energiepreise und damit der Inflation sei somit nicht zu sehen.

Iran sei ein wichtiger Energieexporteur. Bis zu vier Prozent der weltweiten Erdölproduktion und Rohölexporte entfallen auf die islamische Republik. Allerdings gehe der grösste Teil davon nach Asien, weshalb die direkte Abhängigkeit westlicher Staaten gering sei. Dies reduziere das Risiko, eines abrupten, umfassenden Importstopps.
Rohöl zum Tiefpreis
«Die Angebotsströme sind nach wie vor intakt. Zudem litt der Ölpreis zuletzt an einer konjunkturell bedingten Nachfrageschwäche», so Ferreira. Die Flaute in der Industrie hält die Nachfrage tief.
So ist der Rohstoff Öl immer noch vergleichsweise tief. Der Preis für ein Fass Rohöl der Nordseesorte Brent fiel im September erstmals seit 2021 zwischenzeitlich unter die Marke von 70 US-Dollar. Derzeit liegt der Preis bei 72 Dollar.

Folgst du 20 Minuten Wirtschaft auf Whatsapp?
Hier kriegst du die aktuellsten News aus der Wirtschaftswelt und die heissesten Updates zu Konsumententhemen direkt auf dein Handy.