Nati-StarAlisha Lehmann, können Sie noch unerkannt auf die Strasse?
In Estepona, Spanien, trainiert derzeit die Schweizer Frauen-Nati. Alisha Lehmann spricht über die neue Trainerin, Aston Villa und ihre Fans.
Darum gehts
Alisha Lehmann schwärmt von der neuen Nati-Trainerin Pia Sundhage.
Auch spricht der Nati-Star über seine Rolle bei Aston Villa und den Frauenfussball in England.
Von der Heim-EM 2025 erwartet Lehmann viel.
Alisha Lehmann, wie waren die ersten Trainings unter Neu-Trainerin Pia Sundhage?
Es sind erst zwei Tage vergangen, da kann man noch nicht so viel sagen. Aber wir sind froh, ist sie hier. Sie hat sehr viel Erfahrung, mit der sie uns helfen kann. Sie wird uns pushen, damit wir auf dem besten Level performen können.
Was ist der grösste Unterschied von Sundhage zu Ex-Trainerin Inka Grings?
Sie ist jemand, der uns pushen und das geben will, was wir brauchen, um das Bestmögliche aus uns herauszuholen. Ich nehme schon eine grosse Veränderung wahr, auch im taktischen Bereich.
Werden Sie als Fussballerin unterschätzt, weil Sie nebenbei noch so viele andere Dinge tun?
Es ist nicht mehr so schlimm wie auch schon. Ich spiele nun seit sechs Jahren in England, die Menschen haben mitbekommen, dass ich Fussballprofi bin.

Alisha Lehmann ist bei Aston Villa nicht mehr die einzige Schweizerin.
IMAGO/Sports Press PhotoWas bedeutet das für Sie, wenn die Menschen Sie immer mehr als Fussballerin wahrnehmen?
Das ist gut, dass sie es endlich verstanden haben, dass ich ein Profi bin. Ich habe mit sechs Jahren begonnen und nun bin ich 25. Ich habe nun das Gefühl, dass es bei den Leuten angekommen ist.
Bei Aston Villa spielen Sie mit Nati-Kollegin Noelle Maritz zusammen. Sind Sie ein Mitgrund, dass Sie nun gemeinsam in einem Team spielen?
Ja klar, ich habe sie gebeten: «Komm doch bitte.» Wir können sie gut gebrauchen, sie ist eine gute Fussballerin und sie ist auch froh, bei uns zu sein. Ich auch, denn ich habe im Ausland noch nie mit einer Schweizerin zusammengespielt.
Sie hatten mit ihr noch eine WG zu Beginn. Wie war das?
Das war die ersten vier Wochen so, das war cool, ich habe mich sehr gefreut. Ich bin jemand, die nicht gern allein ist, da war das umso besser. Wir kochten und redeten viel zusammen.

Anfang Jahr feierte Alisha Lehmann ein Liebes-Comeback mit dem Brasilianer Douglas Luiz.
InstagramWas bedeutet es Ihnen, dass Ihr Freund Douglas Luiz dasselbe tut und im gleichen Club aktiv ist?
Das ist sehr angenehm (lacht).
Es gab einen neuen Zuschauerrekord in England – wie erleben Sie die Begeisterung für den Frauenfussball?
In England ist es sehr toll, wie der Frauenfussball wächst. Viel mehr Leute sehen, wie es vorwärtsgeht. Wir haben Topspiele jede Woche. Es ist so cool, dass so viele Menschen uns unterstützen. Wir müssen schauen, dass das in der Schweiz auch passiert.
Was muss dafür passieren? Kann die Heim-EM dabei eine Hilfe sein?
Mit der EM wird sich in der Schweiz sicher etwas verändern – oder ich hoffe das zumindest. Der Frauenfussball muss in der Schweiz gepusht werden. Wir sind noch nicht da, wo wir sein wollen.
Wie ist Ihre Verbindung zu den Fans von Aston Villa?
Wir sind bei Aston Villa sehr nahe bei den Fans, es kommen auch viele an die Auswärtsspiele. Auf der Strasse wird man auch mal angesprochen, das gehört dazu. Wir wollen ja auch, dass die Menschen uns erkennen und dann sich die Matches anschauen.
Können Sie noch unerkannt durch die Strassen gehen oder wird es auch mal mühsam?
Wenn ich ehrlich bin, gehe ich nicht viel aus. Nach dem Training gehe ich nach Hause, um zu schlafen. Wenn ich rausgehe, sind die Menschen aber anständig und behandeln uns mit Respekt.

Alisha Lehmann sagt: «Wenn ich rausgehe, sind die Menschen anständig.»
Daniela Porcelli/freshfocusWie bewerten Sie Ihr vergangenes Nati-Jahr?
Ich schaue nie zurück, ich schaue nur in die Zukunft. Nun haben wir jemand Neues und ich freue mich auf diese Zeit. Die Vergangenheit kann man nicht mehr ändern.
Wie sehen Ihre Ziele und Rolle in der Nati bis zur Heim-EM aus?
Wir müssen schauen, dass wir topfit sind. Wir müssen uns so gut vorbereiten wie nur möglich. Es ist ein Turnier im eigenen Land, wer wird da nicht spielen wollen, mit dem Schweizer Kreuz auf der Brust? Das ist das Beste, was einem im Fussball passieren kann. Wir müssen uns alle klar werden, dass das ein Riesending ist.
Und Ihre Rolle bei Aston Villa?
In England bin ich sehr zufrieden, wir haben ein gutes Team und einen guten Staff, ich bin sehr glücklich.
Das Interview wurde im Rahmen einer Medienrunde aufgezeichnet.
Ist Pia Sundhage die richtige Trainerin für die Frauen-Nati?
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