Vorsicht Falle«Netter Versuch, aber die Migros verschenkt keine Bitcoins»
«Schicke uns ein Bitcoin und du erhältst zwei zurück», heisst es in einem Flyer, der angeblich die Migros an Kunden aus der Ostschweiz geschickt haben soll. Dass es sich um einen Betrug handelt, wird den meisten sofort bewusst.
Darum gehts
Ein Brief mit offensichtlichem Betrugsversuch landet in den Briefkästen vieler Ostschweizerinnen und Ostschweizer.
Im Namen der Migros Genossenschaft wollen Unbekannte die Empfängerinnen und Empfänger um Bitcoins betrügen.
Die Migros hat nach ihrem internen Phishing-Prozess bereits erste Schritte eingeleitet.
Bislang ist noch niemand auf die Masche hereingefallen.
Die Migros verschenkt Bitcoins? Das ist fast zu schön, um wahr zu sein – und das ist es auch. Im Rheintal melden diverse Personen auf Social-Media-Kanälen, dass sie einen Flyer mit einem Betrugsversuch im Namen der Migros Genossenschaft in ihren Briefkästen gefunden haben.
Die Migros soll 100 Bitcoins zu verschenken haben, was zum heutigen Stand einen Wert von etwa 4,7 Millionen Franken beträgt. «Schicken Sie einen Betrag zwischen 0.01 und fünf Bitcoin ein und erhalten Sie das doppelte zurück», heisst es in diesem Brief. Umgerechnet zum aktuellen Kurs wären das Beträge von 474 bis 237’002 Franken.
Den Braten gerochen
«Netter Versuch» und «Vielen Dank für den Lacher», schreiben Nutzerinnen und Nutzer unter den Facebook-Post, in dem auf den Betrug aufmerksam gemacht wurde. Die Community glaubt dem Text kein Wort: «Wer sich ein bisschen mit Bitcoins auskennt, wird den Braten sofort riechen», schreibt eine Frau. Aber auch andere Fehler, wie zum Beispiel der Gebrauch des deutschen «ß» weisen auf einen Betrug hin. «Ich kenne mich nicht mit Bitcoins aus aber alleine die Tatsache, dass sie den Brief mit ‹eure Migros› anstatt ‹Ihre Migros› beendeten, macht einen stutzig», schreibt eine Nutzerin.
Noch niemand darauf reingefallen
Die Migros Schweiz ist über den Betrugsversuch informiert. Da dies nicht der erste Phishing-Versuch ist, hat das Unternehmen bereits die nötigen Schritte dazu eingeleitet und steht mit Spezialisten und Spezialistinnen der Branche und der Cyber-Crime-Units der Polizei und des Bundes in Kontakt, wie die Migros auf Anfrage mitteilt.
«Die angegebene Bitcoin-Adresse wurde bislang nicht verwendet, es scheint somit noch niemand darauf reingefallen zu sein», schreibt Christina Maurer, Mediensprecherin der Migros-Genossenschafts-Bund auf eine Anfrage von 20 Minuten. Wichtig zu wissen sei, dass bei der Migros für Gewinnspiele nie Zahlungsinformationen hinterlegt werden müssen.
«Uns ist diese Betrugsmasche bekannt, doch in Zusammenhang mit der Migros sehe ich das zum ersten Mal», sagt Polizeisprecher Hanspeter Krüsi. Die Kantonspolizei St. Gallen hat bislang noch keine Anzeige erhalten. «Die Migros hat natürlich einen guten und ehrlichen Ruf, da besteht grosses Betrugspotenzial», sagt Krüsi und rät, diese Meldungen zu ignorieren.
Bist du oder ist jemand, den du kennst, von Cybercrime betroffen?
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