97 Tote nach Flugzeugabsturz in Wohngebiet

Aktualisiert

Pakistan97 Tote nach Flugzeugabsturz in Wohngebiet

In Pakistan ist ein Passagierflugzeug in einem Wohngebiet abgestürzt. Laut Behörden gibt es mindestens zwei Überlebende.

In einem Wohngebiet nahe der pakistanischen Stadt Karatschi ist ein Passagierflugzeug mit knapp 100 Personen abgestürzt.

20 Minuten

Darum gehts

  • In Pakistan ist ein Flugzeug abgestürzt.
  • Die Passagiermaschine der Pakistan International Airline stürzte über einem Wohngebiet ab.
  • An Bord waren 91 Passagiere und 8 Mitglieder der Crew.
  • Mindestens zwei Personen sollen den Crash überlebt haben
  • 15 Personen, die sich zum Zeitpunkt des Absturzes im Wohngebiet befanden, mussten ins Spital eingeliefert werden.

Bei dem Absturz der Passagiermaschine in einem Wohngebiet in Pakistan sind 97 der 99 Insassen ums Leben gekommen. Dies bestätigte eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums der Provinz Sindh am Samstag. Zwei Menschen hätten den Absturz überlebt. Am Freitag war zunächst von drei Überlebenden die Rede, weil fälschlicherweise eine verletzte Anwohnerin des Absturzortes zu den Passagieren gezählt wurde.

Die Rettungsarbeiten dauerten nach dem Absturz in der Nähe des Flughafens von Karatschi in den frühen Morgenstunden an. Kurz vor dem Absturz habe der Pilot dem Tower technische Probleme der Maschine gemeldet, sagte PIA-Chef Arshad Malik am Freitag. Funksprüche deuteten auf ein Versagen eines Triebwerks der Maschine hin. Augenzeugen berichteten lokalen Fernsehsendern, dass sie das Flugzeug um den Flughafen kreisen sahen, bevor es in dem Wohngebiet abstürzte.

Fernsehaufnahmen zeigten eine dichte, schwarze Rauchwolke. Krankenwagen fuhren zur Absturzstelle. Das Militär und die Polizei sperrten das als «Model Colony» bekannte Gebiet rund zwei Kilometer entfernt von der Landebahn ab. Bewohner eilten zur Hilfe und suchten in der Verwüstung nach Überlebenden. Trümmer zerstörter Häuser und Flugzeugteile waren in den engen Strassen verteilt. Kurz vor dem Absturz habe der Pilot dem Tower technische Probleme der Maschine berichtet, sagte PIA-Chef Arshad Malik.

Unglücksursache unklar

Auch die Absturzursache war zunächst unklar. Der Pilot soll kurz zuvor einen Ausfall beider Triebwerke per Funkspruch gemeldet haben. Die Maschine mit 99 Menschen an Bord war in Lahore gestartet und auf dem Landeanflug in Karatschi. Eine Aufzeichnung des Funkverkehrs zwischen Pilot und Tower wurde auf der Beobachtungs-Website liveatc.net veröffentlicht. Danach versucht der Pilot zwei Mal zu landen. Den ersten Versuch bricht er ab. Er fliegt eine Kehre und versucht erneut, zur Landung anzusetzen. Ein Fluglotse sagt dem Piloten, er drehe offenbar nach links und komme vom Kurs ab. Der Pilot antwortet: «Wir drehen um, Sir, die Triebwerke sind ausgefallen.» Der Fluglotse gibt zwei Landebahnen für die Maschine frei.

Zwölf Sekunden später setzt der Pilot einen Notruf ab: «Mayday, Mayday, Mayday.» Erneut sagt der Lotse, zwei Landebahnen seien frei. Dann bricht die Verbindung ab. Ein Augenzeuge berichtete, das Flugzeug habe erst einen Mobilfunkmast gerammt, dann sei es über den Häusern wenige Kilometer vor dem Flughafen abgestürzt.

Verletzte aus Trümmern gezogen

Verletzte wurden aus den Trümmern eingestürzter Gebäude herausgezogen, während Feuerwehrleute Brände bekämpften. Dutzende Menschen wurden laut Behörden in ein Krankenhaus von Karatschi gebracht, wo der Notstand ausgerufen wurde. Die dicht besiedelte Hafenstadt Karatschi im Süden Pakistans hat rund 14 Millionen Einwohner.

Schneise der Verwüstung: Eine Turbine ragt aus den Trümmern in einem pakistanischen Wohngebiet auf. (22. Mai 2020)
In der pakistanischen Stadt Karachi hat sich am Freitag ein Flugzeugunglück ereignet.
Das Passagierflugzeug ist in einem Wohngebiet abgestürzt.
1 / 5

Schneise der Verwüstung: Eine Turbine ragt aus den Trümmern in einem pakistanischen Wohngebiet auf. (22. Mai 2020)

Keystone/Fareed Khan

Der von Pakistan International Airline (PIA) betriebene Airbus mit der Flugnummer PK8303 sei auf dem Weg von der östlichen Stadt Lahore nach Karatschi gewesen, sagte ein Sprecher der Fluggesellschaft. Den Angaben zufolge befanden sich an Bord der Maschine 91 Passagiere und 8 Crewmitglieder.

Pakistans Premierminister Imran Khan drückte den Opfern und Familien sein Beileid aus. «Schockiert und betrübt über den PIA-Absturz», schrieb Khan auf Twitter. Er kündigte eine umgehende Untersuchung an.

Das Unglück geschah nur eine Woche nach der Entscheidung der pakistanischen Behörden, den Flugverkehr im Inland wieder aufzunehmen. Wegen der Corona-Pandemie sind internationale Flüge in das südasiatische Land noch bis Ende des Monats ausgesetzt.

Bereits im Jahr 2016 kam es zu einem Absturz einer Maschine der staatlichen Fluggesellschaft PIA mit rund 50 Toten. 2012 starben 127 Menschen beim Absturz einer Maschine einer kleinen privaten Airline auf dem Weg von Karatschi nach Islamabad. Im Jahr 2010 stürzte ein Airbus vor der Landung in der Hauptstadt Islamabad ab, alle 152 Insassen kamen bei dem Unglück ums Leben.

In einer ersten Version dieses Artikels berichtete 20 Minuten, bezugnehmend auf eine Agenturmeldung der Nachrichtenagentur AP, dass alle Personen im Flugzeug verstorben seien. Dies ist laut einem Sprecher der Luftfahrtbehörde nicht der Fall. Mindestens zwei Personen sollen das Unglück überlebt haben.

(SDA/Reuters/chk)

Deine Meinung zählt