Schreiben des Präsidenten an die MitgliederRechtsradikale Partei Pnos löst sich jetzt selbst auf
Die rechtsextreme Partei national orientierter Schweizer sorgte in der Vergangenheit mehrfach für Schlagzeilen. Nun hat der Vorstand beschlossen, «Altes abzustreifen», und löst die Partei per Anfang 2022 auf.

Darum gehts
Wo Rechtsradikale und Neonazis in Erscheinung traten, war die Partei national orientierter Schweizer Pnos oft vorne mit dabei. Im Jahr 2000 gegründet, trat sie an diversen Demos in Erscheinung, Mitglieder kamen mehrmals wegen Gewalttaten oder Rassendiskriminierung mit dem Gesetz in Konflikt. Sich selbst bezeichnete die Partei als «eidgenössisch-sozialistisch», das Bundesamt für Polizei stufte sie als rechtsextreme Organisation ein. Im Jahr 2005 störten rund 800 Neonazis die 1.-August-Rede des damaligen Bundespräsidenten Samuel Schmid auf dem Rütli – die «Schande vom Rütli» hatte damals die Pnos zu verantworten. Am Anlass wurde auch der Hitlergruss zelebriert.
In den letzten Jahren wurde es allerdings still um die Rechtspartei. Ihr Wandel von der rechtsradikalen Partei zur Vertreterin der «Neuen Rechten» kam offenbar nicht bei allen gut an. Nun zieht die Partei die Konsequenzen, wie der «Blick» berichtet: Gemäss der Zeitung hat die Pnos-Spitze die Auflösung der Partei beschlossen. In einem Brief schrieb Präsident Florian Gerber an die Parteigängerinnen und -gänger: «Altes und somit marode Gewordenes gehört abgestreift.» Der Vorstand habe beschlossen, die Partei Anfang 2022 aufzulösen.
Das Ende der Pnos stehe auch im Zusammenhang mit einem Wandel in der rechten Szene in der Schweiz. Hippe neue Gruppen wie die Junge Tat etwa, die ihr Gedankengut in professionell produzierten Videos über Social-Media-Kanäle verbreiten, hätten der Pnos das Wasser abgegraben. Nun will Gerber laut dem Bericht die Arbeit der Partei «auf alternativem Weg weiterführen»: Im Schreiben kündigte er an, es sei bereits ein konkretes Projekt «von nationaler Prägung» im Aufbau. Die Website der Pnos ist bereits offline.