RusslandRussischer Hardliner Igor Girkin in Moskau verhaftet
Der russische Hardliner und Kritiker der Strategie Russlands Igor Girkin ist in Russland verhaftet worden. Ein Bezirksgericht in Moskau ordnete am Freitag für Igor Girkin zwei Monate U-Haft an.
Darum gehts
Igor Girkin ist ein russischer Hardliner.
Girkin hatte dem russischen Staatschef Wladimir Putin Schwäche und Unentschlossenheit vorgeworfen.
Nun wurde er in Moskau verhaftet.
Dem russischen Hardliner und Kritiker der Strategie Russlands in der Ukraine Igor Strelkow, der eigentlich Igor Girkin heisst, wird vorgeworfen, zu extremistischen Aktivitäten aufgerufen zu haben. Darauf stehen bis zu fünf Jahre Haft. Strelkow wies die Vorwürfe zurück. Er beantragte bei Gericht, unter Hausarrest gestellt zu werden. Er begründete das mit gesundheitlichen Problemen.
Strelkow hatte dem russischen Staatschef Wladimir Putin Schwäche und Unentschlossenheit in Bezug auf die Ukraine vorgeworfen. Er plädierte für eine komplette Mobilmachung, damit Russland in der Ukraine gewinnen könne. Putin bezeichnete er als «feige Mittelmässigkeit».
Ehemaliger Offizier des FSB
Der pensionierte Offizier des Inlandsgeheimdiensts FSB hat 2014 prorussische Separatisten in der Ostukraine angeführt und wurde von einem Gericht in den Niederlanden im Zusammenhang mit dem Abschuss einer Passagiermaschine schuldig gesprochen. Er und zwei weitere Männer wurden verurteilt, das Flugzeug der Malaysia Airlines 2014 mit einer russischen Boden-Luft-Rakete über der Ostukraine abgeschossen zu haben. Dabei wurden alle 298 Insassen getötet.
Strelkows Festnahme deutet darauf hin, dass der Kreml seinen Umgang mit scharfen Kritikern im Land nach dem abgebrochenen Aufstand der Söldnertruppe Wagner im Juni verschärft hat. Wie der Wagner-Chef Jewgeni Prigoschin warf Strelkow der russischen Militärführung Inkompetenz vor. Er stellte sich aber gegen Prigoschin und bezeichnete dessen Aufstand als Hochverrat und grosse Gefahr für den russischen Staat.
Die Hardliner-Gruppe Club verärgerter Patrioten, zu der Strelkow gehörte, kritisierte seine Verhaftung. Die Festnahme sei eine «Provokation», die «äusserst negative Folgen für die Stabilität des Landes» bedeute.
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