Schlechtes Jahr für SIG
Der Verpackungskonzern SIG ist im Jahr 2004 tief in die roten Zahlen geschlittert. Die Restrukturierungen und Verkäufe führten zu einem Verlust von 166 Mio. Euro (257 Mio. Franken).
Die Aktionäre werden dennoch mit insgesamt 6,5 Mio. Fr. beschenkt.
Ende 2004 war das Kerngeschäft des einstigen Traditionskonzerns neu definiert worden und umfasst nun Getränkekartons (Combibloc) sowie Kunststoffflaschen (ein Teil von SIG Beverages).
In Zukunft werde «der Karton die SIG tragen», sagte der seit letztem Sommer amtierende Konzernchef Rolf-Dieter Rademacher am Dienstag an der Medienkonferenz in Zürich. Unglücklicherweise sei dies auch beim Konkurrenten Tetra der Fall, fügte er bei.
Goodwill
Diese Verkäufe von nicht zum Kerngeschäft gehörenden Bereichen haben im letzten Jahr eine massive Abschreibung des Goodwills in Höhe von 179 Mio. Euro nötig gemacht. Dazu wird das Ergebnis mit dem im November angekündigten Kostensenkungsprogramm in der Division Combibloc mit 13 Mio. Euro belastet.
Vom damals angekündigten Abbau von 250 Stellen (35 in der Schweiz) habe schon ein Grossteil der Beschäftigten das Unternehmen verlassen. Per Ende Jahr waren bei SIG noch 6671 Personen tätig, davon 260 in der Schweiz. Im Vorjahr waren es noch 9014 Beschäftigte gewesen.
Nach dem Minus von 20 Mio. Euro im Jahr 2003 und dem Verlust im letzten Jahr soll aber im laufenden Geschäftsjahr wieder ein positives Ergebnis in zweistelliger Millionenhöhe resultieren, und in der Division Beverages ein ausgeglichenes.
Stabiler Umsatz im Kerngeschäft
Auf operativer Ebene vor Zinsen und Steuern (EBIT) schrieb SIG einen Verlust von 118 Mio. Euro, nach einem leichten Plus von 16 Mio. Euro im Vorjahr. Der Umsatz sank um 11 Prozent auf 1,694 Mrd. Euro. Im Kerngeschäft blieb er praktisch unverändert bei 1,18 Mrd. Euro (Vorjahr 1,17 Mrd. Euro).
Trotz des hohen Verlusts sollen die Aktionäre nicht zu kurz kommen. Ihnen wird wie bereits im Vorjahr eine Dividende von 1 Fr. pro Aktie oder insgesamt 6,5 Mio. Fr. ausbezahlt. Der seit einem Jahr amtierende Verwaltungsratspräsident Lambert Leisewitz begründete die Dividende mit den Erfolgsaussichten für 2005 und mit der Situation der Liquidität.
In der ersten Jahreshälfte 2004 waren neben der SIG Pack (Verpackungsmaschinen für Trockengüter) vier Einheiten veräussert worden, welche Maschinen für Automobil-Kunststoffteile, für Kunststoffbehälter, Füllmaschinen für Joghurt und Margarine sowie lasergesteuerte Transportfahrzeuge herstellten.
Im zweiten Halbjahr beschloss der Konzern die Trennung von der traditionellen Getränkeabfüllung. Deshalb wurden die zu SIG Beverages gehörenden italienischen Gesellschaften Simonazzi und Alfa an die grosse Konkurrentin Tetra Laval verkauft, wie vor einer Woche mitgeteilt worden war. Noch im Verkaufsprozess befinden sich Manzini und Comaco. Der Abschluss wird in diesem Jahr erwartet. (sda)