VergleichSchüler in Basel doppelt so teuer wie im Wallis – aber schlechter
In Basel kostet ein Schüler den Kanton doppelt so viel wie im Wallis. Trotzdem sind die Walliser Schüler besser in Mathe und Deutsch.
Darum gehts
Führt ein teures Bildungssystem automatisch zu besseren Schülerinnen und Schülern? Nein, zeigt eine Studie.
In Basel waren die Bildungsausgaben 2020 pro Schülerin und Schüler doppelt so hoch wie im Wallis. Trotzdem schlossen dort die Schüler in Mathe und Sprachen besser ab.
Ein Teil dieser Unterschiede lässt sich durch Merkmale wie soziale Herkunft, zu Hause gesprochene Sprache oder Migrationsstatus der Schülerschaft erklären – aber längst nicht alle.
Das Fazit der Studie: Mehr Geld führt nicht zu klügeren Schülern.
Ein teures Bildungssystem führt nicht automatisch zu besseren Schülerinnen und Schülern. Zu dieser Erkenntnis kommt eine Untersuchung des Instituts für Schweizer Wirtschaftspolitik an der Universität Luzern. Wie die «NZZ» schreibt, gibt es von Kanton zu Kanton erhebliche Unterschiede: Im Wallis etwa kostete im Jahr 2020 jeder Schüler und jede Schülerin 10’500 Franken. Die Ausgaben waren damit nur halb so hoch wie in Basel-Stadt.
Schneiden die Walliser Schülerinnen und Schüler deshalb auch nur halb so gut ab in vergleichbaren Tests? Nein, wie die «Überprüfung der Grundkompetenzen» (ÜGK, siehe unten) zeigt: Die Schüler im Wallis gehören dort schweizweit zu den besten, jene in Basel Stadt zu den schlechtesten.
Günstige Schulsysteme mit guten Resultaten
Wallis und Basel-Stadt sind dabei keine Ausreisser: Die besten Resultate sowohl bei Sprache wie auch in Mathematik erzielten laut NZZ Schülerinnen und Schüler mit vergleichsweise günstigen Schulsystemen wie Freiburg oder Appenzell Innerrhoden. Besonders grosse Unterschiede zeigten sich in Mathe: In den Spitzenkantonen mit günstiger Bildung waren über 80 Prozent bei der ÜGK erfolgreich, in Basel-Stadt lediglich 43,5 Prozent.
Warst du gut in der Schule?
Woher diese Unterschiede kommen, ist nicht klar. Merkmale wie die soziale Herkunft, die Sprache, die zu Hause gesprochen wird oder der Migrationsstatus waren laut ÜGK-Bericht zwar für einen gewissen Effekt verantwortlich, erklären aber nicht die kantonalen Differenzen. Baselland sagt dazu lediglich, Motivation und Lernfreude seien in anderen Kantonen signifikant höher und es gebe weniger Unterrichtsstörungen.
«Über Kosten-Nutzen-Verhältnis wird nicht gerne gesprochen»
Laut Bildungsökonom Stefan Wolter spricht man in der Schweiz nicht gerne über das Kosten-Nutzen-Verhältnis und Effizienz im Bildungswesen. «Uns wird oft vorgeworfen, dass wir immer nur sparen wollen», sagt er. Zudem gibt es in der Schweiz auch zu wenig Daten, um verlässliche Aussagen zur Effizienz machen zu können, wie es im Bildungsbericht 2023 heisst.
Tatsächlich gibt es natürlich regionale Unterschiede, etwa bezüglich der Anzahl unterrichteter Stunden oder der Klassengrössen. Trotzdem sind die Untersuchungen des IWP eindeutig: Es gibt keinen statistisch nachweisbaren Zusammenhang zwischen höheren Ausgaben pro Schüler und der Wahrscheinlichkeit, dass die Schüler die Grundkompetenzen im Lesen am Ende der Primarschule erreichen. Sprich: Mehr Geld führt nicht zu klügeren Schülern.
Das wird getestet
Keine News mehr verpassen
Mit dem täglichen Update bleibst du über deine Lieblingsthemen informiert und verpasst keine News über das aktuelle Weltgeschehen mehr.
Erhalte das Wichtigste kurz und knapp täglich direkt in dein Postfach.