Schweizer MedienkongressSo wollen sich Medienchefs gegen Tech-Giganten behaupten
Am Donnerstagabend diskutierten die CEOs der fünf grössten Schweizer Medienverlage über die zukünftigen Herausforderungen in der Branche.
Darum gehts
Am 23. und 24. Mai findet der Schweizer Medienkongress statt.
Am Donnerstag tauschten sich die Verleger der grössten Medien aus.
Ringier-CEO Marc Walder sprach sich für eine Login-Pflicht für die SRG aus, so sollen weniger Werbegelder verloren gehen.
Am Swiss Media Forum diskutierten am Donnerstagabend die Chefs der fünf grossen Schweizer Medienunternehmen über die Zukunft der Branche. Weil man mit dem Journalismus allein «fast kein Geld mehr» verdiene, sei der Ausbau der indirekten Presseförderung, auf einen bestimmten Zeitraum begrenzt, überlebenswichtig.
«Wenn der Ausbau nicht kommt, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass das Modell der gedruckten Zeitungen in den nächsten drei Jahren implodiert», wird Pietro Supino, Verleger der TX Group, vom «Tagblatt» zitiert. Die indirekte Presseförderung hilft laut Michael Wanner, CEO von CH Media, auch, Zeit für die digitale Transformation zu gewinnen, und Felix Graf, CEO der NZZ, meint, die gedruckten Zeitungen seien auch heute noch ein enorm wichtiges Mittel für die Vielfalt und Meinungsbildung.
Login-Pflicht für SRG
Ringier-CEO Marc Walder forderte in der Diskussion: Würde die SRG ein verpflichtendes Login für ihre digitalen Plattformen einführen, könnten die privaten Medienunternehmen dies – endlich – auch tun. Der Grund: Die Tech-Giganten Google, Facebook und Amazon können Werbung präziser angepasst auf die Userinnen und User ausliefern. Weil die meisten Medien in der Schweiz ohne Login zugänglich sind, gehen Hunderte von Millionen an Werbeeinnahmen verloren. Die Datenqualität würde auf dem Markt Schweiz substanziell besser – und damit würde wieder mehr Werbegeld in der Schweiz ausgegeben.
SRG-Generaldirektor Gilles Marchand äusserte sich offen zum Vorhaben: «Wenn ihr uns anderswo helft, dann helfen wir euch auch.»
Halbierungsinitiative
Mit dieser Aussage dürfte er laut Persoenlich.com die Halbierungsinitiative angedeutet haben. Michael Wanner sagt, er sei für die Initiative, unter der Voraussetzung, dass der Wettbewerb zwischen privaten Verlagen und der SRG «mit gleich langen Spiessen» ablaufe. «Wenn wir Videojournalisten ausbilden, dann gehen die zur SRG, weil sie mehr Lohn erhalten», nennt er als Beispiel. Marc Walder sagt klar: «Ich bin ein Gegner der Initiative.»
Pietro Supino äusserte sich nicht konkret und meinte, ihn beschäftige das Risiko der Manipulation des öffentlichen Diskurses am meisten. «Wir möchten zu einer freiheitlichen Gesellschaft beitragen und Menschen zusammenführen. Wenn wir das richtig tun, dann gibt es auch eine Nachfrage nach dieser Dienstleistung.»
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