Invasive ArtDie Asiatische Hornisse bedroht Schweizer Bienen
Im Gegensatz zur Europäischen Hornisse frisst die invasive Hornissenart Bienen. Ihre Expansion könnte daher sowohl Konsequenzen für die Natur als auch Wirtschaft haben.
Die Asiatische Hornisse köpft Insekten.
Quelle: @IvanHC73 via TwitterDarum gehts
2017 wurde in der Schweiz die erste «Asiatische Hornisse», die im Gegensatz zu ihrem europäischen Pendant Bienen frisst, gesichtet.
In den letzten Monaten hat der Bestand der invasiven Spezies stark zugenommen – insbesondere in Genf.
Experten vermuten, dass sie dort viele Bienen finden.
Schweizer Bienen sind in Gefahr: In den letzten Monaten hat sich die aus Asien eingeschleppte Hornissenart, im Fachjargon vespa velutina genannt, stark ausgebreitet. Der Bestand der Hornisse, die im Gegensatz zu ihrem europäischen Pendant Bienen frisst, hat insbesondere in der Westschweiz im Jahr 2023 stark zugenommen, wie die Westschweizer Zeitung «Le Matin Dimanche» berichtet. «Bis Freitagabend hatten wir 31 Meldungen erhalten. Sie kamen fast alle aus der Romandie, nur eine kam aus dem Baselbiet», erzählt der Entomologe Daniel Cherix.
Ganze 17 Meldungen kamen aus Genf. Das Stadtgebiet hat sich damit als Hauptort der «Asiatischen Hornisse» in der Schweiz entpuppt. Experten der zuständigen Task Force fürchten nun, dass sich die bienenjagende Hornisse weiter ausbreiten könnte. Dies könnte Konsequenzen für Natur und Wirtschaft haben. Doch wie kam es zu dieser Entwicklung?
So kam die «Asiatische Hornisse» in die Schweiz
Bereits 2004 nisteten sich die ersten «Asiatischen Hornissen» in Europa ein, vorerst jedoch nur in Frankreich. Von da aus breiteten sie sich jedoch rasant aus und im Jahre 2017 wurde auch in der Schweiz zum ersten Mal ein Exemplar der hochinvasiven Spezies gesichtet.
Vorerst hielt sich der Vormarsch des Eindringlings in Grenzen. Bis ins Jahr 2021 stiess man lediglich auf einige kleinere Nester. Auch vor einem Jahr um diese Zeit waren Meldungen eher selten. In der zweiten Hälfte des vergangenen Jahres änderte sich die Lage jedoch plötzlich. «Die Funde haben sich in der zweiten Jahreshälfte vervielfacht. Wir haben Hornissen an 24 Orten gefunden und Nester in vier Kantonen zerstört», so Daniel Cherix.
Darum haben die Hornissen eine Vorliebe für Genf
Warum genau breiten sich die «Asiatischen Hornissen» in Genf aus? Zunächst einmal, weil Frankreich in der Nähe liegt, von wo aus der Vormarsch der Hornissen seinen Ursprung nahm. Ein weiterer Grund liegt darin, dass die Hornissen ihrer Leibspeise gefolgt sind: den Bienen. Zwischen 2012 und 2018 hat sich die Zahl der Bienenstöcke in Schweizer Städten fast verdoppelt, wie Zahlen der eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) zeigen. «Es gibt enorm viele Bienenstöcke in städtischen Gebieten und das ist ein Segen für die Asiatischen Hornissen», sagt auch Daniel Cherix. Ausserdem sei es in der Stadt schwieriger, die Nester der Hornissen ausfindig zu machen. Dies erschwere die Bekämpfung des invasiven Schädlings weiter.
Das passiert, wenn sich die Hornissen weiter ausbreiten
Eric Darrouzet ist Biologe am Forschungsinstitut für Insektenbiologie an der Universität Tours. Er habe die «Asiatischen Hornissen» seit ihrer Ankunft in Europa studiert und daher einen guten Überblick über die Veränderungen, welche die invasive Spezies verursachen kann. Der Forscher stellt drei Arten von Problemen fest.
Das Erste betrifft die Umwelt: «Die Asiatische Hornisse ist ein generalisierter Räuber, der sehr viele unterschiedliche Insekten und Spinnentiere jagt. Unter optimalen Bedingungen frisst ein Hornissenvolk mehr als elf Kilogramm Insekten pro Jahr», erklärt Darrouzet. Unter anderem fressen die Hornissen auch viele Bienen, was uns zum zweiten Problem bringt: den wirtschaftlichen Konsequenzen. Imker produzieren nicht nur weniger Honig, Bauern verlieren auch bis zu 30 Prozent ihrer Ernte, weil Bienen weniger Obstbäume bestäuben.
Das letzte Problem betrifft die Menschen, ist aber weniger gravierend. «Menschen, die allergisch auf das Gift reagieren, können nach einem Stich einen anaphylaktischen Schock erleiden», so Darrouzet. Doch dies sei eher selten.
So kann die Invasion gestoppt werden
Die Zeit ist entscheidend, um die Ausbreitung zu verlangsamen. Am besten sei es, Königinnen möglichst schnell zu töten, damit sie keinen Nachwuchs produzieren können. Daher rät der Entomologe Daniel Cherix, «die Augen offen zu halten». Er ermutigt die Bevölkerung, aktiv gegen die Hornissen vorzugehen und sie bei Möglichkeit zu töten. Nur so könnte eine Invasion rechtzeitig verhindert werden.
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