Einfach und effizientSchweizer-Käse-Modell sorgt international für Aufsehen
Von wegen die Corona-Massnahmen sind Käse: Mithilfe des «Swiss Cheese»-Modells erklären nun auch die Amerikaner die Bedeutung von Abstandhalten, Hygiene, Masken und offenen Fenstern.
Darum gehts
Perfekt sind Verhaltens- und Hygieneregeln nicht – aber sie sind besser als ihr Ruf.
Am besten erklärt das das sogenannte Schweizer-Käse-Modell.
Das besagt: Je mehr Massnahmen man befolgt, desto besser ist man.
Das hat jetzt auch die «New York Times» erkannt.
«It’s not edible, but it can save lives» (Es ist nicht essbar, aber es kann Leben retten) – mit diesen Worten beginnt Siobhan Roberts, Autor der «New York Times», seinen Artikel über das Schweizer-Käse-Modell. Er hat damit absolut recht, wie ihm der Virologe Ian Mackay bestätigt. Doch nicht nur der. Weltweit wird unser Emmentaler zum Veranschaulichen der Bedeutung der verschiedenen Massnahmen herangezogen.
Bereits Anfang November zitierte es die deutsche Virologin und Infektionsbiologin Melanie Brinkmann auf der deutschen Bundespressekonferenz (siehe Twitter-Video, ab Minute 0:45): Das Schweizer-Käse-Modell besage, «dass jede Scheibe Käse Löcher hat. Das sind Imperfektionen (Unvollkommenheiten). Und jetzt stellen Sie sich die Massnahmen vor, die wir in der Hand haben – die AHA-L-Regeln (siehe Box), aber auch das Contact-Tracing, die neuen Antigen-Tests, die Impfung – das sind alles neue Käsescheiben, die alle ihre Imperfektion haben.»
Was heisst AHA-L?
Die AHA-L-Regel bezeichnet – vor allem in Deutschland – die zur Eindämmung der Corona-Pandemie empfohlene Kombination der Vorsorge-Massnahmen. Mitunter wird die Regel noch um ein C ergänzt. Dafür stehen die Buchstaben:
A – Abstandsregeln einhalten
H – Hygieneregeln beachten
A – (Alltags)Maske tragen
L – Regelmässig und richtig lüften
C – Corona-Warn-App nutzen
Je mehr Massnahmen eingehalten werden, desto besser
Bezogen auf Covid-19 heisst das: Alleine hat keine der Massnahmen das Zeug, das Virus aufzuhalten. Werden die einzelnen zusammengenommen, sieht das anders aus, so Brinkmann: «Wenn wir die alle hintereinanderschalten, können wir uns immer besser vor dem Virus schützen.»
In einem Punkt hinkt der Vergleich mit dem Schweizer Käse aber – und das sind gute Nachrichten. Denn anders als Käser hätten die Menschen in der Pandemie auch die Möglichkeit, die Löcher durch weitere Massnahmen zu verkleinern. Etwa durch die Stärkung des eigenen Immunsystems, neue Therapien oder die verpflichtende Rückkehr ins Homeoffice.
Der Artikel ist ähnlicher Form bereits Anfang November erschienen. Er wurde nun aktualisiert.
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BAG-Infoline Coronavirus, Tel. 058 463 00 00
Dureschnufe.ch, Plattform für psychische Gesundheit rund um Corona
Branchenhilfe.ch, Ratgeber für betroffene Wirtschaftszweige
Hotline bei Angststörungen und Panik, 0848 801 109
Pro Juventute, Tel. 147
Dargebotene Hand, Tel. 143
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