MassenentlassungSR Technics erhält Staatshilfe und baut 500 Stellen ab
Der Flugzeugtechnikdienstleister will einen substantiellen Teil seiner Geschäfte in der Schweiz abbauen – rund 400 Stellen sollen am Standort Flughafen Zürich wegfallen. Sonst hätte SR Technics wohl keine Staatshilfe bekommen.
Darum gehts
- Die ehemalige Swissair-Tochter SR Technics will 500 Stellen abbauen.
- Betroffen ist besonders der Standort Flughafen Zürich mit rund 400 Stellen.
- Ohne die Massenentlassung hätte die Firma wohl keine Staatshilfe bekommen.
Der Flugbetrieb geht in der Corona-Krise nur schleppend wieder voran. Der Flugzeugtechnikdienstleister SR Technics erhielt gerade 120 Millionen Franken Staatshilfe – und baut jetzt trotzdem 500 Stellen ab, wie der «Tages-Anzeiger» mit Verweis auf eine vertrauenswürdige Quelle berichtet.
Die ehemalige Swissair-Tochter wolle einen substantiellen Teil der Geschäfte in der Schweiz abbauen. So sollen 400 der aktuell 1400 Jobs am Standort Flughafen Zürich wegfallen. Auch einen Teil der knapp 300 Angestellten in Genf und der 100 in Basel soll es treffen. Die Mitarbeiter sollen am 6. August über die Pläne informiert werden. Eine Anfrage der Zeitung liess SR Technics unbeantwortet.
Die Eidgenössische Finanzverwaltung segnete die in der Vorwoche angekündigte Restrukturierung (siehe Box) ab. Ohne die Massenentlassung hätte die Firma wohl keine Staatshilfe erhalten. Denn sonst wäre nicht klar gewesen, ob sie den bewilligten Bankkredit von 120 Millionen innerhalb von drei Jahren hätte zurückzahlen können.
Könnte die SR Technis den Kredit nicht zurückzahlen, müsste der Bund 60 Prozent der ausstehenden Summe begleichen. Den Rest müsste ein Bankenkonsortium um UBS und CS bezahlen. Für die Kreditbewilligung liess sich der Bund wie schon bei der Swiss garantieren, dass das Geld nicht ins Ausland abfliesst. Ausserdem sollen mit den Sozialpartnern sozialverträgliche Lösungen bei dem Stellenabbau gesucht werden.
Stellenabbau bei SR Technics
Diese Bereiche sind betroffen
SR Technics informierte vergangene Woche über eine geplante Restrukturierung. Damals war aber noch nicht bekannt, wie viele Stellen der Kürzung zum Opfer fallen sollen. Konkret sollen zwei Geschäftsfelder betroffen sein: Design-Engineering (Neuausstattung von Kabinen, Lackierung etc.) und die auf Flugstunden basierenden Komponentendienstleistungen (Wechseln der Reifen etc.) Der Stellenabbau bei den Komponentendienstleistungen soll sich wegen langfristiger Verträge mit Airlines stufenweise über Jahre hinziehen. Der Flugzeugtechnikdienstleister ist eine ehemalige Swissair-Tochter, die mittlerweile zum chinesischen Konglomerat HNA gehört. Vor der Krise beschäftigte die Firma rund 3000 Mitarbeiter in 13 Ländern.