Diversität im AlltagStadt Bern will die Gender-Schilder, der Kanton aber nicht
Schwangere, lesbische Paare oder alte Damen auf den Fussgängerschildern: Bern prüft nun definitiv die Anbringung von gendergerechten Strassensigneten. Aber der Kanton hat Bedenken.
Darum gehts
- Wie in Genf will die Stadt Bern Gender-Schilder anbringen lassen.
- Sie will das Anliegen mit dem Bundesamt für Strassen und dem Kanton anschauen.
- Der Kanton zeigt sich jedoch wenig begeistert davon.
Als die Stadt Genf 250 «gendergerechte Verkehrsschilder» anbrachte, wurde der Ruf danach in der Stadt Bern ebenfalls laut. Wie der «Bund» nun berichtet, haben die Schilder gute Chancen, bald auch in der Stadt Bern zu stehen. In einer Antwort auf eine entsprechende Motion schreibt der Gemeinderat, dass er «grosse Sympathien» für die Schilder hege. Die Gleichstellung von Mann und Frau und Menschen mit Behinderung habe in der Stadt Bern einen hohen Stellenwert. Der Gemeinderat beantragt dem Stadtrat darum, die Motion als Richtlinie als erheblich zu erklären.
Im linksgerichteten Stadtrat von Bern hat das Anliegen gute Chancen. Damit die diversitätsfreundlichen Schilder jedoch den Einzug in die Stadt finden, braucht es den Segen der Behörden. Verkehrssignalisation ist Sache des Kantons. Der Gemeinderat will nun mit dem Kanton und dem Bundesamt für Strassen zusammensitzen und Möglichkeiten für die gendergerechten Verkehrsschilder prüfen.
Kanton ist kein Fan
Wie der «Bund» schreibt, hegt man beim Kanton Bern jedoch nicht dieselben Sympathien für die Schilder wie beim Berner Gemeinderat. Stefan Studer, Vorsteher des kantonalen Tiefbauamtes: «Schilder müssen einfach und verständlich sein, Einheitlichkeit ist dabei das höchste Gut.» Welche Signale verwendet werden dürfen und wie sie auszusehen haben, lege der Bund fest. Studer ist dagegen, dass einzelne Kantone eigene Piktogramme verwenden. Es bestehe die Gefahr eines «Schildersalats».
Das letzte Wort in der Angelegenheit hat das Bundesamt für Strassen (Astra). Ein ähnlicher Antrag wurde 2011 verworfen.