StudieChatGPT schlägt Schüler bei Aufsätzen um Längen
Eine Studie zeigt erstmals, dass KI-generierte Texte besser sein können als Texte von Schülern. Dies werfe zentrale Fragen auf, findet der Schweizer Lehrerverband.
Darum gehts
Können Lehrpersonen von ChatGPT-verfasste Texte noch erkennen? Diese Frage beantwortet eine Studie der Universität Passau.
Rund 100 erfahrene Lehrer und Lehrerinnen haben KI-generierte Texte mit Texten von Schülern verglichen. Im Durchschnitt wurden die von ChatGPT erstellen Aufsätze rund eine Note besser bewertet.
Der Schweizer Lehrerverband fordert nun eine Überarbeitung der Bewertungsmethoden an Bildungseinrichtungen.
KI-Tools wie ChatGPT haben mittlerweile die Aufmerksamkeit von Millionen Menschen gewonnen und prägen zunehmend unser Leben. Im Rahmen einer Studie der Universität Passau bewerteten rund 100 erfahrene Lehrpersonen die Qualität von KI-generierten Inhalten im Vergleich mit von Menschen verfassten Texten – ohne zu wissen, wer der Verfasser war.
Das wurde unterstucht
Die Lehrkräfte bewerteten die von ChatGPT erstellten Aufsätze im Durchschnitt um mindestens eine Note höher als die von Schülern geschriebenen Texte. Die Bezahlversion ChatGPT-4.0 wurde jedoch als deutlich überlegen und differenzierter eingestuft als die Gratisversion ChatGPT-3.5. Die Studie hat auch herausgefunden, dass Leute, die ChatGPT kennen, oft erkennen können, wenn ein Text von der KI geschrieben wurde – und zwar in 80 Prozent der Fälle. Andere Personen, die ChatGPT nicht kennen, merken es nur bei jedem zweiten Text.
Das sind die Erkenntnisse
Der Schreibstil der KI-Modelle weise sprachliche Merkmale auf, die sich von denen der von Menschen verfassten Aufsätze unterscheiden, so die Wissenschaftler der Universität Passau. In Bezug auf die logische Struktur, der Sprachkomplexität oder dem Wortschatz von Texten seien signifikante Unterschiede zwischen der künstlichen Intelligenz und Schülern festzustellen. Da die Technologie, also insbesondere die Gratisversion, leicht verfügbar ist, glauben die Studienautoren, dass Lehrer und Dozenten sofort handeln müssten.
Das sagt der Schweizer Lehrerverband
Der Lehrerverband hebt hervor, dass die Herausforderungen, die KI-generierte Aufsätze für das Bildungssystem darstellen, eine Überarbeitung der Bewertungsmethoden erfordern. So betont Beat Schwendimann, Leiter Pädagogik LCH auf deren Website, dass eine prozessorientierte Begleitung und die Einführung alternativer Prüfungsformate notwendig sind, um den Fokus nicht nur auf das Endprodukt zu legen. Des Weiteren wird die Bedeutung eines gleichberechtigten Zugangs zu KI-Technologien und die Notwendigkeit, Schüler sowie Lehrkräfte im verantwortungsvollen Umgang mit KI zu schulen, unterstrichen. Der Verband arbeitet an einem Positionspapier, das Lösungsansätze für den Einsatz von KI im Schulsystem aufzeigen soll.
Das sagen Schülerinnen und Schüler
Schweizer Schüler nutzen ChatGPT vielseitig, wie eine Umfrage von 20 Minuten zeigt. Während einige die Technologie als wertvolles Werkzeug für das Lernen und die Effizienz bei Hausaufgaben sehen, betonen andere die Wichtigkeit des eigenständigen Denkens und Lernens. «Ich benutze ChatGPT öfters unbemerkt bei Prüfungen. Es hat mir viele Male sehr geholfen», sagt Noah aus Zürich, während Sabrina aus Basel einwirft: «Also wenn ich Arzt werden will, dann ist ChatGPT sicher das falsche Tool, um zu lernen.» Weitere Schüler betonen den Lerneffekt und die Effizienz, die ChatGPT bietet, andere weisen auf Grenzen hin, wie die Erstellung kreativer oder emotionaler Inhalte und die Bedeutung des menschlichen Faktors im Bildungswesen.
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