GerichtsentscheidNeue Superliga-Pläne: Alle Spiele sollen gratis zu sehen sein
Nach dem Entscheid des Europäischen Gerichtshofs hat sich ein Vertreter der Superliga zu Wort gemeldet. Fans werden gratis Spiele versprochen. Die Uefa reagiert unbeeindruckt.
Darum gehts
Die europäische Superliga hat sich zum Entscheid des Europäischen Gerichtshofs geäussert.
Für die Fans soll es die Spiele gratis zu sehen geben.
Den Clubs werden Einnahmen und Solidaritätszahlungen garantiert.
Die Uefa reagierte gelassen auf den Entscheid.
Dem Fussball droht ein Riesenbeben: Am Donnerstag hat die Uefa vor dem Europäischen Gerichtshof eine historische Schlappe hinnehmen müssen. Die grossen Fussballverbände Fifa und Uefa dürfen in Zukunft Vereinen und Spielern nicht verbieten, an anderen Wettbewerben teilzunehmen. Damit scheint der Weg frei für eine neue Superliga.
Diese überraschte kurz nach dem Entscheid mit neuen Details zum Mega-Projekt. «An die Fans: Unser Vorschlag sieht vor, dass alle Spiele der Superliga kostenlos gezeigt werden», erklärte Bernd Reichart von der Agentur A22. «An die Vereine: Einnahmen und Solidaritätszahlungen werden garantiert», machte der ehemalige RTL-Manager auch ein Zugeständnis an die Vereine. «Wir haben das Recht auf Wettbewerb gewonnen. Das Uefa-Monopol ist beendet. Die Vereine müssen keine Sanktionen mehr fürchten und können ihre Zukunft nun selbst bestimmen.»
Uefa: «Keine Billigung oder Bestätigung»
Die Uefa reagierte gelassen auf den Entscheid des Europäischen Gerichtshofs, dieser sei keine «Billigung oder Bestätigung der sogenannten Super League». Der Verband stehe weiterhin zur sogenannten Fussball-Pyramide, die auf nationalen Ligen beruht, in denen sich Vereine für internationale Wettbewerbe qualifizieren können.
«Wir werden das europäische Sportmodell weiterhin gemeinsam mit den Nationalverbänden, Ligen, Vereinen, Fans, Spielern, Trainern, EU-Institutionen, Regierungen und Partnern gestalten», teilte die Uefa mit. Sie vertraue darauf, dass das derzeitige Fussball-Modell in Europa durch europäische und nationale Gesetze vor Gefahren beschützt werde.
Im April 2021 hatten schon einmal zwölf Grossclubs, darunter Real Madrid, der FC Barcelona und Juventus Turin, versucht, eine Superliga als Konkurrenz zu Champions League zu gründen. Doch nicht nur bei Uefa und den nationalen Ligen stiess die Idee auf Gegenwehr, auch Fussballfans aus ganz Europa stellten sich gegen das Projekt. Die Uefa drohte den beteiligten Mannschaften mit Ausschluss von allen Wettbewerben, beteiligte Spieler hätten nicht mehr an WM und EM teilnehmen dürfen. Nach dem Gerichtsentscheid wird es dieses Mal nicht mehr so weit kommen.
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