Test-Jets sollen extra über Bevölkerung donnern

Aktualisiert

LärmbelästigungTest-Jets sollen extra über Bevölkerung donnern

Fünf neue Kampfjets machen zurzeit Testflüge. Ein Schutzverband fordert auch Flüge über Emmen, damit die Bevölkerung erfährt, wie laut die Jets sein werden.

mik
von
mik

Worauf es ankommt und wie die Tests ablaufen, erklärt Peter Merz von der Luftwaffe. (Video: SDA)

Die Luftwaffe braucht neue Jets. Die Flugerprobung im Rahmen der fünf Kampfjettypen des Projekts Air2030 hat dafür seit einer Woche begonnen. Doch die Übungen der neuen Kampfjets finden nicht wie ursprünglich angekündigt ausschliesslich in Payerne VD statt, sondern die Maschinen landen und starten auch in Meiringen BE.

Der Flugplatz Emmen in Luzern wird aber ausgelassen. Das passt dem Schutzverband Bevölkerung um dem Flugplatz Emmen (SFE) nicht, da die Anwohner in Zukunft auch vom Fluglärm betroffen sein werden. Der Verband fordert deshalb Testflüge in Emmen. Die Anwohner sollen eine Vorstellung erhalten, wie laut die neuen Jets sein werden.

Grosse Belastung

Die Trainings der Patrouille Suisse, die letzte Woche im Emmen trainierte, seien für die Anwohner wieder eine grosse Belastung gewesen, wie der Schutzverband mitteilte. Sie befürchten, dass die neuen Kampfjets noch viel lauter sein werden. «Wir müssen damit rechnen, dass der neue beschaffte Kampfjet dereinst auch in Emmen fliegen wird und lauter als der Vorgänger sein wird», sagt Luzius Hafen, Präsident des Schutzverbands Emmen. Die Lärmbelastung müsse ein Hauptkriterium bei der Evaluation des neuen Kampfjets sein.

Das Budget für die Erneuerung der Luftverteidigung inklusive bodengestützter Verteidigung beträgt 8 Milliarden Franken. Für die Kampfjets lässt Parmelin Offerten für diese Jets kommen:
Dabei ist der Eurofighter des deutschen Unternehmens Airbus ...
... der Rafale des französischen Rüstungskonzerns Dassault ...
1 / 6

Das Budget für die Erneuerung der Luftverteidigung inklusive bodengestützter Verteidigung beträgt 8 Milliarden Franken. Für die Kampfjets lässt Parmelin Offerten für diese Jets kommen:

Keystone/Anthony Anex

100'000 betroffene Einwohner

Direkt betroffen vom Fluglärm sind 100'000 Einwohner rund um den Flugplatz Emmen. Diese erhalten im Gegensatz zur Bevölkerung in Payerne und Meiringen keine Vorstellung, wie laut die neuen Jets sein werden.

«Wir fordern eine Lärmmessung im besiedelten Raum. Denn zwischen den dichten Gebieten wird der Lärm reflektiert. Bei unbesiedelten Gebieten verteilt sich der Schall besser», sagt Hafen. Der SFE hat deshalb die Projektleitung Air2030 aufgefordert, die fünf Kampfjet-Typen vereinzelt auch nach Emmen zu bringen, die Flüge anzukündigen und Lärmmessungen im dicht besiedelten Gebiet vorzunehmen.

Eine Antwort der Projektleitung Air2030 steht noch aus.

Deine Meinung zählt