Massentierhaltungsinitiative: «Eine Familie müsste pro Jahr 1800 Franken mehr für Lebensmittel ausgeben»

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Massentierhaltungsinitiative«Eine Familie müsste pro Jahr 1800 Franken mehr für Lebensmittel ausgeben»

Die Gegner der Massentierhaltungsinitiative haben ihre Kampagne lanciert. Sie argumentieren mit hohen Preissteigerungen bei Fleisch, Milch und Eiern. 

Das Grillsteak und die Wurst würden bei einer Annahme der Massentierhaltungsinitiative massiv teurer, warnen Bauern-Vertreter. 
Massentierhaltung, wie auf diesem Foto zu sehen, soll in der Schweiz nicht mehr möglich sein, fordern die Befürwortenden der «Massentierhaltungsinitiative». 
Nicht jedem Tier steht so viel Platz zur Verfügung. 
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Das Grillsteak und die Wurst würden bei einer Annahme der Massentierhaltungsinitiative massiv teurer, warnen Bauern-Vertreter. 

20min/Matthias Spicher

Darum gehts

Am Montag lancierten die Gegnerinnen und Gegner der Massentierhaltungsinitiative ihre Kampagne. Bei einem Ja am 25. September sei mit deutlich höheren Kosten für tierische Produkte zu rechnen, warnt Markus Ritter, Mitte-Nationalrat und Präsident des Schweizer Bauernverbands.

Höhere Kosten für tierische Lebensmittel befürchtet

«Nicht jedem, der die Initiative unterschrieben hat, ist bewusst gewesen, dass diese 20 bis 30 Prozent höhere Kosten für tierische Lebensmittel bringt. Und dass auch die Gastronomie und Hoteliers betroffen sind», so Ritter.

Pro Jahr würden Mehrkosten von rund 1800 Franken für eine vierköpfige Familie entstehen, so Mitte-Ständerätin Andrea Gmür-Schönenberger. Die Kosten kämen dadurch zustande, dass die geforderten Bio-Standards zu massiven Erhöhungen der Produktionskosten führen würden, die auf die Konsumentinnen und Konsumenten überwälzt würden. Dies sorge zudem für Einkaufstourismus und «dass mehr ausländisches Fleisch gekauft wird, bei dem die Vorgaben kaum überprüft werden können.» 

Ziel der Initiative ist, Massentierhaltung zu verbieten sowie die Würde der Tiere in der landwirtschaftlichen Tierhaltung in die Verfassung aufzunehmen. Massnahmen wären etwa mehr Platz pro Tier, täglicher Weidezugang und eine artgerechte Fütterung. Die Initiantinnen und Initianten wollen, dass überall mindestens die Standards von Bio Suisse gelten.

Befürworter halten Schätzungen für überzogen

Unterstützung erhält das Anliegen etwa von SP-Ständerat Daniel Jositsch, Befürworter der Initiative. Er möchte für das Tierwohl einstehen und nicht für billiges Fleisch um jeden Preis. «Wenn die Leute wissen, wie die Tierproduktion funktioniert, haben sie Verständnis», sagt er. Fleischkonsum müsse wieder als Qualitätsgut gelten und die Konsumierenden müssten sich der Umweltbelastung bewusst sein.

Die erwartete Kostensteigerung von 20 bis 30 Prozent hält Jositsch für überzogen. Zudem seien solche Zahlen Beweis dafür, «dass in den Ställen katastrophale Zustände herrschen». Grünen-Nationalrätin und Mitinitiantin Meret Schneider hält die Zahlen ebenfalls für «vollkommen aus der Luft gegriffen».

Laut Schneider ist zwar mit höheren Kosten für tierische Lebensmittel zu rechnen. Diese könnten von Privathaushalten jedoch durch den Kauf von weniger tierischen Produkten kompensiert werden. Rund ein Drittel der Lebensmittel lande in privaten Haushalten im Abfall.

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