Rüti ZHTrächtige Kuh Paloma verblutet wegen auf Weide entsorgten Abfalls
Die Bilder lösen Betroffenheit aus: Kuh Paloma (4) liegt tot auf einer Weide in Rüti. Laut Landwirt Markus Bisig ist sie gestorben, weil sie Stücke einer Aludose gefressen hat.
Darum gehts
Eine Kuh liegt tot auf einer Wiese – aus Mund und Nase fliesst Blut: Seit einigen Tagen kursieren schockierende Bilder von einem Bauernhof in Rüti ZH auf Facebook. Der Grund für das Ableben der Kuh: Sie hatte Abfall gefressen, der achtlos und illegal auf der Weide entsorgt und dann vermäht wurde. In den Kommentaren bringen die Userinnen und User ihr Beileid und ihren Frust zum Ausdruck: «Man ist sprachlos über die Rücksichtslosigkeit und Dummheit gewisser Menschen», schreibt etwa eine Person. «Tut mir leid, dass das Tier so leiden musste. Mir fehlen echt die Worte», schreibt eine weitere Userin. «Das zerreisst einem das Herz, wer die Umwelt beschmutzt, sollte hart bestraft werden», fordert eine weitere Frau.
Auch Landwirt Markus Bisig (54), der seine Kuh Paloma (4) vergangene Woche tot auf der Weide in Rüti ZH auffand, ist entsetzt. Wie er sagt, habe sich die Kuh durch die gefressenen Abfallstücke eine Infektion zugezogen. «Nach einem drei Monate langen Kampf erlag die im fünften Monat trächtige Paloma ihren inneren Verletzungen.» Laut Bisig kommt es immer wieder vor, dass Dosen und Flaschen von Unbekannten auf die Weide geworfen werden. «Mit den modernen Maschinen sehen wir das beim Mähen kaum. So wird der Abfall zerkleinert und landet im Tierfutter.»
«Littering ist ein Riesenproblem für uns Bauern»
So auch bei Paloma. «Nachdem sie vor etwa drei Monaten Aludosen-Teile gefressen hatte, bekam sie Fieber», sagt Bisig. Daraufhin sei die Kuh mehrmals mit Antibiotika behandelt worden. «Zunächst schien es, dass sie auf die jeweilige Behandlung anspricht. Langfristig war sie aber immer wieder schlapp und hat kaum gefressen.» Als es dem Tier vergangene Woche wieder schlechter ging, startete der 54-Jährige erneut eine Therapie. «Eines Morgens lag sie tot auf der Weide. Es stellte sich heraus, dass sie an den inneren Verletzungen durch die Metallstücke verblutet ist.»
Es sei nicht das erste Mal gewesen, dass Tiere auf dem Hof in Rüti Fremdkörper im Futter hatten. «Ich finde ständig falsch entsorgte Abfälle auf unserem Land – und das, obwohl es in der Nähe mehrere Abfalleimer hat.» Über dieses Verhalten ist Bisig empört. «Littering ist ein Riesenproblem für uns Bauern. Die Leute haben keine Ahnung, was sie mit ihrer Faulheit anrichten. Wir verlieren Tiere, ohne dass es sein müsste. In diesem Fall auch noch ein Kalb.»
Kein Einzelfall
«Der Fall von Paloma ist sehr traurig – vor allem, weil das Tier trächtig war», sagt Regula Fürst, Tierärztin für Nutztiere und Pferde. Es sei aber leider kein Einzelfall: «Vor allem bei Kühen kommt es immer wieder vor, dass sie eckige oder spitze Fremdkörper fressen und daran erkranken.» Das zeige sich zum Beispiel dadurch, dass die Tiere fiebrig seien, nicht mehr frässen, wegen der Schmerzen einen aufgekrümmten Rücken machten oder Milchrückgang hätten.
Um sie zu behandeln, werde oftmals ein Magnet in den Magen der Kühe gelassen. «Dieser kann metallische Fremdkörper anziehen.» Auch bei Paloma habe man das versucht, leider ohne Erfolg. «Das Metallstück muss bereits mehrere innere Verletzungen angerichtet haben.»
Du weisst von einem Tier in Not?
Hier findest du Hilfe:
Feuerwehr, Tel. 118 (Tierrettung)
Polizei, Tel. 117 (bei Wildtieren)
Tierrettungsdienst, Tel. 044 211 22 22 (bei Notfällen)
Schweizerische Tiermeldezentrale, wenn ein Tier entlaufen/zugelaufen ist
Stiftung für das Tier im Recht, für rechtliche Fragen
GTRD, Grosstier-Rettungsdienst, Tel. 079 700 70 70 (Notruf)
Schweizerische Vogelwarte Sempach, für Fragen zu Wildvögeln, Tel. 041 462 97 00
Tierquälerei:
Meldung beim kantonalen Veterinäramt oder beim Schweizer Tierschutz (anonym möglich)
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