Diskussion um Motto – Trans Personen fühlen sich von Zurich Pride missverstanden

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Diskussion um MottoTrans Personen fühlen sich von Zurich Pride missverstanden

Das Motto der diesjährigen Zurich Pride sollte eigentlich «trans*normal» heissen. In der trans Community sorgt dies aber für heftige Kritik.

«Es suggeriert, dass wir einer gewissen Norm entsprechen. Es wäre viel sinnvoller, wenn das Motto etwas Positives wäre, etwas, das Kraft ausdrückt, uns das Gefühl geben würde, dass wir für etwas einstehen», sagt Sascha Rijkeboer gegenüber 20 Minuten. Das Motto würde die trans Community einpferchen und ein falsches Bild vermitteln.

Benjamin Herman von der Zurich Pride ist überrascht über die heftige Kritik. Das Motto stelle auch eine Forderung an die Gesellschaft dar: «Nämlich diese, dass die Normen, die wir zurzeit haben - welche trans Leute oft auch ausschliessen oder an den Rand drängen -, dass diese auch aufgebrochen werden sollen. Sodass trans Menschen sich nicht den Normen anpassen müssen. Sondern, dass sie genau so, wie sie sind, angenommen werden. Und quasi zur Norm dazugehören.»

Sascha Rijkeboer fühle sich als trans Person an der Zurich Pride schon lange nicht mehr integriert oder ein Bestandteil davon. Seit einer Weile gehe Sascha auch nicht mehr an die Veranstaltung. «Es ist ja auch das erste trans Motto, das es überhaupt gibt. Vorher ging es 26 Jahre um Lesben und Schwule und ein bisschen um Bisexuelle. Ich habe an der Zurich Pride auch schon Anfeindungen von weissen schwulen cis Männern erlebt», berichtet Sascha Rijkeboer.

LQBTQ Expertin Anna Rosenwasser ist sich sicher, dass die riesige Reichweite der Zurich Pride in der LGBTQ-Community und die bisherige Vernachlässigung der trans Personen beim Motto die Diskussion um den Namen entfacht haben. Zurich Pride hat auf die Kritik um ihr Motto reagiert und will es nun abändern. Dabei soll das Wort «trans» weiterhin Bestandteil sein.

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(Team Video News)

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