Mein Mar-a-LagoTrumps Freude, endlich wieder daheim in Florida zu sein
Tausende hiessen den frischgebackenen amerikanischen Ex-Präsidenten in Palm Beach willkommen und Fotos zeigen, wie sehr sich Donald Trump darüber zu freuen scheint. Hier dürfte er einiges vorhaben.
Darum gehts
Donald Trump ist jetzt Ex-Präsident.
In West Palm Beach, Florida, haben ihn trotzdem Tausende seiner Anhänger begeistert empfangen.
Weniger begeistert sind Nachbarn der Trumps und die Stadt Palm Beach.
Südflorida ist genau der richtige Ort für die politischen Ambitionen der Familie Trump.
Von aussen unterscheiden sich die ersten Tage als Nicht-mehr-Präsident der USA nur geringfügig von den letzten Tagen im Weissen Haus: Secret-Service-Agenten, deren 24/7-Dienst er sich mit einem Trick in letzter Minute für alle seine Kinder sicherte, bewachen Donald Trumps Anwesen und Golfclub Mar-a-Lago in Palm Beach, die Zufahrten sind für Nicht-Clubmitglieder gesperrt. Anders als in Washington aber ist Trump hier von mehr Wohlwollenden umgeben.
Am Mittwoch hatten Tausende Trump-Anhänger ihren Helden mit Plakaten und Fahnen in Südflorida empfangen. Einer von ihnen ist Julio Ramirez: «Florida ist ein Trump-Staat und wird es immer sein. Trump wird sich hier nicht ausruhen, das kann ich Ihnen sagen. Wir alle stehen hinter ihm», sagt er dem «Guardian».
«Palm Beach als MAGA-Hauptquartier»
Im Gegensatz zu seiner wahren Heimat New York ist Trump in Florida willkommen, hier fühlt er sich zu Hause. Das hat gute Gründe: Der Sonnenschein-Staat hat mit Ron DeSantis einen Trump-loyalen Gouverneur, zwei republikanische Senatoren und zahlreiche Rechtsaussen-Politiker an der Spitze. Hier liegen die Büros grosser rechtspopulistischen Medienplattformen wie «Newsmax», und in Südflorida hat sich längst eine zwielichtige Immobilienszene entwickelt, notiert die «New York Times».
All das spricht dafür, sich hier eine politische Zentrale aufzubauen. «Trump wird Palm Beach zum Hauptquartier seiner MAGA-Bewegung machen», prophezeit Dave Aaronberg, Staatsanwalt von Palm Beach County im «Guardian». Das werde bestimmt mit «Drama» einhergehen, «mit Verkehr und Staus und vielen Medien», so Aaronberg. «Er wird das Gesprächsthema im Ort bleiben, solange er hier ist.»
Jupiter fürchtet Donald Jr.
Schon brodelt die Gerüchteküche sowohl um Trumps nächsten Zug, als auch um die politischen Ambitionen von Trumps Kindern Ivanka und Eric. Ivanka und ihr Mann Jared Kushner sind dabei, sich in Südflorida niederzulassen, auch Donald Jr. zieht mit seiner Freundin hierher um. Als sie sich in der Stadt Jupiter nach Häusern umsahen, hätten Nachbarn bereits gegen diese Aussicht protestiert, so die «New York Times».
Donald Trump mag sich in Mar-a-Lago heimisch fühlen, doch seine unmittelbare Nachbarschaft erwidert die Liebe nur bedingt. Sie will den ganzen Rummel um den Ex-Präsidenten nicht und hat längst Klagen angestrebt. Dabei wird angeführt, dass Donald Trump gegen eine vor Jahrzehnten unterschriebene Vereinbarung verstosse, wenn er länger als sieben aufeinanderfolgende Tage auf dem Anwesen des Golfclubs wohnt. Sie wollen das Gelände nicht als Privatanwesen genutzt wissen. Das Ganze wird wohl mit Vergleichen enden.
«Seine Fans sind angsteinflössend»
Kommt hinzu, dass die Nachbarn Trumps sich vor dessen extremistischen Anhängern, die nun auftauchen könnten, fürchten: «Seine Fans sind angsteinflössend», sagt eine Anwohnerin. «Wer will so etwas in der Nähe? Er ist auf jede Weise eine widerliche Person.» Dass sie dem Zuzügler selbst auf der Strasse begegnen könnte, ist wenig wahrscheinlich. Trump verlasse das Anwesen nie, sagt ein ehemaliges Mitglied des Golfclubs. «Er geht zum Golfplatz und zurück ins Haus.»
Auch mit den Behörden der Stadt Palm Beach steht Trump wegen Mar-a-Lago seit längerem auf Kriegsfuss. Sei es wegen eines geplanten Anlegehafens, wegen der Höhe eines Fahnenmastes oder einem Helikopterlandeplatz, den Trump ohne Genehmigung baute und jetzt entfernen muss. Derlei Kleinkriege dürften dem Ex-Präsidenten dieser Tage aber kaum zu schaffen machen. Was Trump auf dem Magen liegen dürfte, ist das historische zweite Amtsenthebungsverfahren gegen ihn, das der Senat demnächst eröffnen will.