Twint: Nutzerin verliert 4400 Franken durch Betrug

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Meyrin GE4400 Franken weg: Twint-Kundin fühlt sich im Stich gelassen

Eine Frau aus Meyrin verlor durch einen Hack ihres Twint-Kontos über 4400 Franken. Sowohl ihre Bank als auch Twint lehnen eine Erstattung ab.

Twint: Eine Frau aus Meyrin GE verlor über 4400 Franken durch 25 betrügerische Transaktionen. Raiffeisen und Twint lehnen die Verantwortung ab. (Symbolbild)
Bank und Twint berufen sich auf Eigenverschulden. (Symbolbild)
Während ihrer Ferien hatte das Betrugsopfer ein verdächtiges SMS erhalten, das zur Eingabe eines Codes aufforderte. Es hielt es für einen Irrtum und löschte es. (Symbolbild)
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Twint: Eine Frau aus Meyrin GE verlor über 4400 Franken durch 25 betrügerische Transaktionen. Raiffeisen und Twint lehnen die Verantwortung ab. (Symbolbild)

Twint

Darum gehts

  • Eine Frau aus Meyrin wurde Opfer eines Betrugs auf ihrem Twint-Konto.

  • Weder die Bank Raiffeisen noch Twint übernehmen Verantwortung und verweisen auf mögliches Eigenverschulden der Nutzerin.

  • Experten empfehlen, das Transaktionslimit zu senken, um Schäden zu begrenzen.

Eine Frau aus Meyrin GE ist Opfer eines Angriffs auf ihr Twint-Konto geworden. Ein Unbekannter nutzte ihre Daten, um in insgesamt 25 Transaktionen mehr als 4400 Franken auszugeben. Weder ihre Bank noch Twint selbst sehen sich in der Verantwortung und begründen dies mit einem möglichen Eigenverschulden.

Carolina*, wie die Tamedia-Zeitungen die Betroffene nennen, vermutet, dass ihre Daten am 17. oder 18. Oktober 2024 in einer Filiale von Coop oder Migros kompromittiert wurden. Kurz darauf begann der Betrüger oder die Betrügerin, Summen zwischen 200 und 1200 Franken abzubuchen – vorwiegend im Genfer Quartier Cornavin. Neben ihrem Twint-Konto wurden auch ihre Visa-Karte und ihr Netflix-Account gehackt. Nach ihrer Rückkehr aus den Ferien in Südfrankreich bemerkte Carolina den Betrug, sperrte ihren Twint-Account und erstattete Anzeige.

Bank und Twint lehnen Verantwortung ab

Die Bank Raiffeisen und die Twint-App lehnten eine Erstattung der gestohlenen Beträge ab. Twint erklärte, dass ein Missbrauch nur möglich sei, wenn die Nutzerin sensible Daten wie Namen oder Zugangsdaten weitergegeben habe.

Die Bank verwies auf ihre Allgemeinen Geschäftsbedingungen, die eine Haftung ausschliessen, wenn Kunden ihre Sorgfaltspflichten – etwa bei der Passwortsicherung – nicht einhalten.

Hast du schon einmal einen Betrugsversuch bei einer Zahlungs-App erlebt?

Verdächtiges SMS im Fokus

Während ihrer Ferien hatte Carolina ein verdächtiges SMS erhalten, das zur Eingabe eines Codes aufforderte. Sie hielt es für einen Irrtum und löschte es. Laut dem Bundesamt für Cybersicherheit handelt es sich vermutlich um einen Fall von Social Engineering, bei dem Opfer manipuliert werden, vertrauliche Informationen preiszugeben. Ein direkter technischer Angriff auf die Twint-App oder über Bluetooth sei hingegen äusserst unwahrscheinlich.

«Schützt euch, indem ihr euer Limit anpasst.»

Die Betroffene warnt die Öffentlichkeit

Twint betont, dass die App ein «sehr sicheres Zahlungsmittel» sei und nur durch die aktive Weitergabe von Zugangsdaten kompromittiert werden könne. Die Konsumentenschutzorganisation Fédération Romande des Consommateurs (FRC) rät jedoch, die täglichen Transaktionslimits in der App auf niedrige Beträge zu setzen, um Schäden zu begrenzen. Carolina hat mittlerweile ihre Bank gewechselt. Sie appelliert: «Ich möchte andere davor warnen, wie einfach man Opfer eines solchen Betrugs werden kann. Schützt euch, indem ihr euer Limit anpasst.»

Sicherheitsexperten raten zu besonderer Vorsicht

Das Bundesamt für Cybersicherheit erläutert, dass derartige Betrugsfälle häufig durch Phishing verursacht werden. Dabei verleiten gefälschte SMS oder E-Mails die Opfer dazu, persönliche Daten preiszugeben. Eine weitere Möglichkeit ist der sogenannte SIM-Swap, bei dem Betrüger eine virtuelle eSIM beantragen und so Kontrolle über den Telefonanschluss des Opfers erhalten. Dadurch könnten sie sensible Verifizierungscodes abfangen.

Sicherheitsexperten raten zu besonderer Vorsicht bei Zahlungs-Apps wie Twint. Nutzer sollten verdächtige Nachrichten ignorieren und niemals persönliche Daten preisgeben. Carolina fordert von den Betreibern mehr Transparenz und Sicherheit: «Ich wünsche mir, dass Twint und die Banken ihre Nutzer besser schützen und mehr Verantwortung übernehmen.»

*Name geändert

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