Mysteriöses ForellensterbenUntersuchung findet keine Schadstoffe im Blausee
Die Ursache des Fisch-Massensterbens im Blausee bleibt weiter ungeklärt. Bei Gewässerproben des Kantons Bern wurden nahezu keine Substanzen nachgewiesen.
Darum gehts
Das Fischsterben im Blausee führten die Blausee-Besitzer stets auf illegale Giftmüll-Entsorgungen in einem Steinbruch zurück.
Eine Analyse des Kantons Bern ergab nun, dass sich praktisch keine Substanzen im Grund- und Quellwasser befinden.
Damit bleibt die Ursache für das mysteriöse Forellensterben ungeklärt.
Der Umweltskandal um die toten Forellen im Blausee ist um ein verblüffendes Kapitel reicher: Ein Untersuchungsbericht des Kantons Bern kommt zum Schluss, dass es «keine Hinweise auf eine Beeinträchtigung des Grundwassers mit Schadstoffen» gibt. Dies berichtet die «Sonntagszeitung», welcher der Bericht vorliegt.
Demzufolge wurden im Juni und September 2020 Proben vom Grundwasser der Fischzucht und von der nahe gelegenen Waldquelle auf über 700 Substanzen analysiert. Ein paar Ergebnisse: Ammonium und Nitrit wurden gar nicht nachgewiesen. Spuren von Pestiziden, Pharmaka, Industriechemikalien oder Glyphosat blieben unter der Nachweisgrenze. Einzig Zink fand sich in Grund- und Quellwasser sowie 0,16 Nanogramm Nitropenta pro Liter im Steinbruch – wobei es laut Bundesamt für Umwelt (Bafu) erst ab 70’000 Nanogramm problematisch wird.
Weitere Untersuchungen angekündigt
Wie Oliver Steiner vom Amt für Wasser und Abfall (AWA) gegenüber der Zeitung ankündigt, werden im kommenden September erneut Gewässerproben genommen und analysiert. Zudem habe man Mitte April im Bereich des Steinbruchs an sechs Messstellen Material für die Untersuchung gesichert.
Wie die Blausee AG rund um Verwaltungsratspräsident Stefan Linder die neusten Untersuchungsergebnisse aufgenommen hat, bleibt offen; die Berner Staatsanwaltschaft hatte Anfang April verfügt, dass sich die Besitzer wegen «Störmanövern» nicht mehr zu ihrer Klage und den Untersuchungen äussern dürfen. Ebenso unbeantwortet bleibt die Frage nach der Ursache für das Massensterben. Möglich ist, dass das Gift der illegal entsorgten Abfälle im Steinbruch nach starkem Regen zu den Fischen gelangte.
Umweltskandal Blausee
Im September 2020 wurde bekannt, dass die Betreiber des Insta-Hotspots im Berner Oberland Strafanzeige eingereicht hatten. Dies, nachdem es mehrmals zu einem grösseren Fischsterben in der Forellenzucht gekommen war. Die Blausee AG vermutet einen Zusammenhang mit Altschotter aus dem Lötschberg-Scheiteltunnel, der bis Mitte Juni 2020 in einer Kiesgrube beim Blausee abgelagert wurde. Erst später wurde bekannt, dass auch andere Firmen illegal giftige Güter im Steinbruch entsorgt hatten. Der Steinbruch ist keine Deponie und somit nicht gesichert gegen Umweltgifte. Zudem liegt die Grube in einer Gewässerschutzzone und einem sensiblen Grundwassergebiet. Weil unklar ist, ob auch Behörden in den Umweltskandal involviert sind, hat das Berner Kantonsparlament eine Geschäftsprüfungskommission GPK ins Leben gerufen, die sich seither mit dem Fall auseinandersetzt. Die Ergebnisse der Untersuchungen sollen noch in der laufenden Legislatur präsentiert werden.
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