Extrem-Radrennen«Während den 10 Tagen schlief ich nur 9 Stunden»
Die Winterthurin Nicole Reist hat mit dem Velo in zehn Tagen 5000 Kilometer zurückgelegt. Beim Extrem-Radrennen «Race Across America» landete sie auf dem dritten Platz.
Am diesjährigen Extrem-Radrennen «Race Across America» hat die Winterthurerin Nicole Reist fast 5000 Kilometer in 10 Tagen zurückgelegt. (Video: Stefan Zürrer)
Einmal von der amerikanischen Westküste an die Ostküste fahren und das in 10 Tagen – das hat die Winterthurerin Nicole Reist geschafft. Am diesjährigen Extrem-Radrennen «Race Across America» hat sie fast 5000 Kilometer zurückgelegt. Als zweite Frau überhaupt stand die 33-Jährige in der 37-jährigen Geschichte des Rennens und als erste Frau seit 25 Jahren auf dem Siegestreppchen der Solofahrer – bezwungen nur von zwei Männern.
Während 10 Tagen nur 9 Stunden Pause
Nun erholt sie sich in Annapolis. «Mir geht es blendend und habe keine grosse Schmerzen.» Absolut zufrieden sei sie mit dem Ergebnis, sagt sie zu 20 Minuten: «Alles verlief reibungslos – mein Team und ich hatten keine Zwischenfälle.»
Unglaublich anstrengend sei es aber gewesen bei brütender Hitze, Regenschauern und tiefen Temperaturen auf dem Velo zu strampeln: «Ich habe während den 10 Tagen nur 9 Stunden Pause gemacht», so die 33-Jährige. Während den gesamthaft 11 Pausen habe sie sich jeweils ins Wohnmobil gelegt und kurz geschlafen. Danach ging es gleich wieder weiter: «Gegessen und getrunken habe ich auf dem Velo.»
Obwohl sie seit 13 Jahren Ultracycling betreibt, war auch für sie dieses Rennen eine grosse Herausforderung: «Es braucht jahrelange Vorbereitung, viel Disziplin und Ausdauer.» Aber auch dann sei es nicht garantiert, dass man es ins Ziel schafft: «70 Prozent der Teilnehmer brechen das Rennen ab – meistens weil der Körper streikt.»
Nur drei Frauen nahmen am Radrennen teil
Bei Reist war das zum Glück nicht der Fall. Am Freitagabend kurz vor 23 Uhr erreichte die 33-jährige Schweizerin nach 4941 Kilometern und 53'400 Höhenmetern durch 12 Staaten das Ziel in Annapolis im Bundesstaat Maryland. Mit der beeindruckenden Fahrzeit von 9 Tagen, 23 Stunden und 57 Minuten und einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 20,58 km/h absolvierte sie das Nonstop-Rennen als eine von drei Frauen.
Zuvor hatte Österreichs Extrem-Radsportler Christoph Strasser die Härteprüfung zum fünften Mal als Sieger beendet. Damit zog er mit dem slowenischen Rekordsieger Jure Robic gleich. Strasser hatte im Rennen von der US-West- an die Ostküste bereits 2011, 2013, 2014 und 2017 triumphiert. Diesmal bewältigte der 35-Jährige die Prüfung in 8 Tagen, 1 Stunde und 23 Minuten. Dabei sass er bei zwölf Stopps nur insgesamt 8:18 Stunden nicht auf dem Rad. (mon/sda)