WallisSkigebiet Grächen steht vor dem Aus
Das Familien-Skigebiet in Grächen VS steht wegen eines gewaltigen Schuldenbergs vor dem Aus. Nun versuchen die Verantwortlichen, Gelder durch Aktienverkauf zu gewinnen.
Darum gehts
Das Skigebiet in Grächen steht wegen 20 Millionen Franken Schulden vor dem Aus.
Einheimische und Zweitwohnungsbesitzer sollen durch Aktienkäufe helfen.
Mindestens sechs Millionen Franken müssen gesammelt werden, um das Skigebiet zu retten.
20 Millionen Franken – dieser gewaltige Schuldenberg hat sich im Skigebiet Grächen im Wallis aufgetürmt, und er ist kaum noch zu bewältigen. Die Gründe: die Inflation und steigende Mitarbeiter- sowie Energiekosten. «Es ist fünf vor zwölf», sagt Kurt Schär, Verwaltungsratspräsident der Touristischen Unternehmung Grächen, gegenüber SRF.
Was denkst du über die Idee, das Skigebiet in Grächen durch Aktienkäufe zu retten?
Aufgeben will man das beliebte Familien-Skigebiet allerdings noch nicht. Deswegen bittet man sowohl die Anwohner als auch Menschen mit Zweitwohnsitz im Ort um Hilfe: Jeder, der könne und wolle, hat jetzt die Möglichkeit, Aktien zu zeichnen. Zusätzlich wurde über die Plattform GoFundMe eine Spendenaktion gestartet.
Nur wenn mindestens sechs Millionen Franken zusammenkämen, habe das Skigebiet eine reelle Chance, zu überleben. Über die Details des Vorhabens wurde am vergangenen Mittwoch auf einer Veranstaltung informiert.
Setzt bei Schliessung eine Kettenreaktion ein?
Aber allein mit sechs Millionen Franken lässt sich das Skigebiet nicht halten: Deswegen wurden gleichzeitig die Gläubiger gebeten, auf zehn der zwanzig Millionen Franken Schulden zu verzichten. Laut dem Verwaltungsratspräsidenten Kurt Schär würde dies aber nur passieren, wenn neues Geld reinkäme.
Wenn der Aktienverkauf nicht den gewünschten Erfolg verspricht, «dann wird Grächen wahrscheinlich von der touristischen Landkarte verschwinden», sagt Kurt Schär. Dies dürfe auf keinen Fall passieren, es gehe um alles oder nichts. Laut Gemeindepräsident Martin Schürch würde sich eine Schliessung auf den gesamten Ort auswirken: «Ferienwohnungen wären weniger wert, Geschäfte müssten schliessen, Arbeitsplätze gingen verloren.»
Gemischte Reaktionen bei der Bevölkerung
Bei den Menschen vor Ort fielen die Reaktionen auf die Infoveranstaltung gemischt aus. Während manche sich nun über den «Ernst der Lage bewusst seien», sprechen wiederum andere von Panikmache.
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