Wie anstrengend ist das Sporttraining mit Maske?

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Neue Corona-RegelnWie anstrengend ist das Sporttraining mit Maske?

Im Yoga, Zumba oder Gym gilt neu eine Maskentragepflicht. Wie fest beeinflusst das Masken-Obligatorium aus sportwissenschaftlicher Sicht das Training – und wie schädlich ist es?

Geräteturnen, Yoga, Zumba und Krafttraining sind nur dann erlaubt, wenn eine Gesichtsmaske getragen, der erforderliche Abstand eingehalten und der Raum gut gelüftet werden kann.
Die Maskenpflicht gilt für den gesamten Besuch des Fitnesscenters.
Doch wie gefährlich ist das Training mit Maske?
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Geräteturnen, Yoga, Zumba und Krafttraining sind nur dann erlaubt, wenn eine Gesichtsmaske getragen, der erforderliche Abstand eingehalten und der Raum gut gelüftet werden kann.

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Darum gehts

  • In Fitnessclubs gilt ab sofort eine allgemeine Maskenpflicht.

  • Gibt es dadurch negative gesundheitliche Auswirkungen?

  • Christina Spengler, Vizepräsidentin der Sportwissenschaftlichen Gesellschaft der Schweiz (SGS) und Leiterin des Labors für Human- und Sportphysiologie an der ETH Zürich, nimmt Stellung.

Beim Joggen auf dem Laufband, beim Krafttraining oder im Yoga-Kurs: Ab sofort gilt in Innenräumen eine allgemeine Maskentragepflicht. «Gerade das Ausdauertraining ist nicht optimal, um Ansteckungen zu verhindern», sagte Bundesrat Alain Berset im Gespräch mit 20 Minuten. Fitness sei wichtig, aber bis sich die Situation wieder normalisiere, könne man auch in der Natur Sport machen, so Berset.

Doch nicht alle wollen dem Regen und den kalten Temperaturen trotzen. Für einige ist es etwa aufgrund der benötigten Geräte gar nicht möglich, ausserhalb eines Fitnessstudios zu trainieren. Sie stellen sich jetzt die Frage, ob ein Training mit Maske gesundheitsgefährdend sein könnte. Für Christina Spengler, Vizepräsidentin der Sportwissenschaftlichen Gesellschaft der Schweiz (SGS) und Leiterin des Labors für Human- und Sportphysiologie an der ETH Zürich, ist klar: Das Sporttraining mit Maske ist nicht gefährlich – solange gewisse Hygienemassnahmen eingehalten werden.

Neue Maske im Training verwenden

«Trägt man etwa eine unsachgemäss gehandhabte oder eine schon den ganzen Tag über verwendete Maske, könnte die Gefahr bestehen, dass dort angesammelte Bakterien in den Atmungstrakt gelangen», so Spengler. Dieses Risiko falle jedoch weg, wenn man neue Masken benutze. Spengler empfiehlt, für intensives Training eine neue chirurgische Maske zu tragen und diese nach dem Training nicht mehr zu benutzen.

Die Maskenpflicht sei also nicht gesundheitsschädlich, sondern für viele einfach unangenehm, sagt Spengler. «So wird etwa die Wärme und die Feuchtigkeit, die sich bei körperlicher Anstrengung unter der Maske bilden, als störend empfunden.»

Geringe Leistungseinbussen erwartbar

Durch den erhöhten Atemwiderstand mit einer Maske werde das Training aber oftmals als anstrengender erlebt. «Das Gesamtanstrengungsempfinden ist grösser, weil die Atemmuskulatur ein bisschen mehr arbeiten muss», sagt Spengler. Um die Atemmuskulatur zu stärken, setzten Spitzensportler jedoch schon lange auf diverse Geräte, die den Atemwiderstand erhöhten. «Und bei diesen Sportlern gibt es auch keine negativen Auswirkungen auf die Gesundheit – im Gegenteil.»

Auf die maximale Leistungsfähigkeit habe die Maske hingegen einen Einfluss: «Eine Studie zeigte, dass die maximale Leistungsfähigkeit durch das Tragen einer Maske leicht reduziert wird», sagt Spengler. Bei den Tests mass man den Sauerstoffverbrauch bei Velofahrern in einem sogenannten Maximaltest. Einen signifikanten Einfluss auf das normale Training sollte die Maske trotzdem nicht haben: «Kaum jemand kommt im Fitnesscenter an die Grenze seiner maximalen Leistungsfähigkeit.»

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