WirtschaftCoop zahlt 2025 mehr Lohn – Sozialpartner zeigen sich unzufrieden
Angestellte der Detailhändlerin Coop, die einem Gesamtarbeitsvertrag unterstellt sind, erhalten 2025 generell mindestens ein Prozent mehr Lohn. Sozialpartner üben Kritik.
Darum gehts
2025 erhalten einige Coop-Mitarbeitende mehr Lohn.
Um ein Prozent steigt das Entgelt für die Angestellten mit einem Gesamtarbeitsvertrag.
Sozialpartner bezeichnen die Lohnverhandlungen als gescheitert, da sie nicht die ganzen Kosten abdecken.
Im kommenden Jahr dürfen sich die Mitarbeitenden von Coop, die einem Gesamtarbeitsvertrag unterstellt sind, auf höhere Löhne freuen. Die Detailhändlerin teilte am Montagmorgen mit, das Entgelt steige um mindestens ein Prozent. Kaderangestellte erhalten individuelle Lohnerhöhungen, für die Coop ebenfalls ein Prozent der Lohnsumme zur Verfügung stellt.
«In den vergangenen zehn Jahren sind die Löhne bei Coop, teilweise trotz einer Negativteuerung, um 10,7 Prozent erhöht worden», heisst es in der Mitteilung weiter. Dies entspricht einer Reallohnerhöhung von 4,4 Prozent. Zudem übernimmt Coop zwei Drittel der Pensionskassenbeiträge.
Gewerkschaften unzufrieden
In einer gemeinsamen Medienmitteilung bezeichnen die Gewerkschaft Unia, der Kaufmännische Verband, das Ocst und die Syna die Lohnverhandlungen als ungenügend. «Coop lehnte den Teuerungsausgleich des laufenden Jahres sowie den Ausgleich der Krankenkassenprämien und eine Reallohnerhöhung für das Personal ab.» Die genannten Verbände hätten deshalb dem Ergebnis der Lohnverhandlungen nicht zustimmen können.
«Positiv bewerten die Sozialpartner jedoch, dass Coop zum Ende der Verhandlungen von einer individuellen Lohnrunde absah und einer generellen Lohnerhöhung für alle GAV unterstellten Mitarbeitenden zugesagt hat.» Für die Zukunft sei es wichtig, dass die Detailhändlerin bereit war, einen generellen Anteil zu sprechen und damit so viele Mitarbeitende wie möglich von der Lohnrunde profitieren.
«Im Durchschnitt sind die Kosten seit Ende 2020 um sieben Prozent gestiegen. Dabei sind die steigenden Krankenkassenprämien noch nicht mit eingerechnet. Der Kaufkraftverlust ist real und mit jedem Jahr wird die Situation noch schwieriger», erklärt Hannes Elmer, Fachverantwortlicher Sozialpartnerschaft beim Kaufmännischen Verband Schweiz. Verdiene jemand weniger als 4525 Franken, machten schon 45 Franken im Monat einen grossen Unterschied.
Unia-Verhandlungsleiterinnen Anne Rubin und Leena Schmitter machen klar: «Seit Jahren sind die Personalkosten unter Druck und 2024 wurde die Schraube noch weiter angezogen. Die Mitarbeitenden sprechen von Personalmangel, enormem Leistungsdruck und grosser Flexibilität», so Rubin. Schmitter ergänzt: «Die Mitarbeitenden erwirtschaften immer höhere Gewinne mit weniger Personal und riskieren dabei ihre Gesundheit. Coop profitiert von dieser enormen Arbeitsverdichtung. Eine Lohnerhöhung, die zumindest die Lebenshaltungskosten deckt, wäre im Sinne des Personals.»
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