ZürichSo müssen die Schulen bei Masernausbruch vorgehen
An der Primarschule Winkel ZH sind die Masern ausgebrochen. Das Volksschulamt hat daraufhin eine E-Mail verschickt, wie Schulen im Falle eines Masernausbruchs vorgehen müssen.
Darum gehts
An der Primarschule Winkel in Zürich wurde ein Masernfall bestätigt.
Alle Kontaktpersonen mussten in Quarantäne, konnten aber nach einem Tag zurückkehren.
Die Erkrankten müssen 21 Tage in Isolation bleiben.
Ein neuer Plan des Volksschulamts fordert bei Verdacht auf Masern einen Nachweis der Immunität.
Geimpfte oder Personen, die bereits ein Mal an Masern erkrankt sind, gelten als immun.
Masern gelten eigentlich als eliminiert in der Schweiz.
Ein alarmierender Anruf ging bei der Schulleitung der Primarschule Winkel ein. Am Dienstagabend, dem 11. März, teilte die Leiterin des schulärztlichen Dienstes mit, dass es an der Schule einen bestätigten Masernfall gebe. Masern gelten in der Schweiz seit 2019 eigentlich als eliminiert, laut Weltgesundheitsorganisation. Im schlimmsten Fall kann eine Infektion tödlich sein.
Der Schulpräsident von Winkel, Julian Leserri, bestätigt dies auf Anfrage der NZZ. «Wir haben sofort alle zuständigen Lehrpersonen und Eltern informiert. Alle Kinder, welche mit dem betroffenen Kind in der infektiösen Phase Kontakt hatten, mussten sofort in Quarantäne beziehungsweise zu Hause bleiben. Dasselbe galt für die Lehrpersonen», erklärt Leserri.
Für kurze Zeit in Quarantäne
Sie blieben am Mittwoch zu Hause. Zudem wurde die gesamte Schule über die Masernfälle informiert. Am Donnerstag konnten alle Kontaktpersonen wieder wie gewohnt in die Schule gehen. Sie waren alle nachgewiesen immun gegen die Krankheit.
Die drei Angesteckten sind alle Mitglieder der gleichen Familie, bestätigt die Gesundheitsdirektion der NZZ.

Schülerinnen und Schüler einer Klasse und deren Lehrer mussten am Mittwoch zu Hause bleiben. (Symbolbild)
Getty ImagesVolksschulamt Zürich veröffentlicht klaren Plan
Seit Beginn des Jahres sind im Kanton Zürich insgesamt elf Masernfälle gezählt worden, teilt die Gesundheitsdirektion mit. Als Vergleich: Im vergangenen Jahr gab es kantonsweit insgesamt 13 Fälle, dabei war nur einmal eine Schule involviert.
Eine Woche nach dem Fall in Winkel hat das Volksschulamt eine E-Mail an die Zürcher Schulen versendet, mit einer Anleitung, wie sie sich bei einem Masernverdacht verhalten müssen. Der Plan fordert, dass alle Schülerinnen und Schüler sowie Lehrpersonen der betroffenen Klasse umgehend nach Hause gehen. Dann müssen sie innert drei bis fünf Stunden ein Foto ihres Impfausweises einreichen.
Wer nicht immun ist, muss 21 Tage in Isolation
Die Schulärztin oder der Schularzt prüft den Ausweis und meldet sich bei den Betroffenen. Kinder und Erwachsene, die nachgewiesen geimpft sind, gelten als immune Kontaktpersonen. Alle anderen können mit einer Blutprobe prüfen lassen, ob sie Antikörper besitzen – dies ist unter anderem der Fall, wenn man bereits einmal an Masern erkrankt war. Nur dann darf die Quarantäne verlassen werden.
Wer nicht als immun gilt, muss 21 Tage in Isolation gehen, sofern der Kontakt zur erkrankten Person weniger als 72 Stunden her ist. Während dieser Zeit ist für Schülerinnen und Schüler Fernunterricht angesagt. Eine Ausnahme gebe es laut dem Volksschulamt: Wer sich bei einem Verdachtsfall innert 72 Stunden impfen lässt, muss nicht isoliert werden.
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Masern können tödlich sein
Masern sind eine hochansteckende Viruskrankheit, die mit Tröpfchen übertragen wird, also durch Husten oder Niesen. Die Krankheit untersteht der Meldepflicht des Bundesamts für Gesundheit (BAG). Normalerweise hinterlässt eine Masernerkrankung keine bleibenden Folgen. Aber in gewissen Fällen kann Masern zu schweren Komplikationen führen – im schlimmsten Fall auch zum Tod.
Viel aus Corona-Pandemie gelernt
Aus der Corona-Pandemie habe man viel gelernt. Die Primar in Winkel war gut auf die Ausnahmesituation vorbereitet. Die Schüler, welche momentan isoliert sind, gehen weiterhin im Homeschooling zur Schule und verpassen so nichts.
Laut Schulpräsident Leserri hatte die Pandemie noch einen weiteren positiven Aspekt: Akzeptanz. Niemand habe sich gegen die Quarantänebestimmungen gewehrt und alle haben sich daran gehalten. Das mache ihn zuversichtlich, dass auch im Fall weiterer Masernfälle an der Schule alles reibungslos verlaufen würde.
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