Zürich«Es ist absurd»: Jemand schnappte Yaël Meiers «Traumwohnung» weg
Der Zürcher Wohnungsmarkt spiele verrückt, kritisiert die erfolgreiche Jungunternehmerin und Mutter Yaël Meier. Auf Linkedin bittet sie um Tipps für eine Bleibe in der Stadt Zürich.
Darum gehts
Jungunternehmerin Yaël Meier sucht nach einem Haus oder einer Wohnung in der Stadt Zürich.
Sie sei aus ihrer 1100 Franken teuren Genossenschaftswohnung ausgezogen, um diese einer anderen Familie zu überlassen.
Dass sie nun auf Linkedin nach Wohnungen oder Häusern sucht, stösst bei einigen Usern auf Missfallen.
Die Wohnungskrise in Zürich bereitet Wohnungssuchenden Kopfzerbrechen – selbst der erfolgreichen Jungunternehmerin Yaël Meier, Co-Gründerin der Marketing-Firma «ZEAM». «Wir suchen eine Wohnung in Zürich Enge!», schreibt sie auf Linkedin. Vor einem Jahr seien sie aus einer günstigen Genossenschaftswohnung ausgezogen. Für 4,5-Zimmer hätten sie bloss 1100 Franken pro Monat bezahlt, so Meier.
Der Zürcher Wohnungsmarkt spiele allerdings verrückt, Mietpreise gingen durch die Decke. «Es ist absurd.» Daher hätten sie sich dafür entschieden, die günstige Wohnung einer anderen Familie zu überlassen, teilt Meier mit. «Jetzt wird es Zeit, den Ort zu finden, an dem wir unsere Familie grossziehen.»
Die Suche gestalte sich aber schwierig – so habe ihr jemand ihre Traumwohnung weggeschnappt. «Leider gehen diese immer unter der Hand weg und so auch in unserem Fall.» Falls jemand eine Wohnung oder ein Haus in der Enge vermietet oder verkauft, soll man sich daher gerne melden.

«Wahre Selbstlosigkeit findet ohne öffentlichen Beifall statt», kritisiert eine Frau auf Linkedin.
Tamedia/Ela Çelik«Perverser Wohnungsmarkt»
In den Kommentaren erntet sie für ihren Aufruf viel Zuspruch: «Genau so sollte es sein! Den leistbaren Wohnraum denjenigen überlassen, die es sonst nicht vermögen!», kommentiert eine Person. Ein weiterer User hat Respekt für die Entscheidung und fügt an, dass der Zürcher Immobilienmarkt «crazy» sei: «Ich ziehe nach vier Jahren in den USA zurück in die Schweiz und weiss genau, wovon du schreibst.» Ein Mann findet sogar: «Wenn nicht mal Yaël Meier eine Wohnung findet, dann zeigt das auf, wie pervers der Wohnungsmarkt geworden ist.»
Meier muss aber auch scharfe Kritik einstecken, wie «Züri Today» berichtet. «Wahre Selbstlosigkeit findet ohne öffentlichen Beifall statt», schreibt eine Frau. Es sei traurig, dass wohlhabenden Menschen für das Minimum von angemessenen sozialen Verhalten applaudiert werde. Wer in Zürich zentral leben wolle, müsse sich mit den Mietzinsen abfinden, findet eine weitere Person: «In dieser Vermögenslage kann man sich auch eine Wohnung für 4000 Franken leisten, oder etwa nicht?»
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