«Es enthält nichts, was beim Abnehmen hilft»

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Amals Diät-Spray«Es enthält nichts, was beim Abnehmen hilft»

Amal Alamuddin war bei ihrer Heirat gertenschlank. Angeblich wegen eines wundersamen Diät-Sprays. Experten halten davon nichts. Selbst der Hersteller relativiert.

Fee Riebeling
von
Fee Riebeling

Amal Alamuddin hat es zwar geschafft, mit George Clooney einen von Hollywoods überzeugtesten und begehrtesten Junggesellen vor den Traualtar zu bewegen. Trotzdem schien sich die erfolgreiche Anwältin bis zum Schluss ihrer Sache nicht ganz sicher. So soll sie - um an ihrem grossen Tag eine gute Figur zu machen - zu einem besonders wirkungsvollen Diät-Spray gegriffen haben.

Das angebliche Wundermittel wird drei Mal am Tag direkt auf die Zunge gesprüht und soll so sämtliche Gelüste und Heisshunger-Attacken unterbinden (siehe Box). Laut dem Hersteller können Frauen so 9 bis 14 Kilogramm in 42 Tagen «wegsprühen». Bei Männern sollen es im gleichen Zeitraum sogar 14 bis 20 Kilogramm sein.

Experten sind nicht überzeugt

«Reine Geldverschwendung», nennt das Christine Brombach von der Fachstelle Ernährung der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften ZHAW mit Blick auf die Inhaltsliste des Sprays. «Das Präparat enthält vor allem Vitamine und sicher nichts, was einen abnehmen lässt.» Wenn es überhaupt wirke, dann nur in Kombination mit Sport und einer Ernährungsumstellung.

Ein Umstand, auf den auch der Hersteller selbst hinweist - auf seiner Webseite und deutlich kleiner gedruckt als der Rest. Demnach wurde der Diät-Spray weder von der kanadischen noch von der amerikanischen Lebensmittel- und Arzneimittelbehörde geprüft. Zudem gäbe es keine Beweise dafür, dass man damit mehr abnehme als wenn man einfach die Kalorienzufuhr reduziere. Auch sei nicht belegt, dass es bei einer Umverteilung des Körperfetts helfe oder Hungerattacken stoppe.

Einfache Tipps

«So ungern wir das auch hören: Ohne Anstrengung nimmt man nicht ab», erklärt Brombach. Bewegung und der Verzicht auf zu viele Kilokalorien seien das A und O. Statt auf die Wirkung von heilversprechenden Präparaten zu hoffen, sollten Abnehmwillige lieber regelmässig eine Tramstation früher aussteigen und die letzten Schritte zum Ziel zu Fuss zurücklegen.

Auch was Heisshungerattacken angeht, hat sie einen deutlich gesünderen Tipp parat: Ablenken! «Und wenn es wirklich nicht mehr auszuhalten ist, einen Kaugummi kauen oder in einen Apfel beissen.» Ganz auf süsse oder salzige Verlockungen zu verzichten, falle natürlich schwer, so die Expertin. Damit nicht Fressanfälle die Folge sind, rät sie, sich nichts zu verbieten und sich hin und wieder mal eine Mini-Portion Chips oder Süsses zu erlauben und die Packungsreste im Keller zu verstauen. «Dann überlegt man sich zwei Mal, ob man dem Gluscht wirklich nachgeben will.»

So soll das Spray funktionieren

Im Prinzip handelt es sich dabei um einen klassischen Appetitzügler, der über die Mundschleimhaut direkt ins Blut aufgenommen wird und somit laut Hersteller schneller wirkt als vergleichbare Pillen oder Drinks. Von dort aus sollen die im Spray enthaltenen Nährstoffe wie Vitamin B5 oder Chrom Heisshunger-Attacken hemmen.

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