«Das ist nicht der Weltuntergang»

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Massenhaftes Tiersterben«Das ist nicht der Weltuntergang»

Vor wenigen Tagen häuften sich die Meldungen von rätselhaften Vogel – und Fischsterben. Nun geben die Forscher Entwarnung: Das Ganze sei dramatisiert worden.

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5000 Vögel fallen an Silvester in Arkansas tot vom Himmel, weitere 500 werden nahe der Ortschaft Pointe Coupee im Bundesstaat Louisiana gefunden. Kurz darauf meldet Schweden den Fund von etwa 100 Vogelkadavern. Fast zeitgleich sind im US-Bundesstaat Maryland, in Brasilien und in Neuseeland massenhaft tote Fische aufgetaucht.

Prompt werden weltweit immer mehr mysteriöse Tierfunde gemeldet. In den letzten Wochen wurde an 30 Orten ein Massentiersterben beobachtet. Doch Wissenschaftler winken vehement ab, wenn es darum geht, Klimaerwärmung oder Umweltkatastrophen dafür verantwortlich zu machen. Die Vorfälle seien nichts anderes als ein «Medienhype». Von apokalyptischen Visionen oder gefährlichen Experimenten mit geheimen Waffen wollen sie gar nichts wissen.

«Massensterben ist Teil der Natur»

«Allein in Nordamerika leben schätzungsweise 10 Milliarden Vögel, es könnten sogar 20 Milliarden sein», sagt Greg Butcher von der nationalen Vogel-Konservierungsgesellschaft Audubon in Washington gegenüber National Geographic. Für die Vorfälle in Arkansas und Louisiana hat er zwei Erklärungen: Lärm und Zusammenprallen.

«Das ist nicht so unüblich, wie es derzeit in den Medien dargestellt wird», ist auch Robert Meeses Meinung, ein Vogelkundler der Universität Kalifonien. «Vielmals finden Massensterben in der wilden Natur statt, ohne dass der Mensch dies wahrnimmt.» In den letzten 30 Jahren habe man 16 solche Situationen beobachtet, erklärt er gegenüber SifyNews. Das grösste Massensterben, von dem man weiss, soll 1904 geschehen sein: Damals sind nach einem schweren Sturm 1,5 Millionen Spornammer in Minnesota und Iowa gestorben. «Die Menschen sollten sich bewusst sein, dass Massensterben ein Teil der Natur sind. Sie finden jedes Jahr statt. Es ist ganz sicher nicht der Weltuntergang», beruhigt er via SifyNews die Leser.

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