Unerklärliches PhänomenMassenhaftes Tiersterben gibt Rätsel auf
In einem Ort in Arkansas fielen am Wochenende Tausende Vögel tot vom Himmel. Nun wurden auch noch 100 000 leblose Fische in einem nahegelegenen Fluss entdeckt. Die Experten sind ratlos.
Im US-Staat Arkansas sind in der Nacht auf Samstag auf einer Strecke von etwa zwei Kilometern massenhaft Vögel tot vom Himmel gefallen. Ersten Meldungen zufolge seien in der Kleinstadt Beebe etwa 1000 Rotschulterstärlinge von diesem merkwürdigen Massensterben betroffen. Inzwischen hat sich die Zahl vervielfacht. Je nach Quelle differieren die Zahlen: Während auf MSNBC.com von 2000 Tieren die Rede ist, spricht «CNN» von 5000 Vögeln.
Das Massensterben scheint aber noch nicht ausgestanden zu sein: Der «Sydney Morning Herald» meldet in seiner Montagausgabe, dass in der Ortschaft Ozark, etwa 200 Kilometer vom Fundort der Vögel, auf dem Fluss Arkansas 100 000 tote Fische auf einer Strecke von 30 Kilometern gefunden worden seien.
Experten suchen verzweifelt nach Ursachen
Die Behörden versuchten die besorgten Anwohner zu beruhigen: Als Grund des massenhaften Fischsterbens könne ein Schadstoff im Wasser ausgeschlossen werden, denn vom Sterben sei nur eine einzige Art betroffen. Wäre der Fluss verseucht, wären alle Fische tot, hiess es in einer offiziellen Erklärung der Jagd- und Fischereikommission von Arkansas. Experten seien allerdings noch auf der Suche nach der Ursache für beide Vorfälle.
Eine staatliche Ornithologin sagte, die Vögel wiesen Anzeichen eines physischen Traumas auf. Möglicherweise sei der Schwarm von einem Blitz oder einem Hagelsturm in grosser Höhe getroffen worden. Ausserhalb des betroffenen Gebiets wurden keine toten Vögel entdeckt. Die erste These, die Tiere könnten von Silvesterböllern aufgeschreckt worden und an Stress gestorben sein, wurde rasch abgeschlagen. Die ersten toten Vögel wurden schon am Freitag vor Mitternacht gemeldet.
Ungefährlich, aber trotzdem Schutzkleidung
Die Einwohner von Beebe sind am Samstagmorgen von weissgekleideten Mitarbeitern der Stadtreinigung überrascht worden. «Ich war im Irak im Krieg, aber so was habe ich noch nie erlebt», sagte Jeff Drennan gegenüber Fox16 News. «Meine Kinder spielen draussen und jetzt weiss ich nicht, ob sie einer Gefahr ausgesetzt sind.» Es sei schon merkwürdig, dass die Putzequipe mit Gasmasken und chemischen Schutzkleidern unterwegs sei, meint Drennan.
Dass die offizielle Zahl der toten Vögel immer noch mit 1000 angegeben werde, inoffizielle Quellen und Medien aber von weitaus mehr Kadavern sprechen, rufe bei den Anwohner Argwohn hervor. «Allein in meinem kleinen Garten habe ich zwischen 35 und 40 Vögel aufgefunden», sagt Janis Donahue.
Die toten Tiere werden derzeit im Labor des National Wildlife Health Center in Madison, Wisconsin, untersucht.