TippsSekundenschlaf kann man vorbeugen
Sekundenschlaf beim Autofahren kommt nicht überraschend, sondern kündigt sich an. Wer am Steuer einnickt, handelt bewusst und damit unverantwortlich.

Power Nap bewahrt vor Sekundenschlaf.
Viele Menschen fahren in den nächsten Wochen mit dem Auto in die Ferien. Um möglichst schnell ans Ziel zu gelangen, ignorieren viele Fahrer alle Anzeichen von Müdigkeit und fahren weiter. «Wer sich so verhält, handelt grob fahrlässig und provoziert Unfälle», sagt Johannes Mathis, Neurologe und Leiter des Zentrums für Schlafmedizin der Uni Bern. Denn Einnicken am Steuer kann die Folge sein.
Der Experte hat in einer Studie im Fahrsimulator zeigen können, dass die auf diese Weise zustande kommenden Unfälle zu vermeiden wären, denn Sekundenschlaf kündigt sich bei Autofahrern immer an. «Wer doppelt sieht, überholende Autos erst spät bemerkt oder immer häufiger gähnen muss, sollte schleunigst anhalten», sagt Mathis. Spätestens wenn das Fahrzeug auf die Nebenspur abzudriften droht, ist eine Pause angesagt (siehe Info-Box), denn Musik hören oder Fenster öffnen reichen nicht.
Die gern angeführte Ausrede, man sei von der Müdigkeit überrascht worden, gilt somit nicht mehr.
Richtiges Verhalten
Wenn eine lange Autofahrt ansteht, ist Schlaf die beste Vorbereitung. Doch das alleine schützt noch nicht vor Sekundenschlaf. Wer die ersten Anzeichen von Müdigkeit verspürt, sollte deshalb runter vom Gas und eine Pause machen. Wer möglichst schnell wieder fahrtauglich werden möchte, sollte einen starken Kaffee trinken und dann eine Viertelstunde schlafen in genau dieser Reihenfolge. Das haben Studien bewiesen.
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