09.06.2026
Di 12:28
Warum übergibt Abramowitsch eine Botschaft von Selenski an Putin?
Roman Abramowitsch, der ehemalige Besitzer des Fussballclubs Chelsea, wird plötzlich zentral in den Verhandlungen im Ukrainekrieg. Der ukrainische Präsident Selenski hat bestätigt, dass er den sanktionierten russischen Oligarchen vor einem Monat getroffen hatte. «Ich habe ihm eine Botschaft für Putin übergeben», sagte Selenski gegenüber Sky News. Darin stand lud er Putin offenbar zu einem Treffen ein, während er aber auch betonte: «Wir werden den Donbas nie aufgeben».
Die Bestätigung erfolgte wenige Tage, nachdem Putin erklärt hatte, ein russischer Geschäftsmann habe sich an ihn gewandt ihm mitgeteilt, Selenski habe ihn zu einer Reise in die Ukraine eingeladen. Selenski sagte auch, das Treffen mit Abramowitsch sei kein Geheimnis, doch der Geschäftsmann hatte darum gebeten, seine Rolle als Vermittler «im Stillen» wahrzunehmen.

Warum gerade Roman Abramovitsch? Tatsächlich wurde er schon früh – beim Ausbruch des Krieges – eingespannt, um zu vermitteln. Der ukrainische Filmemacher Alexander Rodnyansky und Selenskis rechte Hand Andrei Yermak haben ihn am 24. Februar 2022 auserwählt, weil er «unglaublich erfolgreich, weithin bekannt und sehr angesehen ist», wie Rodnyansky in seiner Autobiografie schreibt.
Abramovitsch spielte später hinter den Kulissen eine Rolle bei der Organisation der Gespräche im März 2022 in der Türkei, auch wenn diese Bemühungen letztlich nicht zu einem Waffenstillstand führten, so die Investigativ Plattform Meduza. Zudem hat er zum Getreideabkommen beigetragen, dass sen Export ukrainischer Agrarprodukte über das Schwarze Meer garantiert, und setzt sich immer wieder für Gefangenenaustausche ein.
Abramowitsch gehört auch heute zu den wenigen Menschen, die sich zwischen Russland und der Ukraine frei bewegen können, wie der «Corriere della Sera» schreibt. Es wird vermutet, dass Abramowitch wieder eine grössere Rolle in Verhandlungen einnehmen könnte, nachdem sich die USA etwas aus den Bemühungen zurückgezogen hatte. Wie seine neuste Friedensmission aussieht ist jedoch nicht klar. Ein russischer pro-Kreml- und pro-Krieg-Sender, «warnt» davor, dass Abramowitsch kürzlich Kontakt mit dem finnischen Präsidenten Alexander Stubb und der deutschen Ex-Kanzlerin Angela Merkel Kontakt aufgenommen habe. Dies kann jedoch nicht unabhängig verifiziert werden.








