«Goldene Fallschirme»: Bundesrat will Abgangsentschädigungen für Topkader behalten

Werbung
Livetickeraktualisiert am Mittwoch, 15. April, 2026

Bundesbern-Ticker
Bundesrat will weiterhin «goldene Fallschirme» für seine Kader

Auch zwischen den Sessionen werden in Bundesbern wichtige Entscheide getroffen. Hier halten wir dich auf dem Laufenden.

Darum gehts

  • Auch ausserhalb der Sessionen läuft in Bundesbern so einiges.
  • National- und Ständeratskommissionen bereiten Geschäfte vor und fällen wichtige Vorentscheide.
  • Der Bundesrat trifft sich wöchentlich zur Regierungssitzung.

Deine Meinung zählt

15.04.2026

Mi 11:24

Bundesrat will weiterhin «goldene Fallschirme» für seine Kader

Wenn Bundesangestellte in leitenden Positionen gehen müssen, bekommen sie teils grosszügige Abgangsentschädigungen – manche in Höhe von mehreren Hunderttausend Franken.

Eine parlamentarische Initiative will dies unterbinden. In seiner Stellungnahme sagt die Regierung nun: «Der Bundesrat lehnt das Verbot von Abgangsentschädigungen ans Topkader ab». Diese können «situativ angebracht» sein.

Dies, weil Topkader in der Verwaltung auf einer Art Schleudersitz sitzen würden. Oder wie es Verwaltungdeutsch heisst. «Gemäss Bundespersonalverordnung können Abgangsentschädigungen insbesondere für die obersten Kader im Zusammenhang mit einer vereinfachten Kündigung infolge Wegfalls der gedeihlichen Zusammenarbeit oder Wegfalls des Willens der Departementsvorsteherin oder des Departementsvorstehers zur Zusammenarbeit ausgerichtet werden.» In diesen Fällen brauche es keinen sachlichen Grund und keine weitere Begründung für die Kündigung.

Die Abgangsentschädigung sei somit als Gegenleistung für das Risiko der vereinfachten Kündigung zu betrachten. Bei freiwilligen Abgängen gebe es keine Entschädigung.

Sollte das Parlament am Verbot festhalten, «behält sich der Bundesrat daher vor, alternative Möglichkeiten zu prüfen und diese auf Verordnungsstufe zu regeln», droht er. Das Bundespersonalamt untersteht FDP-Finanzministerin Karin Keller-Sutter.

15.04.2026

Mi 10:33

Ausländer sollen schwerer an Schweizer Wohnungen kommen

Der Bundesrat will die Lex Koller verschärfen. Dieses Gesetz regelt, unter welchen Umständen Ausländerinnen und Ausländer in der Schweiz Immobilien erwerben können.
Neu sollen Menschen, die nicht aus einem EU- oder EFTA-Staat stammen, «beim Kauf von Hauptwohnungen eine Bewilligung einholen müssen». Ziehen sie zudem wieder weg, sollen sie verpflichtet werden, ihre Immobilie innert zwei Jahren wieder zu verkaufen.
Auch Geschäftsräume sollen sie nur noch für den eigenen Betrieb kaufen dürfen. Überdies soll es beim Kauf von Ferienwohnungen Verschärfungen geben.
«Diese Vorschläge zur Verschärfung der Lex Koller sind im Wesentlichen eine Rückbesinnung auf den Zweck der Lex Koller», sagt der Bundesrat. Die Vernehmlassung dauert bis Mitte Juli.

14.04.2026

Di 17:41

Ständeratskommission winkt Armeebotschaft durch

Die sicherheitspolitische Kommission des Ständerats (SIK-S) hat sich an seiner Sitzung mit der Armeebotschaft des Bundesrats beschäftigt. Sie empfiehlt der Kleinen Kammer einstimmig, die Armeebotschaft anzunehmen. Ein Antrag, der einen Verzicht der Beschaffung der neuen Armee-Pistole forderte und dafür den Verpflichtungskredit für den Schutz vor Mini-Drohnen um 50 Millionen erhöhen wollte, wurde abgelehnt.
Zudem stimmte die Kommission auch dem Zusatzkredit von 394 Millionen Franken zu, um 30 F-35-Kampfjets beschaffen zu können. Eine Mehrheit der Kommission betonte jedoch, «dass es aus sicherheitspolitischen Überlegungen mindestens 55 bis 70 Kampflugzeuge bräuchte, um die Schweiz nachhaltig vor Bedrohungen aus der Luft zu schützen».
Der Ständerat wird sich während der Sommersession über die Armeebotschaft beugen.
Die Schweiz soll ihre Verteidigungsfähigkeit möglichst rasch erhöhen, fordert die sicherheitspolitische Kommission des Ständerats.
Die Schweiz soll ihre Verteidigungsfähigkeit möglichst rasch erhöhen, fordert die sicherheitspolitische Kommission des Ständerats.VBS/DDPS
Mehrheit der SIK-S befürwortet EU-Sicherheitspartnerschaft
Nebst der Armeebotschaft befasste sich die SIK-S mit einem Vorstoss, der den Bundesrat beauftragen will, Gespräche mit der EU für eine mögliche Partnerschaft bei der Sicherheit und Verteidigung zu führen. Darauf gestützt soll die Regierung ein Verhandlungsmandat ausarbeiten und den zuständigen Kommissionen im Parlament vorlegen. Die Kommission stimmte dem Vorhaben mit sieben zu fünf Stimmen zu.
Zudem hat sich die Mehrheit der SIK-S für eine Intensivierung der Grenzkontrollen zur Bekämpfung illegaler Migration und grenzüberschreitender Kriminalität ausgesprochen und zwei entsprechende Vorstösse zur Annahme empfohlen.
Werbung

14.04.2026

Di 16:37

Lichtblick im VBS: Neuer Funk für Armeefahrzeuge wieder auf Kurs

Die Armee hat in Sachen Beschaffung viele Baustellen – die grössten sind nach wie vor der F-35-Kampfjet und die Patriot-Luftabwehrsysteme. Beide Projekte sind nach wie vor auf Status rot.
In einem anderen Projekt konnte jetzt aber etwas Entwarnung gegeben werden: Das neue Telekommunikationsnetz der Armee ist wieder auf Kurs. Das Teilsystem, das die Armeefahrzeuge miteinander vernetzt, kriselte in den vergangenen Jahren. Die Qualität der Hard- und Software des israelischen Herstellers Elbit – der auch für die mängelbehaftete neue Aufklärungsdrohne der Armee in der Verantwortung steht – stimmte nicht. Unter anderem waren Kabel für den Einbau der Geräte zu kurz.
Nun zeigten aber Tests bei der Truppe im ersten Quartal des Jahres, dass viele Probleme gelöst wurden. Das System wird nun schrittweise bei der Truppe eingeführt. Priorität haben die Territorialdivisionen, die Genie- und Rettungstruppen, sowie Teile der Luftwaffe. Das VBS informierte darüber an einer Veranstaltung für Journalisten in Bern am Dienstagnachmittag.

01.04.2026

Mi 13:12

Abbruch ist Option: Bundesrat entscheidet bis Juni über Patriot

Der Bundesrat will Zahlungen für das amerikanische Luftverteidigungssystem Patriot zurückhalten. Letzte Woche wurde bekannt, dass sich die USA stattdessen aus dem F-35-Topf bedienen und so die Patriot-Kosten decken. Die Schweiz muss länger warten, weil die Systeme in der Ukraine gebraucht werden.
Der Bundesrat drängt auf eine Kommunikation bezüglich Liefertermine und «Zahlungsmeilensteine». Für die Sicherheit und Verteidigung der Schweiz sei es zentral, dass die Lieferung von Ersatzteilen für die F/A-18 sowie die Beschaffung der F‑35A nicht durch Entscheide zum Patriot-System gefährdet werden.
Die Landesregierung will bis Ende Juni über das weitere Vorgehen entscheiden. Auch ein Abbruch ist eine Option, wie das VBS schreibt. Parallel dazu möchte der Bund auch Systeme kaufen, die ein Europa hergestellt werden.

01.04.2026

Mi 13:00

Marc Siegenthaler neuer höchster Bevölkerungsschützer

Der Bundesrat hat Marc Siegenthaler zum Direktor des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz (BABS) ernannt. Er folgt in dieser Funktion per August auf Michaela Schärer. Seit 2017 ist Siegenthaler stellvertretender Generalsekretär des VBS. Der 50-Jährige arbeitet bereits seit 1999 beim Bund.

01.04.2026

Mi 11:35

Jetzt fix: Lernfahrten sind ab 17 möglich

Seit einigen Jahren ist es möglich, schon ab dem Alter von 17 Jahren den Lernfahrausweis zu bekommen – dafür wird seither eine Phase mit begleitetem Fahren von einem Jahr verlangt, bevor die Führerscheinprüfung abgelegt werden kann.
Dies habe sich bewährt, sagt der Bundesrat heute. Der Lernfahrausweis ab 17 wird somit beibehalten. Gesetzesanpassungen seien dazu nicht notwendig, sagt die Regierung.
Werbung

01.04.2026

Mi 10:45

Bundesrat lässt mehr ausländische Eier importieren

Just vor Ostern fällt der Bundesrat einen Eier-Entscheid: Die inländische Produktion vermag nämlich die steigende Nachfrage nicht zu decken. Die Landesregierung erhöht deshalb das Zollkontingent 2026 für Konsumeier um 15 000 Tonnen. Somit können vom 1. Mai bis Jahresende zusätzliche Importe zu einem tiefen Zollsatz erfolgen. Es geht um bis zu 240 Millionen zusätzliche Eier. Im Jahr 2025 betrug der Pro-Kopf-Verbrauch mit 209 Eiern erstmals über 200 Stück, schreibt der Bundesrat.

01.04.2026

Mi 10:18

Eigenmietwert fällt ab 1. Januar 2029 weg

Im letzten September hat das Volk an der Urne entschieden, dass der sogenannte «Eigenmietwert» von Immobilien wegfällt.
Dieses fiktive Einkommen wird Besitzerinnen und Besitzern von Wohnungen oder Häusern bei den Steuern angerechnet.
Ab dem 1. Januar 2029 fällt dieses nun weg – und damit aber auch viele Möglichkeiten, Renovationen von den Steuern abzuziehen.
Theoretisch wäre ein Wegfall bereits ab 2028 möglich gewesen, der Bundesrat hat sich aber dagegen entschieden, damit die Kantone genut Zeit haben, eine Steuer auf Zweitwohnungen einzuführen. Diese soll vor allem den Tourismuskantonen helfen, die wegfallenden Einnahmen durch den Eigenmietwert zu kompensieren.

27.03.2026

Fr 15:05

Ständeratskomission fasst ersten Entscheid zu EU-Abkommen

Die Kommission für Wissenschaft, Bildung und Kultur des Ständerates (WBK-S) hat sich diese Woche mit dem Abkommenspaket zwischen der Schweiz und der EU befasst. Dabei hat sie entschieden, auf die Vorlage zur Lebensmittelsicherheit einzutreten – also die Vorlage nun im Detail zu beraten.

Zudem hörte sie Expertinnen und Experten zum Verpflichtungskredit zur Finanzierung der Schweizer Beteiligung am EU-Bildungsprogramm Erasmus+ im Jahr 2027 an.

Die Kommission wird ihre Beratungen an ihrer nächsten Sitzung Anfang Mai wieder aufnehmen.

27.03.2026

Fr 11:32

10-Millionen-Schweiz: Linke lancieren Abstimmungskampf mit Lohn-Argument

Am Freitag haben nach den Bürgerlichen Gegnern letzte Woche auch die linken Parteien und Gewerkschaften ihren Kampf gegen die 10-Millionen-Schweiz-Initiative der SVP lanciert. Sie bezeichnen diese ebenfalls als «Chaos-Initiative» und warnen vor tieferen Löhnen, sollte diese angenommen werden.
Die linke Politprominenz versammelte sich am Freitagmorgen auf dem Bundesplatz.
Die linke Politprominenz versammelte sich am Freitagmorgen auf dem Bundesplatz. 20min/Christof Vuille
Der «starre Bevölkerungsdeckel» sei ein «massiver Angriff auf die Kaufkraft der arbeitenden Bevölkerung», warnten unter anderem SP-Co-Chef Cédric Wermuth und Grünen-Präsidentin Lisa Mazzone. Die drohende Rezession führe zur Vernichtung von Arbeitsplätzen sowie zu tieferen Löhnen und Renten, zeigten sie sich überzeugt. Im Anschluss an die Medienkonferenz versammelte sich das Komitee auf dem Bundesplatz.

20.03.2026

Fr 14:17

Ist die Lebensmittelschutz-Initiative doch nicht zustande gekommen?

Die Unterschriften für die Lebensmittelschutz-Initiative wurden Ende Februar eingereicht. Vor Ort sagten die Initianten, sie hätten 137'000 Unterschriften gesammelt. Nun stellt die Bundeskanzlei diese Zahlen aber massiv in Frage: «Gemäss Auszählungen und Kontrollen der Bundeskanzlei wurden für diese Initiative rund 98'200 bescheinigte Unterschriften eingereicht», teilt diese mit.
Damit eine Initiative zur Abstimmung kommt, sind 100'000 gültige Unterschriften notwendig. Deshalb wird nun eine Nachzählung stattfinden.

20.03.2026

Fr 12:29

Wegen Krieg gegen Iran: Keine neuen Rüstungsexporte in die USA

Der Bundesrat hat entschieden, dass die Schweiz derzeit keine neuen Gesuche für Rüstungsexporte in die USA bewilligen kann. Dies wegen der Neutralität.
Bestehende Bewilligungen und Ausfuhren anderer Güter würden fortan von einer «interdepartementalen Expertengruppe» überprüft, namentlich in Hinblick auf ihre Vereinbarkeit mit der Neutralität.
«Seit der Eskalation am 28. Februar 2026 wurden keine neuen Bewilligungen mehr für Kriegsmaterialexporte in die USA erteilt», teilt der Bundesrat mit. Bei den bestehenden Bewilligungen sei festgestellt worden, dass sie aktuell keine Kriegsrelevanz aufweisen, «sie können deshalb weiterhin genutzt werden».
Bei Israel habe die Schweiz schon seit Jahren eine restriktive Handhabung. Allfällige Exporte in den Iran – auch von sogenannten «Dual-Use-Gütern» – würden ebenfalls von der Expertengruppe geprüft.

20.03.2026

Fr 11:35

Auch wegen Crans Montana: Schweiz will an diesem EU-Programm teilnehmen

Die Schweiz möchte am Katastrophenschutzmechanismus der Europäischen Union, dem «Union Civil Protection Mechanism», teilnehmen. Das hat der Bundesrat entschieden.
Dieser Mechanismus kam nach der Brandkatastrophe von Crans Montana bereits zum Einsatz – obwohl die Schweiz derzeit nicht offiziell mitmacht. Der Bundesrat sagt nun, der Mechanismus habe «der Schweiz in entscheidendem Ausmass geholfen, schnell Dutzende schwer verbrannter Patientinnen und Patienten in spezialisierte Spitäler ins Ausland zu verlegen, und so dazu beigetragen, zahlreiche Leben zu retten».
Bis Ende 2026 sollen «die Eckwerte eines Vorentwurfs für das Vernehmlassungsverfahren» vorliegen. Eine Teilnahme wäre frühestens ab 2028 möglich, da die EU die gesetzliche Grundlage des Mechanismus anpassen muss. Derzeit können nur EU‑Mitglieder, aber keine Drittstaaten wie die Schweiz, offiziell mitmachen.
Werbung

18.03.2026

Mi 13:09

Nach Palästina-Demo: Polizei soll Täter länger festhalten dürfen

Die Ausschreitungen im Oktober 2025 an einer Palästina-Demo in Bern könnten Konsequenzen haben. Der Ständerat hat mehrere Vorstösse angenommen, die ein härteres Vorgehen fordern.
So sollen Personen künftig bis zu 48 Stunden statt wie bisher 24 Stunden festgehalten werden dürfen, und die Veranstalter sollen künftig die Kosten für Sicherheit und Interventionen tragen. Ausserdem sollen Verfahren vereinfacht werden.
Der Bundesrat sprach sich aus föderalistischen Gründen gegen die meisten Vorstösse aus, unterlag aber. Bereits in der Vorwoche hatte sich der Nationalrat ebenfalls für die Motionen ausgesprochen. Damit ist nun die Landesregierung am Zug, entsprechende Gesetzesanpassungen zu präsentieren.

17.03.2026

Di 10:50

Linke toben: Parlament will kantonale Mindestlöhne übersteuern

Gewisse Kantone kennen gesetzliche Mindestlöhne. Diese stellt das Parlament nun in Frage. Künftig sollen Sozialpartner diese mit allgemeinverbindlichen Gesamtarbeitsverträgen übersteuern können.
Nach dem Nationalrat hat sich am Dienstag auch der Ständerat im Grundsatz mit 27 zu 15 Stimmen dafür ausgesprochen. Dagegen wehren sich SP, Grüne und Gewerkschaften. Die Gewerkschaft Unia kündigt an, gegen den «Verfassungsbruch» zu kämpfen.

16.03.2026

Mo 16:21

Bundeskanzler Rossi äussert sich zu «Türdebakel» im Medienzentrum

Neue Zutrittsregeln für das Medienzentrum in Bern sorgen bei den Bundeshausjournalistinnen und -journalisten für rote Köpfe. Um die Sicherheit zu erhöhen, wurde eine vielgenutzte Türe verbarrikadiert, eine zweite funktioniert neu im Schleusenbetrieb.
Eine vielbenutzte Tür darf seit den neuen Zutrittsregeln nicht mehr genutzt werden.
Eine vielbenutzte Tür darf seit den neuen Zutrittsregeln nicht mehr genutzt werden.Privat
Der Ärger der Medienschaffenden wurde nun auch Thema im Parlament, mehrere Medien berichteten: SP-Vizepräsident David Roth wollte im Rahmen der Fragestunde von der Bundeskanzlei wissen, ob sie sich bewusst sei, «dass die neuen Sicherheitsvorkehrungen beim Medienzentrum von den dort tätigen Medienschaffenden als erhebliche Erschwernis ihrer täglichen Arbeit wahrgenommen werden?».
«Es konnten keine Kompromisse gemacht werden»
Am Montag äusserte sich nun Bundeskanzler Viktor Rossi zum «Türdebakel». Das Fedpol habe im Herbst 2024 aufgrund einer Analyse die Gefährdungsstufe für das Medienzentrum erhöht und entsprechende Empfehlungen abgegeben.
Bundeskanzler Viktor Rossi musste sich zum neuen Zutrittssystem im Medienzentrum äussern. (Archivbild)
Bundeskanzler Viktor Rossi musste sich zum neuen Zutrittssystem im Medienzentrum äussern. (Archivbild)20min/Matthias Spicher
«Die Bundeskanzlei kann nachvollziehen, dass die zutrittsberechtigten Medienschaffenden die zusätzlichen Sicherheitsvorkehrungen als Erschwernis auffassen», schreibt Rossi in seiner Antwort. Sie kenne die Bedenken der Vereinigung der Bundeshausjournalistinnen und -journalisten (VBJ) und sei, soweit möglich, auf deren Bedürfnisse eingegangen.
«Es konnten aber keine Kompromisse betreffend die Sicherheit gemacht werden», so die Bundeskanzlei weiter. Ein nächster Austausch mit der VBJ zu den bisherigen Erfahrungen mit den Sicherheitsmassnahmen sei nach der Frühjahrsession vorgesehen.

09.03.2026

Mo 16:36

Grünen-Glättli und SP-Widmer im Stadtrat – diese zwei beerben sie in Bern

SP-Nationalrätin Céline Widmer und Grünen-Nationalrat Balthasar Glättli wurden am Sonntag in den Zürcher Stadtrat gewählt.
Ihre Mandate im Nationalrat werden sie darum niederlegen. Eine Neuwahl ist in so einem Fall nicht notwendig, es rücken jeweils die Bestplatzierten auf der Wahlliste von 2023 nach.
Anna-Béatrice Schmaltz rückt für Balthasar Glättli in den Nationalrat nach.
Anna-Béatrice Schmaltz rückt für Balthasar Glättli in den Nationalrat nach.annabschmaltz.ch
In diesem Fall sind das Anna-Béatrice Schmaltz bei den Grünen und Michèle Dünki-Bättig bei der SP. Sie werden ihr Amt zu Beginn der Sondersession antreten.
Michèle Dünki-Bättig ersetzt die neue Stadträtin Céline Widmer im Nationalat.
Michèle Dünki-Bättig ersetzt die neue Stadträtin Céline Widmer im Nationalat.SP Zürich

05.03.2026

Do 15:53

Aussenpolitiker zeigen sich besorgt über Lage im Iran

Die Aussenpolitische Kommission des Nationalrates (APK-N) hat sich anlässlich einer ausserordentlichen Sitzung mit dem Konflikt im Iran und seiner Ausweitung auf die Region befasst, wie sie in einer Mitteilung schreibt.
Die APK-N zeigte sich «sehr besorgt» über die Gewalteskalation im Iran, insbesondere im Zusammenhang mit den zivilen Opfern und der Ausweitung des Konflikts auf die Region.
Sie beschloss mit 18 zu 0 Stimmen bei 6 Enthaltungen dem Bundesrat einen Brief bezüglich der Situation im Iran und im Nahen Osten zuzustellen. Die Kommission unterstreicht darin:
  • die «bewussten Angriffe auf zivile und touristische Ziele» sowie die damit einhergehende Inkaufnahme ziviler Opfer sei unannehmbar.
  • die Bedeutung des Schutzmachtmandats, welches es der Schweiz ermögliche, «zur Verständigung zwischen den Konfliktparteien beizutragen und ihre Vertrauenswürdigkeit als neutrales Land zu stärken».
  • sie begrüsst die Bemühungen des Bundesrates, seit Beginn der Krise «alles Mögliche zu unternehmen, um Schweizer Bürgerinnen und Bürger bei der Rückkehr zu unterstützen».
Nicht zuletzt hat sie dem Bundesrat auch die Frage unterbreitet, ob die USA und das Vereinigte Königreich gemäss dessen Einschätzung als Staaten gelten, die gemäss Kriegsmaterialgesetz in einen internationalen bewaffneten Konflikt verwickelt sind.

03.03.2026

Di 12:28

Ständeräte: Bund soll Geld für Crans-Montana-Opfer zurückfordern

Der Bund will den Opfern der Brandkatastrophe von Crans-Montana finanziell helfen. Unter anderem sollen sie 50'000 Franken als Solidaritätsbeitrag der Eidgenossenschaft erhalten. Über die Vorlage sollen National- und Ständerat noch in der laufenden Session befinden.
Wie 20 Minuten am Freitag öffentlich machte, will der Bundesrat das Geld eigentlich nicht zurückhaben, sobald es einmal ausbezahlt ist.
Doch nun macht ihm die Rechtskommission des Ständerats einen Strich durch die Rechnung. Eine Mehrheit der Kommission beantragt ihrem Rat, «dem Bund ein Regressrecht gegenüber den Schadensverursachern und haftpflichtigen Dritten einzuräumen, sodass er sich gegebenenfalls schadlos halten kann».
Die Kommission könne die verschiedentlich geäusserten Bedenken gegenüber «diesem unüblichen Eingreifen des Bundes nachvollziehen, das für Opfer anderer Unglücke ungerecht erscheinen mag und grundlegende Fragen der Rechtsgleichheit aufwirft». Diesen Bedenken trage die Kommission Rechnung.
Grundsätzlich war die Bundeshilfe aber kaum umstritten; die Kommission beantragt, einzutreten, mit elf zu einer Stimme.

03.03.2026

Di 10:30

Überparteiliches Komitee lanciert Internet-Initiative

Die Guido Fluri Stiftung des gleichnamigen Unternehmers sowie ein überparteiliches Komitee mit Parteimitgliedern aller Bundeshausfraktionen hat am Dienstagmorgen eine neue Initiative lanciert. Die Internet-Initiative zielt darauf ab, KI-Konzerne und Social-Media-Plattformen stärker in die Verantwortung zu ziehen.
Die Internet-Initiative soll Techkonzerne stärker zur Verantwortung ziehen.
Die Internet-Initiative soll Techkonzerne stärker zur Verantwortung ziehen.20min/Christine Talos
Es geht um die «massenhafte Verbreitung» von illegalen Gewalt- und Missbrauchsbildern, Cyberkriminalität sowie Desinformationskampagnen, wie die Initianten schreiben. «Unsere Gesellschaft und im Speziellen Kinder und Jugendliche sind im digitalen Raum massiv gefährdet», so das Initiativkomitee.
Die Initiative soll der Schweiz «das sichere Internet» zurückbringen – indem sie die Techkonzerne «konsequent» in die Verantwortung ziehe. Bei Verletzung der Sorgfaltspflicht sollen Konsequenzen drohen.
Werbung

02.03.2026

Mo 13:40

«Bilaterale III»: Parmelin und von der Leyen unterschreiben neues EU-Abkommen

Der Bundespräsident traf am Montag in Brüssel die EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen. Die beiden haben das neue Abkommenspaket zwischen der Schweiz und der EU unterschrieben.
Parmelin und von der Leyen würdigten die Unterzeichnung als «bedeutenden Meilenstein» der bilateralen Beziehungen zwischen der Schweiz und der EU. Zudem tauschten sie sich über die internationale geopolitische Lage, insbesondere im Handelsbereich, aus. Die Schweiz wolle gemeinsam mit der EU dazu beitragen, «die Widerstandsfähigkeit und Innovationskraft Europas zu stärken», wie der Bundesrat mitteilte.
Die Botschaft zum Paket wird voraussichtlich im März 2026 zuhanden des Parlaments verabschiedet, so der Bundesrat.

28.02.2026

Sa 17:57

Emotionale Debatte: SP will Kopftuch für Lehrerinnen erlauben

Am SP-Parteitag haben die Anwesenden einer Resolution der SP-Migranten zugestimmt. Diese verlangt unter anderem, dass Lehrerinnen muslimischen Glaubens künftig ein Kopftuch tragen dürfen. Bis anhin sprach sich die SP in ihrem Parteiprogramm dagegen aus.
In Biel brach kurz vor dem Apéro eine emotionale Debatte über die Resolution aus. An vorderster Front für die Resolution weibelte die Zürcherin Vera Çelik, die selbst ein Kopftuch trägt. Sie kritisierte, dass es falsch sei, dass Putzfrauen mit Kopftuch akzeptiert seien, Lehrerinnen aber nicht.
Nationalräte wie Benoît Gaillard wehrten sich gegen die Resolution aufgrund der Formulierungen bezüglich der Lehrpersonen. Auch andere SP-Mitglieder sprachen sich vehement gegen das Anliegen aus und argumentierten, dass man Staat und Religion trennen müsse.

SP will auch gegen hohe Mieten und Antisemitismus kämpfen

Das Präsidium empfahl die Resolution zur Annahme, Co-Chef Cédric Wermuth ging aber in seiner Rede nicht konkret auf die Frage des Kopftuchs für Lehrerinnen ein. Am Ende stimmten die Anwesenden zu später Stunde für die Resolution, wobei viele Plätze leer schienen. Weiter verabschiedetete die SP eine Resolution gegen Antisemitismus und ein Positionspapier zur Wohnraumpolitik, das sich dem Kampf gegen hohe Mieten widmet.
Grosse Abwesende blieb Mattea Meyer. Die Co-Präsidentin fällt aus gesundheitlichen Gründen auch für die Frühlingssession aus, welche am nächsten Montag beginnt.

26.02.2026

Do 10:22

SP-Urgestein: Eric Nussbaumer tritt zurück

Eric Nussbaumer (SP/BL) ist seit 18 Jahren Nationalrat. Nun tritt er zurück, wie er gegenüber CH Media sagt. Der Schritt erfolgt per Ende April dieses Jahres. Die kommende Woche beginnende Frühjahrssession wird somit seine letzte sein. Für ihn nachrücken wird Landrätin Miriam Locher.
Eric Nussbaumer und Magdalena Martullo-Blocher im Streitgespräch bei 20 Minuten über die neuen EU-Verträge.
Eric Nussbaumer und Magdalena Martullo-Blocher im Streitgespräch bei 20 Minuten über die neuen EU-Verträge.20min/Matthias Spicher
Der 65-Jährige gilt als «EU-Turbo» unter der Bundeshauskuppel. Er präsidiert etwa auch die «europäische Bewegung Schweiz». Daneben gilt er als versierter Energiepolitiker. Vorletztes Jahr präsidierte er zudem den Nationalrat und war damit formell der höchste Schweizer.
Nussbaumer gilt als lebensfroh. In den Gängen des Bundeshauses oder bei Anlässen erscheint er meist in bester Laune. Mit dem Rücktritt hat Nussbaumer nun mehr Zeit für seine sieben Enkel.

Das 20-Minuten-Politik-Team liefert dir 24/7 aktuelle Nachrichten, Ereignisse, Bilder, Hintergrundstorys, Abstimmungsresultate und Videos aus der Schweiz und der Welt.

5736 Kommentare