WEF: Klaus Schwab tritt per sofort zurück

Aktualisiert

Per sofortWEF-Gründer Klaus Schwab tritt zurück

Der Deutsche Klaus Schwab gründete das World Economic Forum. Jetzt zieht er sich zurück.

WEF-Gründer Klaus Schwab: Darum gehts

  • Klaus Schwab, Gründer des World Economic Forum (WEF), tritt per sofort zurück.
  • Der Ex-Nestlé-Chef Peter Brabeck-Letmathe übernimmt interimistisch die Leitung.
  • Das WEF in Davos gilt als weltweites Elitetreffen für Wirtschaft und Politik.

Klaus Schwab (87) gab am Ostersonntag seinen sofortigen Rücktritt bekannt. Es ist ein lang erwarteter Altersrücktritt. Der Deutsche gründete das World Economic Forum in Davos (WEF) im Jahr 1971 und schuf daraus das weltweite Elitetreffen. Nun zieht er sich als Vorsitzender des WEF-Kuratoriums zurück, wie die «NZZ» schreibt.

Das WEF zitiert Schwab in einer Mitteilung: «Nach meiner kürzlichen Ankündigung und zu Beginn meines 88. Lebensjahres habe ich beschlossen, mit sofortiger Wirkung von der Position des Vorsitzenden und als Mitglied des Kuratoriums zurückzutreten.»

WEF: Børge Brende ist der neue starke Mann

Schwab gab bereits vor einem Jahr seinen Rücktritt als geschäftsführender Vorsitzender bekannt und übernahm den Vorsitz in der neuen Funktion im Kuratorium. Der neue starke Mann ist seither Präsident und CEO Børge Brende (59).

Der Norweger kündigte im Interview mit 20 Minuten Anfang 2025 die Wachablösung bereits implizit an. So habe die Organisation im Herbst die Struktur innerhalb der WEF-Führung neu ausgelegt und an diejenige eines Unternehmens angepasst. «Wir sind jetzt eher wie ein Schweizer Unternehmen organisiert, zum Beispiel wie die UBS. Wir haben einen Präsidenten und CEO mit voller Exekutivverantwortung und einen nicht geschäftsführenden Stiftungsrat.» Dies konnte bereits als erster Schritt verstanden werden, die Führung von der Person des alternden Klaus Schwabs zu lösen. Nun also tritt er ab.

Auf die Frage, ob das WEF mit Borge an der Spitze in Davos bleibe, sagte er, die Organisation habe ihren Hauptsitz in Cologny (GE). «Davos ist ein idealer Ort für das Jahrestreffen. Solange die Infrastruktur und die Unterkunftsbedingungen in Davos stimmen und wir willkommen sind, sind wir sehr daran interessiert, wiederzukommen», so Borge.

Ex-Nestlé-Chef übernimmt Kuratorium-Vorsitz

Das Kuratorium habe auf einer ausserordentlichen Sitzung am Sonntag den Rücktritt zur Kenntnis genommen, heisst es weiter in der Mitteilung. Interimistisch ernannte der Vorstand einstimmig den stellvertretenden Vorsitzenden und Ex-Nestlé-Chef Peter Brabeck-Letmathe.

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Zuletzt gab es schwere Anschuldigungen gegen Schwab wegen angeblicher Diskriminierung und Beleidigung. Schwab stritt die Vorwürfe stets ab. Eine Klage zog eine Ex-Mitarbeiterin auch wieder zurück, was darauf zurückschliessen lässt, dass die Vorwürfe wohl nicht der Grund für den Rücktritt sind.

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Fabian Pöschl (fpo) arbeitet seit 2020 für 20 Minuten. Er ist Verantwortlicher Wirtschaftsnews im Ressort News, Wirtschaft & Videoreportagen.

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